Landtagsabgeordnete Doreen Voigt tritt aus BSW aus

Die Landtagsabgeordnete Doreen Voigt hat die sächsische BSW-Fraktion verlassen. Wie die Partei mitteilte, will die Leipzigerin ihr Mandat fraktionslos fortführen. Voigt habe unter anderem den Schritt mit fehlender Abgrenzung ihrer Fraktion zur AfD begründet. Sie sehe sich zu allererst als Mensch, sagte Voigt MDR SACHSEN. “Ich bin angetreten, um die AfD zu verhindern.” Das BSW habe sich zwar zuletzt von der Partei distanziert. Das reiche ihr aber nicht aus. Abstimmungen zusammen mit der AfD seien ihr persönlich schwer gefallen, schilderte Voigt. Sie wolle nach Ablauf der Legislatur gesichtswahrend in den normalen Alltag zurückkehren, begründete sie ihre Entscheidung. Voigt betonte gleichzeitig, dass sie eine Sonderrolle in der Fraktion inne hatte. So sei sie als Parteilose in diese eingetreten, weil ihre Expertise als Sozialpädagogin gefragt gewesen sei. Parteimitglied sei sie nie geworden

via mdr: Landtagsabgeordnete Doreen Voigt tritt aus BSW aus

Bei drastischen Eingriffen in Bildungspolitik: Prien droht AfD mit Klagen und Rückforderung von Bundesgeld

Die AfD will in Sachsen-Anhalt die Bildungspolitik grundlegend ändern. Bildungsministerin Prien warnt vor drastischen Eingriffen – und droht der Partei mit juristischen und finanziellen Konsequenzen. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) droht einer möglichen AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt im Fall von drastischen Änderungen in der Bildungspolitik mit juristischen Schritten und der Rückforderung von Bundesmitteln. „Sollte das Grundgesetz verletzt werden, etwa das Gebot der Gleichbehandlung, könnte der Bund über Verfassungsklagen einschreiten“, sagte Prien dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
“Wenn sich eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt zu weit von einem Grundkonsens in der Bildungspolitik entfernen sollte, würde sie riskieren, dass die Schulabschlüsse im übrigen Bundesgebiet nicht mehr anerkannt werden.” Der Bund habe zudem finanzielle Hebel: „Es gibt eine Reihe von Bundesprogrammen zur Unterstützung der Länder in der Bildung. Hält sich ein Land nicht an die vereinbarten Zwecke, kann der Bund die Mittel zurückfordern und das im Zweifel mit Klagen durchsetzen“, betonte die Ministerin. Prien warnte auch vor Folgen für die Anerkennung des Abiturs oder anderer Bildungsabschlüsse aus Sachsen-Anhalt in den übrigen Bundesländern, falls eine AfD-Landesregierung Lehrpläne drastisch ändern sollte. Weil Bildung Ländersache sei, könne eine Landesregierung über Strukturen und Lehrpläne selbst bestimmen. „Das hat aber Grenzen“, betonte sie „Wenn sich eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt zu weit von einem Grundkonsens in der Bildungspolitik entfernen sollte, würde sie riskieren, dass die Schulabschlüsse im übrigen Bundesgebiet nicht mehr anerkannt werden“, sagte die Ministerin. „Das wird die Bildungsministerkonferenz sehr genau beobachten.“

via tagesspiegel: Bei drastischen Eingriffen in Bildungspolitik: Prien droht AfD mit Klagen und Rückforderung von Bundesgeld

AfD-naher Verein darf in Werk von VW-Tochter werben und Flugblätter verteilen

Der rechte Verein Zentrum hat sich ins Werk einer VW-Tochter eingeklagt. Die selbst ernannte »alternative Gewerkschaft« hat laut einem Gerichtsentscheid Rechte einer Arbeitnehmervertretung. Der gesellschaftliche Rechtsruck erfasst auch die Betriebe, vorangetrieben unter anderem durch den AfD-nahen Verein Zentrum. Der hat vor Gericht nun erstritten, in einem niedersächsischen Werk der VW-Tochter Group Services auch Rechte einer Arbeitnehmervertretung geltend machen zu können. Dieser Kernforderung des Vereins sei im Berufungsverfahren stattgegeben worden, sagte ein Sprecher des Landesarbeitsgerichts in Hannover. Mitglieder des Zentrums, die bei der VW-Tochter beschäftigt sind, dürfen nach der Entscheidung im und vor dem Betrieb werben, Flugblätter verteilen und versuchen, Mitglieder zu gewinnen. Die Forderung, dort auch Vertrauensleute zu wählen, wies das Gericht hingegen ab. Vertrauensleute sind ehrenamtliche Vertreter einer Gewerkschaft, die beim Austausch zwischen Belegschaft und Gewerkschaft helfen. Zentrum ist nicht tariffähig Der Verein Zentrum, der sich selbst als »alternative Gewerkschaft« bezeichnet, will bei VW Group Services am Standort Isenbüttel (Landkreis Gifhorn) aktiv werden und verlangt dafür Zugang zum Betrieb. Volkswagen verweigerte dies mit Verweis auf fehlende Tariffähigkeit. Daher könne sich der Verein auch nicht auf die gesetzlichen Sonderrechte einer Gewerkschaft berufen. In erster Instanz hatte das Arbeitsgericht Braunschweig die Klage abgewiesen.

