Völkische „Kinderlager“

Es gibt sie noch die organisierte braune Kindererziehung. Ehemalige HDJ-Aktivisten führen in Ostwestfalen weiter Kinderlager durch und der nicht verbotene „Sturmvogel – deutscher Jugendbund“, ein Ableger der militanten „Wiking Jugend“, schickt seinen Nachwuchs zur  Osterfahrt ins Ausland. Kaum haben die Osterferien begonnen, geht es für die Kinder des völkischen „Sturmvogels – deutscher Jugendbund“ schon auf große Fahrt. Nach Medienberichten über deren Verflechtung mit AfD und „Identitärer Bewegung“ scheut die konspirative Organisation die Öffentlichkeit anscheinend noch mehr und flüchtet ins europäische Ausland. Bereits das letzte Sommerlager fand 2016 in Südschweden statt. Diesmal ging es anscheinend Richtung Österreich. Wie der „Presseservice Rathenow“ berichtete, traf sich ein Teil der „Sturmvogel“-Gruppe am Samstagmorgen am Hauptbahnhof in Dresden. Die Kinder und Jugendlichen waren unschwer erkennbar. Fotos zeigen sie mit schweren Gepäck, zum Teil altertümlich gekleidet, einige tragen die grünen Hemden des Bundes, der sich gern verharmlosend in der Tradition des „Wandervogels“ verortet. Doch Drill und Ideologie spielen auch in deren Reihen eine Rolle. Drill und NS-Ideologie für den rechtsextremen Nachwuchs Die HDJ scheint dagegen in Ostwestfalen aufzuleben. Etwa 60 Personen versammelten sich Anfang April auf dem Berlebecker Anwesen des ehemaligen Leitführers der HDJ-„Einheit Hermannsland“, darunter viele Kinder. Das Treffen sei eines der größten in einer langen Reihe von Aktivitäten gewesen, berichten Beobachter des antifaschistischen Portals „hiergeblieben.de“ aus Bielefeld. Unter den Besuchern bei Gerd Ulrich seien mindestens 15 polizeibekannte Neonazis  aus den Kreisen Osnabrück und Schaumburg, Minden-Lübbecke, Höxter, Paderborn, Soest, Lippe und aus Bielefeld gewesen. Zeugen sahen Kinder in schwarzen Hosen und blauen Hemden.  „Das ähnelt stark der Uniform der HDJ“, sagte Frederic Clasmeier von der „Beratungsstelle gegen Rechts“ gegenüber der „Lippischen Landeszeitung“. Die Experten von der „Beratungsstelle“ sehen  auch das Kindeswohl in Gefahr. Die HDJ und mögliche Nachfolgestrukturen dienten dazu, mit Drill, NS-Ideologie und Gewalt den eigenen rechtsextremen Nachwuchs heranzuziehen. Tatsächlich scheinen etwa 30 Aktivisten aus den Reihen von HDJ, „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“ sowie der NPD ihren Nachwuchs in zeitlichen Abständen immer wieder in Berlebeck abzugeben.

via bnr: Völkische „Kinderlager“