AfD-Anfrage: Wie viele Sinti und Roma leben in Sachsen?

Die Aufregung und Empörung über den Vorstoß des italienischen Innenministers Matteo Salvini von der rechtsextremen Lega Nord, eine Zählung von Sinti und Roma in seinem Land durchzuführen, ist immer noch enorm. Ähnliche Vorstöße gibt es auch in Deutschland – von der AfD. Am 13. Juni 2018 stellte der AfD-Landtagsabgeordnete Carsten Hütter eine kleine Anfrage an den sächsischen Landtag. Zum einen will Hütter wissen, wie viele Sinti und Roma seit 2010 in Sachsen leben, aufgeschlüsselt nach deutscher und anderer Staatsangehörigkeit – denn die deutschen Sinti und Roma seien nicht das Problem, wie es 2015 von der AfD Thüringen hieß. Über den Vorschlag, Sinti und Roma zählen zu lassen, hat Belltower.News bereits an anderer Stelle berichtet. Außerdem will Hütter unter anderem wissen, wie viele der Sinti und Roma Schüler*innen sind und ob die Schulpflicht hier eingehalten werde. Zu den gängigen Vorurteilen, denen sich Sinti und Roma bis heute ausgesetzt sehen, gehört eine scheinbare Bildungsferne. Im Nationalsozialismus durften Sinti und Roma keine Schulen besuchen – danach hatten viele Eltern der Minderheit emotionale Probleme damit, ihr Kinder in Schulen zu schicken, in denen die gleichen rassistischen Lehrer*innen weiter unterrichten durften. Wie eine Studie von 2016 herausstellte, sind Schulen für Sinti- und Roma-Kinder in Deutschland nach wie vor keine sicheren Orte. Die Schule ist oft der erste Ort, an dem die Kinder der Sinti und Roma mit Vorurteilen konfrontiert werden. Darüber hinaus möchte Hütter von der Landesregierung noch Informationen zur Wohnsituation und Sozialleistungen erhalten. Allerdings dürften seine Aussichten auf Antworten ziemlich erfolglos sein, schließlich werden in Deutschland keine Ethnien gezählt. Dementsprechend kann die Landesregierung hier gar keine Antworten liefern, weil es schlicht keine Zahlen zu gibt – und das ist auch gut so. Etwas besser kennt sich da der Rechtsaußen-AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider aus. Auch er wollte vergangenes Jahr etwas über Sinti und Roma wissen, um diese weiter zu stigmatisieren. Der Abgeordnete in Sachsen-Anhalt wollte von der Landesregierung wissen, wie viele Sinti und Roma in seinem Bundesland leben. „Sollte die Zugehörigkeit zur Volksgruppe der Sinti und Roma nicht erfasst werden, frage ich, wie viele bulgarische und rumänische Staatsangehörige insgesamt im Land Sachsen-Anhalt leben“, ist in seiner Anfrage zu lesen.

via belltower: AfD-Anfrage: Wie viele Sinti und Roma leben in Sachsen?

Prozess nach Explosion auf S-Bahnhof: Anklage wegen versuchten Mordes – #schauhin #terror

Bei der Explosion flogen Schrauben über den Veddeler Bahnsteig, ein Feuerball verfehlte einen Mann nur knapp. Ein halbes Jahr nach der Explosion auf dem S-Bahnhof Hamburg-Veddel muss sich ein 52-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Der Angeklagte soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft am 17. Dezember eine Plastiktüte mit 73 Montageschrauben und zwei pyrotechnischen Sprengkörpern unter einer Sitzreihe auf dem Bahnsteig abgestellt haben. Als eine S-Bahn einfuhr und zahlreiche Fahrgäste an jenem Adventsabend ausstiegen, soll der 52-Jährige einen der Böller gezündet haben. Den Angaben zufolge entstand eine zwei Meter hohe Stichflamme, während die Schrauben aufgrund der Druckwelle wie Geschosse in einem Umkreis von vier Metern umherflogen und die Scheibe eines Windschutzes zersplittern ließen. Der Feuerball habe einen Passanten nur knapp verfehlt. Ein Fahrgast im Türbereich der S-Bahn erlitt ein Knalltrauma. Mann wegen Hitler-Kritik totgeschlagen Einen Tag nach der Explosion nahm die Polizei den 52-Jährigen fest. Ein bürgernaher Beamter habe ihn anhand von Aufnahmen aus einer Überwachungskamera in der Nähe des Harburger Polizeikommissariats wiedererkannt, hieß es. Das Amtsgericht erließ Haftbefehl. Die Staatsanwaltschaft bestätigte damals Berichte, wonach der Mann ein verurteilter Totschläger mit rechtsextremer Vergangenheit ist. Demnach war er 1992 wegen der brutalen Tötung eines 53-Jährigen in Buxtehude, der Adolf Hitler als Verbrecher bezeichnet hatte, zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

