Sturzbetrunken zu Hitlers Geburtstag

Mehr als 1.000 Neonazis kamen am Wochenende für ein Festival ins sächsische Ostritz. Doch deutlich mehr Menschen protestierten dagegen. Was den Ostritzern in Erinnerung bleiben wird, ist das bunte Fest, das am Wochenende in ihrer Innenstadt stattfand. Ein Friedensfest auf dem Marktplatz und ein antifaschistisches Musikfestival belebten den idyllischen Ort an der polnischen Grenze. Der Anlass war weniger erfreulich: Zu Hitlers Geburtstag waren über tausend Neonazis für das Festival „Schild und Schwert“ in die sächsische Kleinstadt gekommen. Vom Bahnhof über die kleine Fußgängerbrücke über den Grenzfluss Neiße kamen sie im Halbstundentakt: Neonazis in szenetypischer Kleidung, aggressiv, grölend, manche zeigten den Hitlergruß. Nach 100 Metern waren sie am Hotel Neißeblick angekommen, einem in die Jahre gekommenen Komplex, der dem hessischen Kommunalpolitiker und Ex-Republikaner Hans-Peter Fischer gehört. Der Presse war der Zugang untersagt, Ordner in ­T-Shirts mit der Aufschrift „Arische Bruderschaft“ öffneten für Anreisende kurz den mit NPD-Bannern verhängten Zaun des festungsartigen Geländes. Unter der Aufschrift prangte das Wappen einer SS-Division; nach fast 20 Stunden schritt die Polizei am Samstag ein und beschlagnahmte die Shirts. In einer Wellblechhalle traten Redner der Parteien NPD und Die Rechte sowie Bands wie Die Lunikoff Verschwörung, Kategorie C oder Oidoxie auf, viele von ihnen aus dem Umfeld des neonazistischen Netzwerks Blood & Honour. In den umliegenden Hallen wurden rechte Tattoos gestochen und in einem Freefight-Wettbewerb die brutalsten Schläger prämiert. (…) Da auf dem Gelände Alkohol verboten war, mussten sich die Neonazis ihren Weg zum Supermarkt bahnen. Sturzbetrunken torkelten sie zurück, manche konnten sich ohne Hilfe nicht mehr auf den Beinen halten.

via taz: Sturzbetrunken zu Hitlers Geburtstag

Neue rechte Gruppe will im Mai in Essen-Steele marschieren

Die dubiose Gruppe „Besorgte Eltern gegen Gewalt“ hat für Sonntag, 6. Mai, eine Kundgebung auf dem Dreiringplatz in Essen-Steele angemeldet. Mancher Anwohner in Steele hat sich in den vergangenen Tagen über einen Faltzettel gewundert, der sich in vielen Briefkästen des Stadtteils gefunden hat. Eine stilisierte Deutschlandflagge ist darauf zu sehen, der Schatten einer vierköpfigen Familie – und der Aufruf zu einer Demonstration, die am 6. Mai auf dem Dreiringplatz stattfinden soll: „Besorgte Eltern stehen auf gegen Gewalt“ ist darauf zu lesen, ein Hinweis auf den Veranstalter fehlt jedoch. Beim näheren Hinsehen zeigt sich jedoch: Die Veranstalter sympathisieren offenkundig mit der rechtsextremen Szene. Der Aufruf erinnert an die Gruppierung „Mütter gegen Gewalt“, die bereits im März zu einer Demo in Bottrop aufrief und dabei nicht zuletzt aus rechtsextremen Kreisen viel Zuspruch genoss. Inzwischen haben sich die Organisatoren der damaligen Demo offenbar zerstritten: „Es hat im Orga-Team geknallt“, räumt eine Mitorganisatorin mit dem Pseudonym „Mona Maja“ in einem Video ein, das sie in der neuen Facebook-Gruppe „Mütter gegen Gewalt – das Original“ eingestellt hat. Dort wird eine Demonstration in Zusammenarbeit mit der islamfeindlichen Organisation Pegida NRW am 5. Mai in Duisburg beworben. Facebook-Gruppe hat sich umgetauf Die alte Facebook-Gruppe „Mütter gegen Gewalt“ hat sich inzwischen umgetauft in „Eltern gegen Gewalt“, dementsprechend bewerben die Administratoren wiederum die Steeler Demo. Auf der Facebook-Seite beschreiben sich die Betreiber als „ein paar besorgte Mütter und Väter aus dem Ruhrgebiet, die die Nase voll haben“ und die „keiner Partei oder Gruppierung angehören“. Allerdings outet sich eine der Administratorinnen auf ihrem Profil als Fan der rechtsextremistischen Band „Kategorie C“. Zudem bewerben sie ihre Demo mit einem Video auf Youtube über den Kanal „GermanDefence 24“: Der Name des Kanals erinnert an die rechtsextreme und islamfeindliche Gruppierung „German Defence League.“ Max Adelmann vom antirassistischen Bündnis „Essen stellt sich quer“ sieht in diesem Kanal zudem „den Haus- und Hofkanal von Pegida NRW“.