via spiegel: AfD-naher Verein darf in Werk von VW-Tochter werben und Flugblätter verteilen

siehe auch: AfD-naher Arbeitnehmer-Verein erhält Zugang zu VW-Tochter, Die AfD-nahe Arbeitnehmerorganisation “Zentrum” hat gegen Volkswagen vor Gericht einen Teilerfolg erzielt. Die sechs Mitglieder des “Zentrums”, die bei der VW-Tochter Group Services in Isenbüttel (Landkreis Gifhorn) arbeiten, dürfen im und vor dem Betrieb Flugblätter verteilen und um neue Mitglieder werben. Das hat am Dienstag das Landesarbeitsgericht in Hannover in einer Berufungsverhandlung entschieden. Die Forderung, dort auch Vertrauensleute zu wählen, wies das Gericht hingegen ab. Volkswagen hatte dem Verein den Zugang zum Betrieb verweigert, dagegen klagte der Verein. In erster Instanz hatte das Arbeitsgericht in Braunschweig die Klage noch abgewiesen. “Zentrum” bezeichnete das Urteil als “wichtigen Erfolg”. Die Entscheidung werde respektiert, hieß es von VW Group Services. Beide Seiten wollen dennoch eine Revision prüfen.

Deutscher Buchhandlungspreis – Was Weimer reichte, um drei Buchläden auszuschließen

Eine Recherche enthüllt, auf welch dünner Grundlage der Kulturstaatsminister den Verfassungsschutz einschaltete. „Es gibt Bücher zu Feminismus und Queerness, Linker Theorie und deren Diskussion, sozialen Bewegungen, Nationalsozialismus und dessen Rezeption, marxistischer Theorie, Kritischer Theorie, Antirassismus und Migration […]“. „Laut der Webseite der Buchhandlung befinden sich im Sortiment u. a. ‚Bücher zu linker Politik, Jugendsubkulturen, Musik‘. Zudem befinden sich in der Rubrik ‚Links‘ u. a. Verlinkungen zur Antifa in Bremen.“, oder schlicht die Aussage, der „Buchladen habe eine offensichtliche politische Ausrichtung“.
Diese Informationsversatzstücke sollen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer im März 2026 ausgereicht haben, um beim Verfassungsschutz über die drei Buchhandlungen „Golden Shop“ (Bremen), „Zur schwankenden Weltkugel“ (Berlin) und „Buchladen Rote Straße“ (Göttingen) um Auskunft zu bitten, wie Dokumente zeigen, die t-online per Informationsfreiheitsgesetz erhielt. Die Recherche, die das Nachrichtenportal am Mittwoch veröffentlichte, stellen zudem infrage, ob Weimer die Öffentlichkeit zutreffend über den Ablauf informiert hat: Noch im Oktober 2025 empfahl die Fachabteilung laut t-online, sämtliche 118 von der Jury vorgeschlagenen Läden auszuzeichnen. Was über die drei Geschäfte in Göttingen, Bremen und Berlin festgehalten wurde, beschränkt sich laut t-online im Wesentlichen auf Angaben von deren Webseiten. Eigene Recherchen oder Begründungen für weitere Überprüfungen seien nicht dokumentiert. Die Korrespondenz mit dem Verfassungsschutz ist als Verschlusssache eingestuft.

