Bund der Antifaschisten muss vorerst keine Steuern nachzahlen – #vvnbda #schauhin #gemeinnützigkeit

Berliner Finanzamt setzt den Vollzug des ergangenen Steuerbescheids aus / Bayerische Landtag stimmt gegen ein Ende der Überwachung durch den Verfassungsschutz. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) muss nach dem Entzug der Gemeinnützigkeit vorerst keine Steuern nachzahlen. Das Berliner Finanzamt für Körperschaften setzte den Vollzug des ergangenen Steuerbescheids aus, wie VVN-Geschäftsführer Thomas Willms am Mittwoch mitteilte. Diese Entscheidung wegen »unbilliger Härte« für den Verein, der sich in seiner Existenz bedroht sieht, sei ein Etappensieg. Aber die Frage, ob der Entzug der Gemeinnützigkeit rechtmäßig oder rechtswidrig war, bleibe aus Sicht des VVN weiter unbeantwortet. (…) Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur, dem Verein müsse im Rahmen eines fairen und ergebnisoffenen Verfahrens die Möglichkeit gegeben werden, die Vorwürfe zu widerlegen. Unterdessen lehnte der bayerische Landtag am Mittwochabend Anträge von Grünen und SPD ab, den Landesverband des VVN-BdA nicht weiter durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Was könne gemeinnütziger sein als der Kampf gegen Faschismus, fragte der Grünen-Abgeordnete Cemal Bozoglu. Florian Ritter (SPD) nannte die Streichung der Vereinigung aus dem Verfassungsschutzbericht längst überfällig – Antifaschismus sei schließlich ein Verfassungsauftrag. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und weitere Redner von CSU, Freien Wählern, AfD und FDP wiesen die Forderungen zurück.

via nd: Bund der Antifaschisten muss vorerst keine Steuern nachzahlen

siehe auch: Finanzamt räumt „unbillige Härte“ gegen VVN-BdA ein. Mit Bescheid vom 6.12.2019, bei unserem Anwalt am 11.12. eingegangen,, hat das Finanzamt für Körperschaften in Berlin die Vollziehung der gegen unseren Verein ergangenen Steuerbescheide ausgesetzt. Das bedeutet, dass wir im Moment die angeforderten Steuernachzahlungen nicht aufbringen müssen. Allerdings hat das Finanzamt sich bisher nicht zu der Frage geäußert, ob der Entzug der Gemeinnützigkeit rechtmäßig oder rechtswidrig war. Die Aussetzung erfolgte wegen einer unbilligen Härte für unseren Verein. Dies ist zwar ein kleiner Etappensieg, trotzdem heißt es wachsam zu sein, bis auch inhaltlich der Angriff auf die Gemeinnützigkeit unseres Vereines zurückgeschlagen werden kann. Wir hoffen, dass das Finanzamt bereits im Einspruchsverfahren unsere Argumentation akzeptiert, und es nicht erst zu einem finanzgerichtlichen Verfahren kommen muss.

siehe auch: VVN-#BdA nicht mehr #gemeinnützig – Der Ärger begann in #Bayern – #vvnbda. Der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes wurde die Gemeinnützigkeit entzogen. Wie konnte es so weit kommen? Die Ursache liegt in Bayern. Am Freitag erst war Angela Merkel in der Gedenkstätte ­Auschwitz. „Barbarische Verbrechen“ seien in dem früheren KZ verübt worden, sagte die Kanzlerin. Taten, welche „die Grenzen alles Fassbaren überschreiten“. Der eindringliche Appell Merkels: „Dieser Ort verpflichtet uns, die Erinnerung wachzuhalten.“ Und gleichzeitig steht in Deutschland ein Verein vor dem Aus, der ebendiese Erinnerung hochhält: die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Dem 1947 von Holocaust-Überlebenden gegründeten Verband wurde gerade die Gemeinnützigkeit entzogen. Und die Empörung ist groß. „Bestürzt“ sei er darüber, schrieb Marian Kalwary, Holocaust-Überlebender aus Polen, anlässlich des Auschwitz-Besuchs an die Kanzlerin. Er bitte „eindringlich“ darum, die Entscheidung zu revidieren. Jüdische Gemeinden solidarisieren sich mit dem Verband, ebenso Gewerkschaften, Sozialverbände, Parteien. Das Internationale ­Auschwitz-Komitee spricht von einem „Skandal, der Deutschlands Ansehen beschädigt“.