via shz: Prozess nach Explosion auf S-Bahnhof: Anklage wegen versuchten Mordes

Bamberger Gericht lässt Klage gegen Neonazis liegen – #schauhin #terror #rosenaufdenweggestreut

Sie sind angeklagt, Mitglieder einer verbotenen Vereinigung gewesen zu sein und Anschläge auf Asylbewerberheime geplant zu haben. Dennoch sind vier mutmaßliche Neonazis frei – weil das Gericht in Bamberg überlastet ist. Die Bamberger Justiz hat vier Neonazis wieder laufen lassen müssen, weil sich die zuständige Strafkammer wegen Arbeitsüberlastung nicht in der Lage sah, den Fall vor Gericht zu bringen. Die Gruppe, drei Männer und eine Frau, werden beschuldigt, einer inzwischen verbotenen Neonazi-Organisation angehört und Anschläge auf Asylbewerberheime geplant zu haben. Weiter sollen sie an einer gefährlichen Körperverletzung beteiligt gewesen sein und pyrotechnisches Material im Ausland bestellt haben. Bereits im Juli 2016 hatte die Bamberger Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Über deren Zulassung aber hat das Landgericht Bamberg fast zwei Jahre später immer noch nicht entschieden. Die Angeklagten befinden sich deswegen jetzt wieder auf freiem Fuß. Angefangen hat alles mit einer Razzia im Oktober 2015. Die Fahnder beschlagnahmten Hakenkreuz-Fahnen und eine Pistole mit scharfer Munition. Zuvor hatte die Polizei 16 Kilogramm Kugelbomben abgefangen, die die Gruppe bestellt haben soll. Im Zuge der Ermittlungen habe sich dann der dringende Tatverdacht ergeben, dass drei der Beschuldigten führende Funktionen in der sogenannten „Sektion Bayern/Franken“ der „Weissen Wölfe Terrorcrew“ (WWT) einnahmen, so die Staatsanwaltschaft. Der Neonazi-Verein wurde im März 2016 verboten.

via welt: Bamberger Gericht lässt Klage gegen Neonazis liegen

AfD-Politikerin sorgt für Wirbel – Baum veröffentlicht bekritzelte Banknote und weist Fake-Vorwürfe zurück

Eine AfD-Landtagsabgeordnete hat mit einem umstrittenen Facebook-Post für großen Wirbel gesorgt. Nun sieht sich Christina Baum dem Vorwurf der Ausländerhetze ausgesetzt. Die AfD-Landtagsabgeordnete Christina Baum sieht sich nach einem umstrittenen Post in Facebook dem Vorwurf der Ausländerhetze ausgesetzt. Baum hatte am Freitag das Foto eines 50-Euro-Scheines veröffentlicht, auf dem Worte mit krakeliger Schrift zu sehen sind. Der Inhalt lautet sinngemäß, mit deutschen Frauen müsse man erst Sex haben und sie dann töten. „Jetzt habe ich noch etwas für alle grünen und linken Realitätsverweigerer und Gutmenschen“, schrieb Baum in Anspielung auf die Flüchtlingspolitik dazu. „Den Geldschein erhielt heute eine junge Frau, als sie Geld aus dem Sparkassenautomaten in Bad Mergentheim abholte.“ Baum droht mit Anzeigen Die AfD-Politikerin erntete daraufhin eine Welle der Empörung im Netz. Ihr wurde vorgeworfen, eine plumpe Fälschung weiterzuverbreiten und so gegen Ausländer zu hetzen. Baum entgegnete am Sonntag via Facebook: „Der Geldschein ist echt, er ist kein Fake.“ Sie drohte, sie werde jeden anzeigen, der sie noch einmal der Lüge bezichtige. (…) Ein Polizeisprecher in Heilbronn sagte, dass im Zusammenhang mit dem Vorgang mehrere Anzeigen über das Online-Portal der Polizei eingegangen seien. Ob sie sich gegen Baum richten und welchen Inhalt sie haben, ließ er offen. Die Polizei verwies an die Staatsanwaltschaft Mosbach, die über das weitere Vorgehen entscheiden soll. Deren Sprecher wusste am Montag von einer Anzeige. Ein Sprecher des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg sagte, grundsätzlich würden Scheine aufwändig geprüft, bevor sie in einem Geldautomaten landeten. Ein Kriterium sei, ob Graffiti – Schriftzüge oder Zeichen – aufgemalt wurden. Der infrage kommende Schein wäre nach seinen Worten normalerweise aussortiert worden