via der westen; Neue rechte Gruppe will im Mai in Essen-Steele marschieren

Landratswahlen in Brandenburg: Der Verlierer heißt AfD

In 6 der 14 Landkreise wurde am Sonntag ein neuer Verwaltungschef gewählt. Stimmberechtigt war jeder vierte Brandenburger ab 16 Jahren – rund 635.000 Bürger. Bisher hatten SPD und CDU in jeweils drei Kreisen den Landrat gestellt. Nun wollte die AfD erstmals in Deutschland das Amt eines Kreischefs erobern. Bei der Bundestagswahl im Herbst wurde sie in zwei Lausitz-Kreisen stärkste Partei. Jetzt scheiterte sie. ► CDU-Landra  Siegurd Heinze siegte im ersten Durchgang mit 56, 3 Prozent in Oberspreewald-Lausitz. AfD-Mann Sven Schröder blamierte sich mit 23, 8%. ► Noch schlechter schnitt AfD-Kandidat Peter Drenske im Elbe-Elster-Kreis ab: Magere 18,4 %. Wieder gewählt wurde Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) mit 52,1%. ► Auch in der SPD-Hochburg Uckermark wurde die CDU mit Karina Doerk stärkste Kraft (47,7%).

via bz berlin: Landratswahlen in Brandenburg: Der Verlierer heißt AfD

Radfahrer mit Eisenstangen attackiert – #schauhin #kaltland #schläger

Jugendliche Radfahrer sind auf einem Feldweg in der Altau von drei Männern mit Eisenstangen attackiert und teilweise schwer verletzt worden. Wie erst am Sonntag bekannt wurde, ereignete sich der schreckliche Vorfall bereits am Freitagnachmittag. Die Polizei spricht davon, dass eine „fremdenfeindliche Motivation für den Angriff nicht ausgeschlossen werden kann.“ Dies sei auf die Aussage eines der mutmaßlichen Täter zurück zu führen.
Wie die Polizei in einer Pressemitteilung schreibt, fuhren die fünf jungen Leute (17 bis 20 Jahre alt) gegen 16.30 Uhr mit ihren Fahrrädern auf einem Feldweg von Viernheim in Richtung Weinheim. Auf Höhe eines Reiterhofs überholte ein Rollerfahrer die Männer und beschimpfte diese. Im weiteren Verlauf, auf Höhe des Segelflugplatzes Weinheim, überholte sie dann ein Audi Q7 und hielt am Feldesrand an, heißt es weiter. Unvermittelt stiegen drei Männer aus und schlugen mit Eisenstangen auf die Radfahrer ein, auch als diese bereits zu Boden gegangen waren. Einem 20-jährigen Radfahrer wurde durch den Angriff offenbar der Arm gebrochen. Es gelang den Radfahrern den Angreifern die Eisenstangen wegzunehmen, worauf diese in ihr Fahrzeug stiegen und flüchteten. Der 20-Jährige und ein weiterer 19-jähriger Radfahrer mussten mit Rettungswagen in einen Krankenhaus gebracht werden.

via wnoz: Radfahrer mit Eisenstangen attackiert

siehe auch: Radfahrer mit Eisenstangen angegriffen. Polizei will einen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat nicht ausschließen. Fünf Männer im Alter zwischen 17 und 20 Jahren wurden am Freitagnachmittag beim Segelflugplatz Weinheim mit Eisenstangen angegriffen. (…) Der 20-jährige und ein weiterer 19-jähriger Radfahrer mussten mit Rettungswägen in einen Krankenhaus verbracht werden. Aufgrund des Kennzeichens des Audis wurde die Halteranschrift ermittelt und dort wurden drei Tatverdächtige vorläufig festgenommen. Dabei habe sich ein 51 Jahre alter Tatverdächtiger der Polizei widersetzt. Die Ermittlungen in dieser Sache dauern an, eine fremdenfeindliche Motivation für den Angriff auf die Radfahrer kann nicht ausgeschlossen werden, so die Polizei;