Saucy Santana – Florida: Schwuler Rapper bei Attacke auf Autobahn angeschossen

Saucy Santana erlitt bei einem Drive-by-Shooting eine Schussverletzung – er glaubt, er sei wegen seiner Homosexualität attackiert worden. Der 26-jährige schwule Rapper Saucy Santana ist am Mittwochmorgen bei einem Drive-by-Shooting auf einer Autobahn in Florida verletzt worden. Die Schießerei ereignete sich nach Angaben der Autobahnpolizei um 4 Uhr morgens bei einer Auffahrt auf die Interstate-95 nördlich von Miami. Demnach befand sich der aus der Landeshauptstadt Tallahassee stammende Rapper mit zwei Freunden in einem Honda, als ein weißer Chevrolet vorbeifuhr und Insassen ohne Vorwarnung das Feuer eröffneten. Es wurden mindestens sechs Schüsse abgegeben, die alle drei Honda-Insassen verletzten, allerdings niemanden lebensbedrohlich. Saucy Santana und ein anderer Mann wurden am Arm verletzt, die dritte Person erhielt eine Schusswunde an der Hand. Die Täter kamen unerkannt davon. Die Polizei bittet Zeugen des Vorfalls, sich zu melden.

via queer: Saucy Santana – Florida: Schwuler Rapper bei Attacke auf Autobahn angeschossen

Nun steht er vor #Gericht Der #Volksverhetzer, der vom Volk lebt – #altermedia

Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, seine dunkle Brille verspiegelt: Marcus B. (59), der jahrelang widerliche Hetze im Internet verbreitet haben soll, schlich vermummt in den Gerichtssaal. Einen kläglichen Eindruck machte der Mann mit zotteligen Haaren. Als wäre er verwirrt. Nuschelte auf die Frage nach seinem Geburtsort: „Im Krankenhaus.“ Schob dann nach: „In Stuttgart.“ Beruf? „Habe keinen.“ Er lebt seit Längerem von öffentlicher Stütze. An seiner Seite ein in der Neonazi-Szene bekannter Verteidiger. Es geht um Volksverhetzung. 16 Fälle angeklagt. Marcus B. aus Wedding soll auf der inzwischen verbotenen Plattform „Altermedia“ braune Hasstiraden verbreitet haben. Über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Einer von mehr als 1000 Nutzern sei B. gewesen. Volksverhetzer B. habe 1423 Beiträge verfasst Was er damals geschrieben haben soll, wurde nun verlesen – und ermüdete ihn. Die Richterin: „Hören Sie noch zu?“ Er fahrig: „Habe nur mal die Augen zugemacht.“ Richterin: „Schlafen geht hier nicht!“ Die Staatsanwältin: „Er hat zum Hass aufgestachelt und zu Gewalt- und Willkürmaßnahmen aufgefordert.“ Digitale Hetze gegen Juden, Migranten, Flüchtlinge. Nazi-Parolen und den Holocaust geleugnet. Der Chef der Anfang 2016 abgeschalteten Hetz-Plattform war ein Informatiker aus dem Schwarzwald. Ermittler sicherten die Datenbank. Ein BKA-Mitarbeiter: „B. wurde als ein Nutzer ermittelt.“ Unter dem Namen „Schwabe“ habe er 1423 Beiträge veröffentlicht.

via bz berlin: Nun steht er vor Gericht Der Volksverhetzer, der vom Volk lebt

Nach #brutaler #Straßenbahn-#Attacke: #Anklage gegen neun #Tatverdächtige – #schauhin #terror #pack

Der Fall ereignete sich bereits im März. Im vergangenen März hatten neun Männer einen damals 22-jährigen Afrikaner in einer Leipziger Straßenbahn geschlagen, getreten und beleidigt. Gegen die mutmaßlichen Täter wurde nun Anklage erhoben. Wie die Staatsanwaltschaft Leipzig mitteilte, hatte man die neun Männer zwischen 24 und 41 Jahren aus Leipzig und Umgebung nach der Tat schnell ermitteln können. Durch das Eingreifen der Polizei sowie mit Hilfe von Videoaufnahmen aus den Straßenbahnen und einer Öffentlichkeitsfahndung konnten die Tatverdächtigen festgestellt werden. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die neun Männer Anklage wegen der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung erhoben.