via StZ: AfD-Politikerin sorgt für Wirbel – Baum veröffentlicht bekritzelte Banknote und weist Fake-Vorwürfe zurück

Das sagt die Statistik über Ausländer und Straftaten – #schauhin

Die Kriminalstatistik zeigt: Die Zahl angezeigter Sexualstraftaten ist gestiegen. Mit der Einreise Asylsuchender lässt sich das nicht erklären. Seitdem der amerikanische Präsident am Dienstag behauptet hat, die Kriminalität in Deutschland sei infolge der Einreise Asylsuchender um zehn Prozent gestiegen und die deutsche Regierung verschleiere das, macht sich unter anderem die AfD diese Äußerungen zunutze. Noch am selben Tag sagte der stellvertretende Bundessprecher, Georg Pazderski, der amerikanische Präsident sei durch seine Nachrichtendienste offenbar exakter informiert als die deutsche Regierung. Pazderski beließ es aber nicht dabei, auf Behauptungen aufzuspringen, die jeder Grundlage entbehren dürften. Zur Legitimierung der „fake news„ stellte er vielmehr einen Zusammenhang zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) her. Für politische Schnellschüsse eignet die sich aber kaum, denn ihr Zahlenwerk ist hochgradig deutungsbedürftig. Insbesondere gilt das für Angaben zu Sexualdelikten. Insgesamt verzeichnet die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik einen Rückgang der in Deutschland angezeigten Straftaten. Auf den ersten Blick scheinen Sexualstraftaten dabei eine Ausnahme zu bilden. Die Zahlen suggerieren, Sexualdelikte hätten tatsächlich zugenommen und unter den Verdächtigen seien so viele Zuwanderer gewesen wie kaum zuvor. So wurden laut Statistik im vergangenen Jahr 11. 282 Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung angezeigt, während es im Jahr 2016 nur 7919 waren. Besonders im vergangenen Jahr scheinen dabei die Sexualstraftaten gestiegen zu sein, derer Zuwanderer verdächtigt wurden. Zu „Zuwanderern“ zählt das Bundeskriminalamt unter anderen Asylbewerber, anerkannte Flüchtlinge und Geduldete. Dass diese Gruppe krimineller ist, lässt sich aus der PKS aber nicht ableiten, zumal was Sexualdelikte betrifft.
Die Zahlen illustrieren vielmehr, dass Zuwanderer etwa so kriminell sind wie deutsche junge Männer. Das geht aus einer Studie des Kriminologen Christian Walburg hervor, die er auf der Grundlage der PKS erstellt hat. Er vergleicht darin die Gruppe der Zuwanderer nur mit jungen deutschen Männern, weil diese kriminalitätsbelastete Gruppe unter Zuwanderern überrepräsentiert ist. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, kommt Walburg zu dem Ergebnis, dass ebenso viele Zuwanderer wie junge deutsche Männer polizeilich in Erscheinung treten, nämlich 8 Prozent. Entsprechend wirkt es sich auf die PKS aus, dass in den Jahren 2015 und 2016 so viele Zuwanderer nach Deutschland kamen. Der Befund, durch Zuwanderung hätten Straftaten zugenommen, ist an dieser Stelle also richtig. Aussagen über ein höheres Gewaltpotential von Zuwanderern sind damit aber nicht getroffen – wie immer wieder behauptet wird. Der sprunghafte Anstieg angezeigter Sexualstraftaten im vergangenen Jahr lässt sich mit der Einreise Asylsuchender nicht erklären. Deren Zahl hatte sich 2017 schließlich längst verringert. Die erhebliche Zunahme angezeigter Sexualdelikte ist vielmehr auf eine Reform des Strafrechts zurückzuführen, die in der öffentlichen Debatte unter dem Schlagwort „Nein heißt Nein“ bekannt wurde und Ende 2016 in Kraft getreten ist. (…)
Die reinen Zahlen einer Statistik reichen für ihr Verständnis eben nicht aus. Man muss sie auch deuten können.