YouTube schaltet weiterhin Werbung vor extremistischen Inhalten

YouTube schaltet weiterhin Werbung vor extremistischen Inhalten. Die Videoplattform bekommt ihr Werbeproblem nicht unter Kontrolle: Immer noch erscheinen Anzeigen seriöser Unternehmen wie Adidas, Amazon und Netflix vor Clips mit rassistischem oder antisemitischem Inhalt. Googles Videoplattform YouTube platziert nach wie vor Online-Werbung seriöser Unternehmen und Non-Profit-Organisationen sowie staatlicher Institutionen vor rassistischen, extremistischen und antisemitischen Inhalten. CNN berichtet von mehr als 300 Werbekunden – darunter Adidas, Facebook, Amazon, Hilton, LinkedIn, Cisco, Mozilla und Netflix, das US-Department of Transportation und das Centers for Disease Control and Prevention –, deren Anzeigenvideos betroffen sein sollen. Die Videos dienten auf diesem Weg ungewollt als Vorspann für Channels von Neonazis, Verschwörungstheoretikern, White-Supremacy-Rassisten und Pädophilen sowie für nordkoreanische Propaganda. Auch Werbung der New York Times und der Washington Post sollen auf Channels mit politisch extrem rechts verorteten und verschwörungstheoretischen Inhalten erschienen sein. Werbung für mehr Diversität vor einem Rassisten-Video So berichtet CNN etwa von Werbung für das Filmstudio 20th Century Fox Film, die auf dem Channel des amerikanischen Neonazis Brian Ruhe erschien. In anderen Fällen lief auf diesem Channel Werbung für zwei jüdische Non-Profit-Organisationen vor einem Video, in dem sich David Duke, ein militanter Neonazi und Ku-Klux-Klan-Aktivist, über “jüdische Weltherrschaft” und genetische Unterschiede zwischen Schwarzen und Weißen ausließ. Vor demselben Video erschien außerdem eine gemeinsame Werbung von Nissan und Disney, die Diversität im Filmgeschäft thematisierte und schwarze Personen zeigte. Auf Nachfrage von CNN teilte Nissan mit, man stoppe mit sofortiger Wirkung jede Werbung auf YouTube, bis der Vorfall geklärt sei. Ähnlich verstimmt reagierten auch andere Unternehmen, nachdem CNN sie auf die Vorfälle aufmerksam gemacht hatte

via heise: YouTube schaltet weiterhin Werbung vor extremistischen Inhalten

siehe auch: Exclusive: YouTube ran ads from hundreds of brands on extremist channels. Ads from over 300 companies and organizations — including tech giants, major retailers, newspapers and government agencies — ran on YouTube channels promoting white nationalists, Nazis, pedophilia, conspiracy theories and North Korean propaganda, a CNN investigation has found. Companies such as Adidas (ADDDF), Amazon (AMZN), Cisco (CSCO), Facebook (FB), Hershey (HSY), Hilton (HLT), LinkedIn, Mozilla, Netflix (NFLX), Nordstrom (JWN) and Under Armour (UA) may have unknowingly helped finance some of these channels via the advertisements they paid for on Google-owned YouTube (GOOGL). US tax dollars may have gone to the channels, too. Ads from five US government agencies, such as the Department of Transportation and Centers for Disease Control, appeared on the channels. Many of the companies that responded to CNN said they were unaware their ads had been placed on these channels and were investigating how they ended up there. (Fuller responses from these companies are collected at the bottom of this article.)

When we can’t agree to fight against neo-Nazis, we’ve reached a new low

For anyone wondering about the state of American politics in 2018: A U.S. congressman was just publicly accused of spreading Russian propaganda and “holding Putin’s dirty laundry.” The congressman’s crime? Trying to prevent American weapons from going to neo-Nazis.  Late last month, Congress authorized a massive aid package to Ukraine. The package contained a provision whose inclusion was supported by Rep. Ro Khanna (D-Calif.). The provision bars U.S. aid from going to the 3,000-strong Azov Battalion, a unit of the Ukrainian National Guard with a heavy neo-Nazi contingent and a long record of horrific human rights abuses, according to the United Nations and Human Rights Watch. In response, Hill contributor Kristofer Harrison published an essay denying the neo-Nazi elements of Azov and accusing Khanna of being a Russian stooge. Harrison provided no evidence to support his smear, but he didn’t need any — he simply accused Khanna of being in league with Vladimir Putin and, apparently, that was enough. This story of a congressman openly attacked for the sin of refusing to arm white supremacists serves as a dire warning about not only anti-Semitism but the danger of stifling debate and allowing baseless accusations in the media.