via tag24: Nach brutaler Straßenbahn-Attacke: Anklage gegen neun Tatverdächtige

Anschlag von Silvester: Täter muss in die Psychiatrie

Der Angeklagte litt laut dem Urteil in der Silvesternacht an einem akuten Schub seiner paranoiden Schizophrenie. Kurz nach Mitternacht war der Mann in Bottrop und Essen gezielt auf Menschen zugefahren, die aus seiner Sicht einen Migrationshintergrund hatten. Laut dem Urteil aus Essen ist er aber nicht rechtsradikal, sondern schwer krank. Nach einem Anschlag mit einem Auto in der vergangenen Silvesternacht ist ein 50-Jähriger aus Essen auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden. Der Deutsche war in Bottrop und Essen gezielt auf Menschen zugefahren, die aus seiner Sicht einen Migrationshintergrund hatten. Einen terroristischen oder ausländerfeindlichen Hintergrund sah das Essener Landgericht nicht. „Die Geschädigten sind nicht Opfer eines rechtsradikalen Täters geworden“, sagte Richter Simon Assenmacher in der Urteilsbegründung. „Es ist vielmehr die Tat eines schwer erkrankten Menschen.“ Der Angeklagte leide seit Jahren unter paranoider Schizophrenie. Schon Stunden vor der Tat sei er von Wahnvorstellungen verfolgt worden. Gegen Mitternacht sei er schließlich völlig ohne Grund nach Bottrop und später zurück nach Essen gefahren.

via faz: Anschlag von Silvester: Täter muss in die Psychiatrie

"Nordkreuz"-Prozess: Waffenexperte als Zeuge – #terror #bundeswehr

Vor dem Landgericht Schwerin wird am Vormittag der Prozess gegen einen Polizisten fortgesetzt. Der suspendierte Beamte soll größere Mengen verbotener Waffen und Munition in seinem Haus in Banzkow bei Schwerin gelagert haben. Gericht und Staatsanwaltschaft haben für den heutigen Verhandlungstag einen Waffenexperten geladen. Er soll bewerten, wie gefährlich Waffen und Munition waren, die bei dem Angeklagten gefunden worden waren. Maschinenpistole und Schnellfeuergewehre entdeckt
Der Polizist hatte zwar einen Waffenschein, aber laut Staatsanwaltschaft waren unter den beschlagnahmten Waffen eine Uzi-Maschinenpistole sowie mehrere Schnellfeuergewehre, deren Privatbesitz in Deutschland verboten ist. Nach den Worten eines Gerichtssprechers geht es unter anderem darum, ob die Maschinenpistole der Marke Uzi schießfähig ist. Die Maschinenpistole war 1993 bei der Bundeswehr gestohlen worden. Der Angeklagte gab an, sie am Rande einer Waffenbörse in den Jahren 2009 oder 2010 von einem Unbekannten gekauft zu haben. Der Mann hatte bereits eingeräumt, Mitglied der sogenannten Nordkreuz-Gruppe zu sein, die von weiteren Polizisten und Bundeswehrangehörigen gegründet worden war. Die Gruppe wird von der Bundesanwaltschaft als teils rechtsextrem eingeschätzt, gegen mehrere Mitglieder wird ermittelt. Wegen des illegalen Waffenbesitzes drohen dem Angeklagten bis zu fünf Jahre Haft. Der Angeklagte ist seit 1999 im Landesdienst der Polizei, war seit 2004 im Spezialeinsatzkommando (SEK) und unter anderem als Präzisionsschütze und Schießtrainer tätig. Er verfügte über Waffenbesitzkarten und konnte sich in diesem Zusammenhang legal Waffen und Munition beschaffen. Ende August 2017 waren bei Durchsuchungen im Zuge der Ermittlungen gegen den terrorverdächtigen Bundeswehroffizier Franco A. auf Liegenschaften G.s in Banzkow laut Staatsanwaltschaft 23.800 Schuss Munition sowie zahlreiche Waffen und Blendgranaten aus Beständen der Polizei und der Bundeswehr gefunden worden.

via ndr: “Nordkreuz”-Prozess: Waffenexperte als Zeuge

Jüdischer Kläger gewinnt vor Gericht : Landgericht Saarbrücken stoppt Rapper Kollegah