via taz: Deutscher Buchhandlungspreis Was Weimer reichte, um drei Buchläden auszuschließen

siehe auch: Verfassungsschutz und Buchhandlungspreis Dokumente wecken Zweifel an Weimers Darstellung. Drei Preisträger des Deutschen Buchhandlungspreises strich Kulturstaatsminister Weimer von der Liste – wegen vermeintlich extremistischer Umtriebe. Dokumente zeigen, welche vagen Anhaltspunkte dafür ausreichten. Interne Dokumente des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) legen nahe, dass der Behörde vage Hinweise auf eine politische Ausrichtung von drei Buchläden ausreichten, um das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) einzuschalten. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer strich sie anschließend aufgrund “verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse” von der Liste der 118 Preisträger des Deutschen Buchhandlungspreises. t-online liegen die Dokumente durch das Informationsfreiheitsgesetz vor. Sie wecken auch Zweifel daran, ob Weimer die Öffentlichkeit korrekt über die Abläufe informierte. (…) In den Akten finden sich derlei Bedenken allerdings nicht, im Gegenteil: Den Dokumenten zufolge sah die Fachabteilung im Oktober 2025 zunächst vor, alle 118 von der Jury vorgeschlagenen Preisträger auszuzeichnen. “Es wird empfohlen, dem Votum der Jury zu folgen”, heißt es in einer Vorlage für die Hausleitung. “Alle empfohlenen Buchhandlungen erfüllen die Teilnahmebedingungen für eine Auszeichnung.” Von der von Weimer im “Zeit”-Interview bemühten Expertise seiner Fachabteilung zum Buchhandlungsmarkt findet sich in der Vorlage hingegen wenig. Sie enthält lediglich vage Hinweise auf eine politische Ausrichtung der drei Buchläden, die Weimer nach der Auskunft des Verfassungsschutzes schließlich von der Preisträgerliste streichen ließ. Zwei davon waren für die zweithöchste Förderkategorie in Höhe von 15.000 Euro vorgesehen, eine für die dritthöchste in Höhe von 7.500 Euro. Die offenbar entscheidenden Sätze So ist in einem Kurzportrait zum “Buchladen Rote Straße” in Göttingen lediglich die Eigendarstellung auf der Homepage wiedergegeben: “Es gibt Bücher zu Feminismus und Queerness, Linker Theorie und deren Diskussion, sozialen Bewegungen, Nationalsozialismus und dessen Rezeption, marxistischer Theorie, Kritischer Theorie, Antirassismus und Migration […]”. Zum “Golden Shop” in Bremen heißt es im Kurzportrait: “Laut der Webseite der Buchhandlung befinden sich im Sortiment u. a. ‘Bücher zu linker Politik, Jugendsubkulturen, Musik’. Zudem befinden sich in der Rubrik ‘Links’ u. a. Verlinkungen zur Antifa in Bremen.” Zum “Buchladen zur schwankenden Weltkugel” in Berlin heißt es lediglich, sie habe eine offensichtliche politische Ausrichtung. Offenbar reichten diese Minimalinformationen entscheidenden Stellen des Hauses aus, um den Verfassungsschutz einzuschalten. Hinweise auf eigene Recherchen gibt es jedenfalls in den Unterlagen nicht. Auch ist nicht aufgeführt, was Anlass zu weiteren Recherchen hätte geben sollen. Alle Unterlagen zur Kommunikation mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz sind als Verschlusssache eingestuft, um keine Rückschlüsse auf Erkenntnisse und Methoden des Nachrichtendiensts zu ermöglichen.

Ungleiche Förderung – Sprit wird billiger, Deutschlandticket teurer

Das Nahverkehrsabo kostet nächstes Jahr 66,80 Euro im Monat. Derweil steckt der Bund viel Geld in den Tankrabatt. Eine falsche Priorität, finden Verbände. 30.9.2026 16:31 Uhr teilen Schneller als ein Eilzug? Das Deutschlandticket wird schon zum dritten Mal in drei Jahren teurer Foto: Friso Gentsch/dpa Von Nanja Boenisch Der Preissprung war schon seit Monaten befürchtet worden, jetzt ist er besiegelt: Das Deutschlandticket soll ab dem 1. Januar 2027 nicht mehr 63,00 Euro, sondern 66,80 Euro pro Monat kosten. Das haben Ver­tre­te­r:in­nen der Bundesländer am Mittwochnachmittag bekanntgegeben. Das Deutschlandticket als Jobticket soll ab Januar demnach 63,46 Euro, das Semesterticket für Studierende 40,08 Euro im Monat kosten. Den neuen Preis hat die D-Tix-Gesellschaft berechnet, die seit der Einführung des Deutschlandtickets mit der Verteilung der Einnahmen aus dem Abo auf verschiedene Verkehrsverbünde betraut ist. Grundlage ist ein Kostenindex, in den unter anderem die Personal-, Energie- und Betriebskosten der Nahverkehrsbetreiber einfließen. Die Ver­kehrs­mi­nis­te­r:in­nen der Länder hatten sich Ende März auf die Formel geeinigt. Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), suchte nach dem Beschluss nach versöhnlichen Worten: „Wir haben Verständnis dafür, dass eine Preiserhöhung in Zeiten steigender Verbraucherpreise für manche Fahrgäste schmerzhaft ist.“ Die Kostensteigerungen träfen aber auch die Verkehrsunternehmen hart. „Sie können diese Mehrkosten nicht auffangen“, sagte Wortmann – vor allem, weil Bund und Länder ihre Zuschüsse zum Deutschlandticket seit dessen Einführung konstant bei insgesamt 3 Milliarden Euro hielten.