via faz: Das sagt die Statistik über Ausländer und Straftaten

siehe auch: Was die Statistik sagt. Die Kriminalitätsstatistik zeigt: Zuwanderer sind im Schnitt ähnlich häufig tatverdächtig wie junge Deutsche. Delikte wie Körperverletzungen finden zum Großteil in Flüchtlingsunterkünften statt. Die Anzahl der Sexualdelikt-Verdachtfälle steigt in den vergangenen Jahren sprunghaft an. Die Bevölkerung Deutschlands besteht aktuell zu einem Fünfzigstel aus Menschen, die hier Asyl gesucht haben. So hoch war dieser Anteil noch nie; 1,6 Millionen Menschen leben im Land als Asylbewerber, anerkannte Flüchtlinge, Geduldete. Das Bundeskriminalamt (BKA) fasst diese Gruppe unter dem Wort “Zuwanderer” zusammen, wenn es deren besondere Auffälligkeit in der Kriminalstatistik analysiert. Die Frage, auch in diesen Tagen, lautet: Wie kriminell sind diese Zuwanderer? Die kurze Antwort: So kriminell wie deutsche junge Männer. Denn im Jahr werden etwa acht Prozent der Zuwanderer polizeilich registriert, weil sie einer Straftat verdächtigt werden, das zeigen Berechnungen des in Münster lehrenden Kriminologen Christian Walburg auf Basis der BKA-Daten. Unter Deutschen insgesamt sind es zwar nur zwei Prozent. Aber unter jungen deutschen Männern (das heißt, Heranwachsenden zwischen 18 und 21 Jahren) sind es ebenfalls exakt acht Prozent. (…) Nur der extreme Anstieg im vergangenen Jahr gibt ein Rätsel auf. 2017 sind nämlich nicht mehr viele Zuwanderer nach Deutschland gekommen. Dennoch hat sich die Zahl der Sexualdelikt-Verdachtsfälle unter den Zuwanderern hierzulande fast verdoppelt. Ein Teil der Erklärung hierfür könnte in einer Änderung des Strafgesetzbuchs liegen. 2017 war das Jahr, in dem das Sexualstrafrecht verschärft und ausgeweitet wurde; das Schlagwort in der Politik hieß “Nein heißt nein”. In der Folge sind nicht nur deutlich mehr Zuwanderer als zuvor angezeigt worden, sondern auch viel mehr Deutsche. Insgesamt gab es einen Anstieg um 50 Prozent, von 6223 registrierten Verdachtsfällen in Deutschland auf 9318.

Pläne für #Abschiebehaft am #Flughafen #München bestätigt – #schauhin #kaltland

Zu den Spekulationen über die Einrichtung eines Abschiebegefängnisses am Münchner Flughafen hat eine Sprecherin des Flughafens dem Bayerischen Rundfunks bestätigt, dass es dazu Gespräche gibt. Der Flughafen sei informiert, dass das bayerische Innenministerium entsprechende Pläne prüfe, so eine Sprecherin des Münchner Flughafens. Details seien aber noch nicht bekannt. Abschiebehaft in bereits bestehenden Räumlichkeiten am Flughafen Damit bestätigte der Flughafen indirekt einen Bericht des Münchner Merkur, der heute von diesen Plänen berichtete. Am Flughafen München existiert bereits eine Unterkunft für Asylbewerber, die dort ankommen. Dabei handelt es sich um einen Bau im Westen des Flughafengeländes.

via br: Pläne für Abschiebehaft am Flughafen München bestätigt

France arrests 10 far-Right suspects over alleged plot to attack Muslims, say prosecutors

Ten people with links to the radical far-Right have been arrested by anti-terrorist police in France over an alleged plot to attack Muslims, judicial sources said Sunday. The arrests were made on Saturday in operations across France but mainly on the Mediterranean island of Corsica, the sources told AFP. The suspects had a “plan to commit a violent act targeting people of the Muslim faith,” one source close to the probe said. Another source said the gang was looking to hit “targets linked to radical Islam”.