Das Saarbrücker Landgericht hat den Konzertveranstalter in einem Beschluss der 5. Zivilkammer verpflichtet dafür zu sorgen, dass der umstrittene Rapper Kollegah die Textzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ aus seinem Lied 08/15 nicht in der Saarbrücker „Garage“ vorträgt. Dort ist ein Konzert Kollegahs für den kommenden Mittwoch, 11. Dezember, angekündigt. Geklagt gegen den Auftritt hatte der Dillinger Jude Gilbert Kallenborn. Kallenborn sehe sich durch die antisemitischen, judenverspottenden und homophoben Texte des Rappers in seinen Grundrechten verletzt, heißt es in dem Beschluss, der der SZ vorliegt (Az.. 5 T 438/19). „Der Beschluss wird bundesweite Folgen haben. Und zwar gegen die Profit-Musikbranche, die Geld mit Judenhass macht“, sagte Kallenborn zu dem Beschluss. Die „Sprachtiraden“ des Rappers erinnerten ihn an die Sprache des Nazi-Hetzblatts „Der Stürmer“, so Kallenborn. Die Beschwerde gegen den Kollegah-Auftritt sei „harte Arbeit“ gewesen. Zunächst hatte Kallenborn das Saarbrücker Amtsgericht bemüht. Dieses hatte den Erlass einer einstweiligen Verfügung aus formalen Gründen zurückgewiesen. Kallenborn habe dem Amtsgericht keine konkreten Antragsgegner nennen können. Das holte er beim Gang vors Landgericht jedoch nach.

via saarbrücker zeitung: Jüdischer Kläger gewinnt vor Gericht : Landgericht Saarbrücken stoppt Rapper Kollegah

Initiativen kritisieren Nazi-Szenetreff in früherem KZ-Außenlager

Gelände auf der Kamenzer Straße in Leipzig wird für Rechtsrockkonzerte und von umstrittenen Vereinen genutzt. Zahlreiche Vereine, Verbände und Kirchgemeinden sowie drei sächsische Landtagsabgeordnete der LINKEN fordern von der Stadt Leipzig entschiedenes Handeln gegen einen Neonazi-Treffpunkt in einem ehemaligen KZ-Außenlager. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und das Kulturdezernat müssten sich öffentlich positionieren und alle Möglichkeiten prüfen, um auf dem Gelände im Leipziger Stadtteil Schönefeld einen Gedenkort entstehen zu lassen, heißt es in einem am Montag in Leipzig veröffentlichten offenen Brief. Nach Angaben der 2007 gegründeten Leipziger Initiative »Ladenschluss – Aktionsbündnis gegen Neonazis« befand sich auf dem Areal in der Kamenzer Straße 10/12 von Sommer 1944 bis April 1945 das Außenlager »HASAG Leipzig« des Konzentrationslagers Buchenwald. Zur NS-Zeit seien dort 5.000 Frauen und Mädchen inhaftiert gewesen, um Rüstungsgüter herzustellen. Seit 2007 befindet sich das Gelände samt einem Originalgebäude demnach in Privatbesitz und dient als rechtsextremer Treffpunkt. Immer wieder fänden dort Rechtsrockkonzerte statt. Zudem sei das Areal Trainingsort der Kampfsportgruppe »Imperium Fight Team« und Sitz des Motorradclubs »Rowdys Eastside«.