First, a bit of context. This isn’t Harrison’s first time defending neo-Nazis: he’s gone to bat for the Azov Battalion in HuffPost in 2015, in The Hill in 2017, and now in The Hill once again. Each time, Harrison employs the same uncomplicated Orwellian logic: a) Azov is not neo-Nazi; b) Azov has been smeared by Russian propaganda; c) anyone who disagrees is a Kremlin puppet.  I’m not going to waste time here proving Azov’s neo-Nazi nature, because I’ve already done so in an exhaustive rebuttal to Harrison’s 2017 essay. Anyone who doubts whether or not a battalion whose leader once stated that Ukraine’s mission is to “lead the White Races of the world in a final crusade for their survival … against the Semite-led Untermenschen” is neo-Nazi can read the piece and decide for themselves. Azov’s neo-Nazi contingent has been confirmed by The New York Times, the Daily Beast, USA Today, Foreign Policy, The Guardian, the BBC, Reuters and the Simon Wiesenthal Center. Indeed, even the Atlantic Council’s John Herbst — a staunch Ukraine supporter who has championed arming Kiev — does not defend Azov, insisting only that U.S. arms will not reach the battalion. Harrison’s zeal takes him into territory where most prominent Ukraine supporters fear to tread.  And therein lies the problem. By this point, Harrison’s it’s-all-Kremlin-lies defense is so repetitive that arguing with him over whether Azov involves neo-Nazis is beginning to feel like arguing with someone over whether the Holocaust involved Third Reich Nazis. Verifiable proof from established Western outlets means nothing if the other side insists that it’s all a conspiracy.  But in the end, this isn’t about Harrison, or Khanna, or even Azov. It’s about something far more ominous: a media climate that enables a commentator to repeatedly publish the type of material one usually finds on anti-Semitic websites or conspiracy blogs.  Take a moment to recall today’s terrifying surge of global anti-Semitism. Last August, neo-Nazis marching in Charlottesville chanted “Jews Won’t Replace Us” and killed a protester. Last November, 60,000 marched in Warsaw to chants of “Pure Blood.” Last week exposed anti-Semitism in the United Kingdom’s Labour Party and the gruesome murder of a Holocaust survivor in Paris. Yet despite all this, despite two years of racism, anti-Semitism, Holocaust denial, threats to Jewish journalists and desecration of Jewish cemeteries and Holocaust museums, a man was allowed to openly whitewash neo-Nazis and baselessly smear the reputation of a U.S. lawmaker for daring to stand up to white supremacy. And he was able to do so in a prestigious publication, The Hill.

via thehill: When we can’t agree to fight against neo-Nazis, we’ve reached a new low

Cambridge Analytica Had Exclusive Rights to Breitbart Data, Says Ex-Director

A former Cambridge Analytica director has claimed that the company had exclusive access to Breitbart’s engagement data. Breitbart, the far-right news outlet formerly run by top Trump adviser Steve Bannon, allegedly gave exclusive access to Cambridge Analytica to resell data about what its users were reading. Brittany Kaiser, former director of program development at Cambridge Analytica, gave evidence to a British parliament committee about the arrangement during a hearing Tuesday. (…) This meant that we had at least some access to what tens of millions of Americans were reading on Breitbart, and could feed this data into our campaign models to help predict resonant issues—and to influence behavior.

via daily beast: Cambridge Analytica Had Exclusive Rights to Breitbart Data, Says Ex-Director

siehe auch: Turning back to Kaiser’s written statement (pdf), she also says Cambridge Analytica had a special relationship with Breitbart, the rightwing website. She says: In reviewing the events around the Brexit campaign, I was recently reminded of the fact that the Breitbart media platform had a UK channel, “Breitbart London”, in which UKIP-linked figures played key roles. One of Cambridge Analytica’s competitive advantages in the US marketplace in 2016, and a key part of our pitch to Republican clients, was that we had secured exclusive rights to resell Breitbart engagement data. This meant that we had at least some access to what tens of millions of Americans were reading on Breitbart, and could feed this data into our campaign models to help predict resonant issues – and to influence behaviour. Breitbart became one of the biggest media platforms in the US in 2016, and its stories often went viral on Facebook.