via telegraph: France arrests 10 far-Right suspects over alleged plot to attack Muslims, say prosecutors

siehe auch: Terrorgefahr: Zehn Festnahmen im rechtsradikalen Milieu. Anti-Terror-Fahnder in Frankreich haben in Frankreich zehn Verdächtige festgenommen. Sie sollen Anschläge auf Muslime geplant haben. Wegen mutmaßlicher Anschlagspläne auf Muslime hat die Anti-Terror-Polizei in Frankreich zehn Verdächtige mit Verbindungen zum rechtsradikalen Milieu festgenommen. Wie aus Justizkreisen am Sonntag verlautete, erfolgten die Festnahmen am Vortag landesweit, zwei davon auf der Mittelmeerinsel Korsika. Die Verdächtigen hatten den Angaben offenbar geplant, sich Waffen zu beschaffen; bei Durchsuchungen seien Waffen beschlagnahmt worden, hieß es weiter

Klage gegen Innenministerium Linksradikale wollen Datenauswertung beim Verfassungsschutz stoppen

Die angeblichen Betreiber von “linksunten.indymedia” klagen nach SPIEGEL-Informationen gegen das Innenministerium. Sie wollen verhindern, dass der Verfassungsschutz beschlagnahmte Unterlagen auswertet. Sie war die größte Onlineplattform der linksradikalen Szene: Auf “linksunten.indymedia.org” veröffentlichten Nutzer anonym Texte, Fotos und Videos. Zumeist waren es Aufrufe zu Demonstrationen und regionale Nachrichten. Doch unter den Beiträgen fanden sich auch Bekennerschreiben zu Brandanschlägen und Sabotageaktionen sowie Anleitungen zum Bau von Brandsätzen. Im August 2017 ging die Webseite offline. Polizeibeamte durchsuchten in Freiburg mehrere Wohnungen und ein Autonomes Zentrum. Das Bundesinnenministerium verbot die Plattform nach dem Vereinsrecht. Die Begründung: Die Seite laufe “nach Zweck und Tätigkeit den Strafgesetzen zuwider” und richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung. Jetzt muss sich das Verwaltungsgericht Berlin mit dem Fall befassen. Die Anwälte der mutmaßlichen Plattformbetreiber haben nach SPIEGEL-Informationen Klage wegen eines Verstoßes gegen das Trennungsgebot zwischen Polizei und Geheimdiensten eingereicht. Festplatten an den Verfassungsschutz Von Anfang an hatten in dem Verbotsverfahren Informationen des Verfassungsschutzes eine zentrale Rolle gespielt. Nach Angaben der beteiligten Anwälte soll die Verbotsverfügung, die mehreren Personen zugestellt worden war, maßgeblich auf sogenannten Behördenzeugnissen von Nachrichtendiensten beruhen – diese verschleiern die Quellen der zugrunde liegenden Informationen. (…) Bereits kurz nach dem Verbot hatten die Betroffenen Klage eingereicht. Sie wollen feststellen lassen, dass ein Medienportal als Presse anzusehen ist und damit nicht nach vereinsrechtlichen Maßstäben zu behandeln ist. Aus diesem Grunde seien mögliche Mitwirkende an einem solchen Medienportal auch nicht als Mitglieder eines Vereins anzusehen.

via spon: Klage gegen Innenministerium Linksradikale wollen Datenauswertung beim Verfassungsschutz stoppen