via nd: Initiativen kritisieren Nazi-Szenetreff in früherem KZ-Außenlager

"#Volkslehrer" wegen #Volksverhetzung verurteilt

Der rechtsextreme Aktivist Nikolai Nerling und ein Unterstützer werden schuldig gesprochen, bei einem Besuch der KZ-Gedenkstätte im Februar den Holocaust geleugnet zu haben. Beide müssen eine Geldstrafe bezahlen. Als Nikolai Nerling an dem Tag im Februar das Tor zum ehemaligen Konzentrationslager mit der zynischen Aufschrift “Arbeit macht frei” zuschlägt und einer Gruppe von Schülern, die sich dahinter befinden und eigentlich eine Führung über das Gelände machen wollen, zuruft, dass sie jetzt eingesperrt seien, ist das für ihn nicht mehr als ein “pietätloser Scherz”. So wird er es später vor Gericht nennen, einen “Scherz”. Tatsächlich ist das vielleicht die Spitze einer Respektlosigkeit und Verhöhnung nicht nur der mehr als 41 500 Menschen, welche die Nazis im KZ umbrachten, sondern auch aller anderen Opfer des Nationalsozialismus. Anschließend geht Nerling an diesem Tag auf die Schüler zu und sagt ihnen, dass sie nicht alles glauben sollten, was man ihnen an der Gedenkstätte erzähle. Mehr als zehn Monate nach seinem Besuch der KZ-Gedenkstätte sitzt Nikolai Nerling, der sich als “Volkslehrer” in der deutschen rechtsradikalen Szene einen Namen gemacht hat, im Amtsgericht Dachau auf der Anklagebank. Richter Lukas Neubeck spricht den 38-Jährigen an diesem Montag nach einer Marathonverhandlung über mehr als neun Stunden schuldig, weil Nerling bei seinem Besuch der Gedenkstätte den Holocaust geleugnet und sich zudem wegen Hausfriedensbruchs strafbar gemacht hat. Er muss 10 800 Euro an die Gedenkstätte zahlen. Der zweite Angeklagte, Nerlings Kameramann, wird wegen Beihilfe zur Volksverhetzung und ebenfalls Hausfriedensbruchs verurteilt und muss 3000 Euro bezahlen. (…) Nerling gilt in der rechtsradikalen Szene als Stichwortgeber. Er dreht Videos von sich, mit denen er seine rechtsradikale Ideologie verbreitet. Im Februar hatte er in Begleitung eines Kameramanns das Gelände der Gedenkstätte betreten, um gegen den “Schuldkult” zu filmen. Dabei erkannte ihn eine Referentin der Gedenkstätte, die gerade eine Schulklasse über das Gelände führen wollte. Die Referentin untersagte ihm, auf dem Gelände zu drehen – laut Hausordnung der Gedenkstätte braucht man für Filmaufnahmen eine Genehmigung. Anschließend alarmierte sie die Verwaltung der Einrichtung. Später verwiesen Mitarbeiter Nerling und seinen Begleiter des Geländes, riefen die Polizei und zeigten ihn und seinen Begleiter wegen Hausfriedensbruchs an.

via sz: “Volkslehrer” wegen Volksverhetzung verurteilt

siehe auch: Hohe Geldstrafe für Holocaustleugner. Nach einer neunstündigen Verhandlung wurde der rechtsextreme Aktivist Nikolai Nerling am Montag wegen Holocaustleugnung und Hausfriedensbruchs in der KZ-Gedenkstätte Dachau zu einer hohen Geldstrafe verurteilt.
Laut Gericht habe Nerling den Holocaust nicht nur verharmlost oder relativiert, sondern geleugnet. Nerling, der sich selbst als „Volkslehrer“ bezeichnet, gute Kontakte zu Holocaustleugner*innen wie Ursula Haverbeck pflegt und nach eigenen Angaben von Spenden lebt, die er für Produktion und Verbreitung von rechtsextremen Videos erhält, hatte im Februar 2019 zusammen mit seinem Kameramann Stefan Z. das ehemalige Konzentrationslager in Dachau aufgesucht, um dort einen Film für seinen Youtube-Kanal zu drehen. (…) Staatsanwaltschaft fordert Freiheitsstrafen
Nerling trug am Montag im Gerichtsaal einen Anhänger aus Holz in Form eines Thorshammers an einer Kette um den Hals. Darin eingeschnitzt war eine Hagal-Rune, die auch von der 6. SS-Gebirgs-Division „Nord“ als Kennzeichen verwendet wurde. Im Publikum hatte sich eine Handvoll Unterstützer*innen der Angeklagten eingefunden, darunter der ehemalige Identitären-Aktivist David Sch., der in einer Verhandlungspause von dem ehemaligen Lehrer begrüßt wurde. Weder Nerling noch Stefan Z. wollten sich zu den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfen äußern. In seinem Schlusswort bezeichnete Nerling das Zuschlagen des Eingangstors der Gedenkstätte als einen Scherz, der ihm im Nachhinein leid tue. Die Staatsanwältin forderte für die Angeklagten Freiheitsstrafen. Sie fände „keine Worte“ angesichts der Pietät- und Respektlosigkeit, mit der sich die beiden an dem Ort, an dem mehr als 41.500 Menschen umgebracht und zahlreiche weitere Opfer unter den nationalsozialistischen Verbrechen gelitten hätten, gegenüber Jugendlichen und der familiär betroffenen Referentin verhalten hätten. Die Anwälte von Nerling und Stefan Z. Hingegen plädierten auf Freispruch in allen Anklagepunkten.