Written testimony to the Fake News Inquiry – Brittany Kaiser (PDF)

Fremdenfeindlicher Hintergrund? Schlagstock-Angriff auf Deutsch-Nigerianer – #schauhin #kaltland #schläger #kartoffelfäule

Streit um Parkplatz eskaliert im Landkreis Sonneberg – Deutscher geht mit Schlagstock auf Deutsch-Nigerianer los. Im Streit um einen Parkplatz ist ein 55 Jahre alter Mann in Neuhaus am Rennweg im Thüringer Wald nach Polizeiangaben mit einem Schlagstock auf seinen Nachbarn losgegangen. Zunächst habe er am Donnerstagnachmittag den 34 Jahre alten deutsch-nigerianischen Anwohner beleidigt und bedroht, teilte die Polizei am Freitag mit. 55-Jähriger geht mit Schlagstock auf Nachbarn los Als der Nachbar gegen 17.30 Uhr die Pöbeleien ignorierend ins Wohnhaus an der Festeburgstraße gehen wollte, sei der 55-jährige Deutsche mit einem Teleskopschlagstock auf ihn losgegangen. In der Auseinandersetzung gelang es dem jüngeren Mann, seinem betrunkenen Nachbarn (2,19 Promille) den Schlagstock wegzunehmen. Beide Männer seien dabei leicht verletzt worden, heißt es bei der Polizei. Der 55-Jährige hat es nun mit Anzeigen unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung zu tun. Auch einen rassistischen Hintergrund schließt die Polizei nicht aus.

via thüringen24: Fremdenfeindlicher Hintergrund? Schlagstock-Angriff auf Deutsch-Nigerianer

siehe auch: Mit Schlagstock auf Nachbar losgegangen. Am Donnerstag gegen 17:30 Uhr soll in der Festeburgstraße ein Streit um einen Parkplatz zwischen einem 55-Jährigen (deutsch) und einem 34-Jährigen (nigerianisch, deutsch) eskaliert sein. Zuvor war der 34-Jährige von dem Älteren beleidigt und bedroht worden. Als dies von dem 34-Jährigen nicht kommentiert wurde und er sich zum Wohnhaus begab, sei der 55-Jährige mit einem Teleskopschlagstock auf den Jüngeren losgegangen. Bei dem folgenden Handgemenge wurden beide Beteiligte verletzt. Dem 34-Jährigen gelang es dann, dem stark alkoholisierten 55-Jährigen den Schlagstock wegzunehmen. Das Tatmittel wurde von den alarmierten Polizisten sichergestellt. Bei dem 55-Jährigen wurde eine Atemalkoholwert von 2,19 Promille ermittelt. Gegen ihn wurden mehrere Anzeigen unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, der Bedrohung und Beleidigung erstattet.

Ja, das sind Bilder aus einer #AfD – #Whatsapp -Gruppe – Einblicke in eine sehr eigene Welt

Über Wochen verfolgte der stern eine Whatsapp-Gruppe von AfD-Funktionären und -Mitgliedern. So geht’s zu in der Welt der Partei.  Sie sorgen sich um die Sicherheit von Frauen und Mädchen. Sie posten rassistische Hetzvideos mit Hunden. Sie bangen um den Diesel. Sie fordern Belege dafür, dass Jens R., der psychisch kranke Attentäter von Münster, “deutschen Blutes ist”. Und sie stellen fest, dass es solche Attentate nicht gegeben habe, “bis Merkel kam”. Ab und zu zoffen sie sich, aber meistens sind sie einig. Knapp 80 Männer und Frauen tauschen sich in der Whatsapp-Gruppe “Integrativ-Konservativ” aus. Die meisten sind Lokal- und Landespolitiker der AfD, einer sitzt im Bundestag. Ein Mitglied des AfD-Bundesvorstands ist auch dabei. Sie sind die Menschen, deren Stimmen der Gesundheitsminister Jens Spahn im Kopf haben dürfte, wenn er sich um “Recht und Ordnung” (“Bild”-Zeitung) in Deutschland sorgt. Der stern konnte der Whatsapp-Gruppe mehrere Wochen folgen. Konnte insgesamt 3060 Beiträge lesen, 219 Fotos anschauen und 34 Filmchen. Es öffnete sich so etwas wie der Bauch der AfD, das Innere einer Bewegung. Alles ist erlaubt Viele AfD-Politiker und große Teile ihrer Anhänger eint, dass sie Zeitungen, Radio- und Fernsehsendern nicht mehr trauen. Sie glauben nicht, dass ihnen die etablierten Medien die Welt so zeigen, wie sie ist. Im Bundestag baut die AfD gerade eine eigene PR-Einheit auf, die sie Newsroom nennt und die wohl ein Gegengewicht werden soll zu den angeblichen “Fake News” der angeblich regierungstreuen Presse. Die Anhänger der Partei aber haben längst eine eigene Gegenöffentlichkeit etabliert – erst auf Facebook, verstärkt nun in Whatsapp-Gruppen. Am 2. März 2018 um 8.44 Uhr postet die 65-jährige Brigitte D. aus Nordrhein-Westfalen ein Video. Vor einem Jahr hat sie in einem Interview gesagt: “Ich habe nichts gegen Ausländer.” In ihrem Video ist nun ein Hund zu sehen und wie sein Herrchen ihm ein Leckerli hinhält. “Vom Türken”, sagt das Herrchen. Der Hund weicht zurück. “Vom Deutschen”, sagt das Herrchen danach. Jetzt frisst der Hund aus der Hand. “Der Hund hat noch Ehre”, lautet der erste Kommentar in der Whatsapp-Gruppe.