via taz: Ungleiche Förderung Sprit wird billiger, Deutschlandticket teurer

File:S-bahn 19-05-23 732.jpg
By Chris Light – Own work, CC BY-SA 4.0, Link

Nach Streit mit dem Vermieter: AfD muss ihre Zentrale in Berlin räumen – Mitarbeiter im Homeoffice – #KickThemOut

Nachdem ihr Vermieter ihr gekündigt hat, muss die AfD nun aus ihrer Bundesgeschäftsstelle in Berlin ausziehen. Wo sie künftig ihr Hauptquartier aufschlägt, bleibt aber ein Rätsel. Die Bundes-AfD hat ein Büro-Problem, Mitarbeiter müssen wegen der Räumung ihrer Bundesgeschäftsstelle nach Angaben aus der Partei zunächst aufs Homeoffice ausweichen. Bis zum 30. September muss die AfD nach einem Urteil des Berliner Landgerichts vom vergangenen Jahr einen großen Teil ihrer Bundesgeschäftsstelle im Bezirk Reinickendorf im Berliner Nordwesten räumen.  Die Suche nach einer neuen Immobilie dauere an, sagte ein Parteisprecher, der nach eigenen Angaben derzeit selbst von zu Hause aus arbeitet. Auch andere Mitarbeiter aus der bisherigen Bundesgeschäftsstelle sind nach Angaben aus Parteikreisen ins Homeoffice ausgewichen. (…) Zurzeit steht als Postadresse im Impressum auf der AfD-Webseite weiterhin „Eichhorster Weg 80, 13435 Berlin“. Die Partei sucht aber seit Langem einen neuen, repräsentativeren Sitz, möglichst zentral in Berlin. Das scheint sich jedoch schwierig zu gestalten, ähnlich wie die Suche nach Veranstaltungsräumen etwa für Parteitage.  Wiederholte Nachfragen bei der AfD zu einem möglichen neuen Quartier brachten in den vergangenen Monaten keine neuen Erkenntnisse. Über mögliche Objekte, die in der engeren Auswahl stehen, erteilt sie keine Auskünfte. Im Sommer hatte „Bild“ über eine angemietete Büroetage mit „Dutzenden Büros auf 1600 Quadratmetern“ in einem Gebäude am Köllnischen Park in Berlin-Mitte als „neue Verwaltungszentrale der Partei“ berichtet. Als Mieterin tritt demnach aber nicht die AfD, sondern eine Immobilientochter der Partei auf.

via tagesspiegel: Nach Streit mit dem Vermieter: AfD muss ihre Zentrale in Berlin räumen – Mitarbeiter im Homeoffice

Jurist wegen rechtsextremer Vergangenheit für Referendariat gesperrt – #KickHimOut

Wegen Zweifeln an der Verfassungstreue darf ein Jurist vom Referendariat ausgeschlossen werden. In der Vergangenheit soll er rechtsextremen Gruppen nahegestanden haben. In Sachsen-Anhalt hat das Oberverwaltungsgericht entschieden, dass ein Jurist mit einer mutmaßlich rechtsextremen Vergangenheit bei begründeten Zweifeln an der Verfassungstreue vom Referendariat ausgeschlossen werden kann. Der Mann scheiterte mit einer Beschwerde, die bereits das Verwaltungsgericht Halle zurückgewiesen hatte. Der Betroffene wurde im Jahr 2017 aus der Bundeswehr entlassen, weil er etwa an einem Treffen ehemaliger SS-Offiziere in Estland sowie an Veranstaltungen einer rechtsextremistischen Organisation teilgenommen haben soll. Er soll sich zudem antisemitisch und rassistisch geäußert haben, hieß es in dem Beschluss. Weiterhin sei er Funktionär einer Bestrebung gewesen, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wurde. Damit ist offenbar die ehemalige AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative gemeint. Laut dem Gericht hat das Bundesverwaltungsamt 2023 auch ein Waffenbesitzverbot für den Mann angeordnet. Die Behörde habe dies unter anderem mit der Annahme begründet, dass er Teil der Identitären Bewegung sei.

via zeit: Jurist wegen rechtsextremer Vergangenheit für Referendariat gesperrt