Umstrittenes Denkmal für SS-Veteranen in Estland enthüllt

In Estland ist ein umstrittenes Denkmal für einen ehemaligen Waffen-SS-Legionär enthüllt worden. Anlässlich des 110. Geburtstags von Alfons Rebane (1908-1976) hat ein Veteranenverein an der Aussenwand eines Privathauses in der Kleinstadt Mustla eine Gedenktafel angebracht. Darauf ist Rebane in SS-Uniform mit dem estnischen Wappen auf dem Ärmel abgebildet, wie die estnische Regionalzeitung «Sakala» am Samstag auf ihrer Webseite berichtete.
In Estland haben – wie auch im benachbarten Lettland – Zehntausende Einheimische als Teil der Waffen-SS teils zwangsweise, teils freiwillig für Hitler-Deutschland gegen die Sowjetunion gekämpft. Viele sehen die Veteranen als Freiheitskämpfer, die ihre Heimat an der Front gegen die Besetzung durch die Rote Armee verteidigt haben.
Die estnische Regierung distanzierte sich von der Gedenktafel. “Dies ist eine private Initiative, an der der Staat nicht beteiligt ist”, teilte die Staatskanzlei in Tallinn mit. Der Vorsitzende der Gemeindeverwaltung dagegen begrüsste dem Bericht zufolge das Denkmal. Rebane hatte sich im Zweiten Weltkrieg freiwillig der Wehrmacht angeschlossen und übernahm später im Kampf gegen die Rote Armee das Kommando einer estnischen Einheit der Waffen-SS. Er war einer von vier estnischen Ritterkreuzträgern – der höchsten Auszeichnung der Wehrmacht. Dazu erhielt er noch das Eichenlaub zum Ritterkreuz.

via nzz: Umstrittenes Denkmal für SS-Veteranen in Estland enthüllt

Ein Toter bei Angriff auf Roma-Lager in der Westukraine

Bei einem Überfall auf ein Roma-Lager in der Westukraine sind ein Mensch getötet und vier verletzt worden. Vermummte griffen das Lager nahe der Stadt Lwiw mit Baseballschlägern und Messern an, wie die Regionalpolizei am Sonntag mitteilte. Sieben mutmassliche Beteiligte seien festgenommen worden. Eine Frau, ein Mann und ein zehnjähriger Knabe seien mit Stichverletzungen in Spitäler gebracht worden.

via nzz; Ein Toter bei Angriff auf Roma-Lager in der Westukraine

siehe auch: Fatal attack on Roma Camp in Lviv leaves young man dead, a child and others injured. A 24-year-old was stabbed to death on Saturday night, in the latest savage attack on Roma settlements in Ukraine this year. Four other people were injured, including a woman and a 10-year-old boy. This is the first death, but there have been five attacks over recent months, with the authorities’ failure to react swiftly and adequately on the previous occasions unfortunately making such a tragedy seem inevitable. On this occasion at least, the police do appear to have reacted well, as has the Mayor of Lviv, Andriy Sadovy. He announced on 24 June that they were cooperating with the police, and that all members of the camp, who are witnesses in this investigation, are under police protection. A young man remains in hospital, though his life is not in danger, and the woman and child were discharged after receiving stitching for their injuries. Sadoviy reports that the police have established that most of the assailants were 17-18 (the police report says 16-17), and that there was an older person (20 years old) in charge, who has also been detained. The dead man was stabbed by the group “with the clear purpose of killing him”. The woman was stabbed after she tried to defend her 10-year-old son. Sadoviy advises those who think the Roma deserve the treatment they get to bear all of this in mind. The Lviv Regional Police say that they received a call about the attack by masked assailants on a Roma settlement in a forest area on the outskirts of Lviv around 23.30. Judging by the police units sent to the scene, it is likely they already knew that somebody had been killed. The police reportedly put an end to the violence, and detained seven young Lviv teenagers. The timing, it has to be said, is rather strange. If the police knew of the assailants’ carnage, so too did the culprits, yet the police assert that they are confident that they have caught the eight people involved.  The man killed has not been named, but he is known to have been 24. He and the others were reportedly from villages in the Transcarpathian oblast.  According to the police, the suspected assailants have acknowledged involvement in an organization called ‘Sober and angry youth’ [«Твереза і зла молодь»]. This organization does not have official registration, and it has clearly been hiding its tracks with its YouTube page disappearing, after the police arrests, on 24 June.  According to Zakhid.net, the YouTube page was entitled Lemberg Jugend, or Lviv Youth in German, with the name carrying obvious associations with Hitler Jugend. One of the videos which called itself a “small report about a safari on gypsies” showed several adolescents harassing Roma. There was apparently another video threatening to come looking for people taking drugs, and showing an attack by a group of adolescents on several young men. A Telegram page was created on 20 April 2018 (Hitler’s birthday) and had 51 people subscribing. Zakhid.net writes that of the over 70 posts, many are in Russian, and most are motivating phrases in Nazi style. One is a stylized picture of Hitler with the words: “An idea without deeds is dead”. The organization uses symbols of the far-right Misanthropic Division.