via stern: Ja, das sind Bilder aus einer AfD-Whatsapp-Gruppe – Einblicke in eine sehr eigene Welt

D: Verbände schalten Anzeige gegen AfD-Anfrage

Die Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion zum Thema Behinderung hat viel Kritik ausgelöst. Nun haben sich die Caritas und weitere Hilfsorganisationen mit einem Aufruf an die Bevölkerung gewandt. Die umstrittene Anfrage der AfD zu Schwerbehinderten sorgt weiter für Wirbel. Der Vorgang erinnere „an die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte“, heißt es in einer halbseitigen Anzeige von rund 20 Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Darin rufen sie die Bevölkerung auf, „wachsam zu sein und sich entschlossen gegen diese unerträgliche Menschen- und Lebensfeindlichkeit zu stellen“. Die Anzeige ist unter anderem unterzeichnet von der Behindertenhilfe der Caritas, der evangelischen Behindertenhilfe, der Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, der Aids-Hilfe und dem paritätischen Gesamtverband. In der Anfrage an die Bundesregierung wollten die AfD-Abgeordneten unter anderem wissen, wie viele der durch Heirat in der Familie entstandenen Behinderungen einen Migrationshintergrund haben. Eine weitere Frage lautete, wie viele der in der Bundesrepublik lebenden Schwerbehinderten keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. In der Anzeige heißt es dazu: „Die Fraktion der AfD erkundigt sich vordergründig nach der Zahl behinderter Menschen in Deutschland, suggeriert dabei jedoch in bösartiger Weise einen abwegigen Zusammenhang von Inzucht, behinderten Kindern und Migrantinnen und Migranten.“ Die Unterzeichner seien entsetzt. Zudem werde eine Haltung vermittelt, wonach Behinderung ein „zu vermeidendes Übel“ ist. Die Annonce trägt den Titel „Es geht uns alle an: Wachsam sein für Menschlichkeit“. Zuvor hatten auch der Deutsche Ethikrat und die Spitzenvertreter der Kirchen, Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, die Mitte April bekanntgewordene Anfrage der Oppositionspartei kritisiert. Es sei unerträglich, wie ein Zusammenhang zwischen Migration, Behinderung und Inzest geschaffen werde, sagte Marx.

via vatikan news: D: Verbände schalten Anzeige gegen AfD-Anfrage

siehe auch: Sozialverbände protestieren mit Zeitungsanzeige gegen AfD. Beispielloser Schulterschluss gegen die AfD: Sozialverbände aus ganz Deutschland haben gegen eine Anfrage von AfD-Bundestagsabgeordneten protestiert, in der eine Verbindung zwischen Behinderung, Inzest und Migration hergestellt wird . „Wir rufen die Bevölkerung auf, wachsam zu sein und sich entschlossen gegen diese unerträgliche Menschen- und Lebensfeindlichkeit zu stellen“, heißt es in einer Anzeige von 18 Organisationen, die am Sonntag in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ erschien. (…) Die Anfrage erinnere damit „an die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte, in denen Menschen mit Behinderung das Lebensrecht aberkannt wurde und die zu Hunderttausenden Opfer des Nationalsozialismus wurden“. Zu den Unterzeichnern zählen neben den großen Sozialverbänden auch zahlreiche Behindertenorganisationen, verantwortlich zeichnet der Paritätische Gesamtverband.