Der Kopp Verlag in Rottenburg – Hetze, Angst, Verschwörungsmythen

Der schwäbische Verlag bietet Rechtspopulisten eine Plattform und sät Zweifel an Demokratie und Aufklärung. Ein rentables Geschäftsmodell. „Lesen Sie hier, was Ihnen die Massenmedien verschweigen.“ Damit bewirbt der schwäbische Kopp Verlag aus Rottenburg seine Bücher, seinen verlagseigenen Informationsdienst oder sein Online-Portal. Doch was er seinen Lesern bietet, sind vor allem Stimmungsmache und Geldmacherei. Nach SWR-Recherchen hat der Verlag auch gesundheitlich bedenkliche “Nahrungsergänzungsmittel” vertrieben. Kritiker werden bedroht und verfolgt Nachdem Hermann Steur sich vor vier Jahren gegen den Kopp Verlag stellte, erhält er Drohungen – per Anruf, Mail oder Post. In einem offenen Brief fragte der Rottenburger Gemeinderat den Verlagschef Jochen Kopp damals, wie er zu über seinen Verlag verbreiteten Texten stehe. Eine Antwort von Jochen Kopp erhielt Steur auf den Brief nach eigenen Angaben nie – dafür ab dem nächsten Tag Drohungen. „Die sind eindeutig dem ganz rechten Spektrum zuzuordnen“, sagt der Rottenburger SPD-Fraktionschef heute. „Es geht nur darum, deutlich zu machen: Wenn wir an der Macht sind, dann werdet ihr die Quittung bekommen.“
Kopp Verlag spricht politische Milieus am rechten Rand bewusst an. Der Jenaer Rechtsextremismus-Forscher Matthias Quent ist davon überzeugt, dass der Verlag bewusst politische Milieus am rechten Rand anspricht. „Der Kopp Verlag ist eine Herausforderung für eine offene Demokratie, weil er die Grundsäulen dessen infrage stellt, worauf eine aufgeklärte Gesellschaft beruht. Die Wissenschaft, die Fakten, die Sachorientierung. All das zählt nicht.“ Die Themen des schwäbischen Kopp Verlags sind vielfältig. So bespielt er Themen wie Gesundheit und alternative Medizin, Finanzen oder Politik. Auch für die sogenannte Prepper-Szene hat er einiges zu bieten. Neben Büchern zu Selbstversorgung und Überleben in Krisen-Zeiten verkauft er aktuell zum Beispiel eine Pfefferspray-Pistole „als Abwehrmittel“, einen taktischen Kugelschreiber als „Notwehr-Tool“ oder einen „Lichtbogenanzünder mit Taschenlampe.“

via swr: Der Kopp Verlag in Rottenburg – Hetze, Angst, Verschwörungsmythen

Guerilla-Plakate in Dortmund : „Was homosexuelle Spieler unter der Dusche machen?“

Schon im Mai gab es in Dortmund Plakate gegen Rechtsextremismus, die aussahen, als kämen sie vom BVB. Doch der Klub war daran nicht beteiligt. Nun tauchen neue Plakate auf. Die Borussia reagiert schnell. Es war am 11. Mai, als im Dortmunder Stadtgebiet auf einmal Plakate auftauchten. „Lieber die Meisterschaft an Bayern verlieren als Dorstfeld an die Nazis“, stand auf einem. Angeblich stammten diese Worte von Mario Götze. Auch ähnliche Zitate, die sich gegen Rechtsextreme richteten, von Marco Reus, Łukasz Piszczek und Lucien Favre waren zu lesen. Die Plakate am Tag des Spiels Dortmund gegen Düsseldorf trugen seinerzeit die Logos des Familienministeriums, von Exit Deutschland, einer Initiative für Aussteiger aus der rechten Szene, sowie des BVB, dazu waren sie in den Vereinsfarben Schwarz und Gelb gehalten. Erst beim genauen Hinsehen fielen einige Unstimmigkeiten auf. Die vermeintlichen Urheber erklärten schnell, dass sie mit der Aktion nichts zu tun hätten. An diesem Samstag spielte die Borussia wieder gegen Düsseldorf (5:0) – und am Morgen hingen abermals Plakate in Dortmund. Diesmal richten sie sich gegen Homophobie. Unter anderem ist der Spruch „Was homosexuelle Spieler unter der Duschen machen? Duschen.“ zu lesen. Das Motto aller Aushänge ist: „JEDE LIEBE ist Echte Liebe“ und bezieht sich auf den Marketingslogan der Borussia, der „Echte Liebe“ heißt.

via faz: Guerilla-Plakate in Dortmund : „Was homosexuelle Spieler unter der Dusche machen?“

siehe auch: Guerilla-Plakate gegen Homophobie: BVB unterstützt Botschaft „voll und ganz“. Im Mai waren in der Dortmunder City Guerilla-Plakate gegen Rechtsextremismus aufgetaucht. Jetzt gibt es eine Aktion gegen Homophobie – der BVB unterstützt die Botschaft „voll und ganz“.