Bericht des Robert Koch-Instituts – Zahl der Hitzetoten in Deutschland steigt auf 12.500 Todesfälle

In diesem Sommer sind nach Berechnungen des Robert Koch-Instituts bisher deutlich mehr Menschen infolge von Hitze gestorben als sonst in ganzen Jahren. Der Hausärzteverband bezeichnet das als »schockierend«, der Ernstfall sei eingetreten. Hitzeperioden haben deutschlandweit in diesem Jahr nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu rund 12.500 Sterbefällen geführt. Das geht aus dem aktuellen RKI-Bericht zur hitzebedingten Mortalität  hervor, der die Zeit vom 6. April bis 2. August betrachtet. Damit sind in diesem Jahr bisher deutlich mehr Menschen infolge von Hitze gestorben als sonst in ganzen Jahren. Im Vergleich der vergangenen zehn Jahre wurden vor allem 2018 und 2019 viele Hitzetote verzeichnet: 2018 starben nach neuesten RKI-Angaben 9400 Menschen hitzebedingt, 2019 waren es 7700. In den Jahren 2020 und 2022 bis 2024 starben hitzebedingt jeweils etwa 3000 und mehr Menschen. Laut RKI geht ein Großteil der hitzebedingten Sterbefälle in diesem Jahr, nämlich circa 9600, auf die besonders heiße Woche vom 22. bis 28. Juni zurück. Die Gesamtzahl der diesjährigen Hitzetoten könnte sogar noch höher als angegeben liegen: Dem RKI zufolge handelt es sich um eine konservative Schätzung. Bereits vergangene Woche kritisierte die Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Nicola Buhlinger-Göpfarth, in der »Rheinischen Post« die Untätigkeit der Regierung: »Fast 10.000 Hitzetote infolge einer einzelnen Woche im Juni sind kein Warnschuss mehr. Der Ernstfall ist bereits eingetreten«, sagte Buhlinger-Göpfarth. Sie kritisierte das regelmäßige Verschwinden des Themas von der politischen Tagesordnung, sobald im Herbst die Temperaturen wieder sinken. Daher sei die hohe Zahl an Hitzetoten »schockierend, aber leider nicht wirklich überraschend«.

via spiegel: Bericht des Robert Koch-Instituts Zahl der Hitzetoten in Deutschland steigt auf 12.500 Todesfälle

Kultur der Belästigung: Studie zeigt, wie Meta-Brillen gegen Frauen eingesetzt werden

Social-Media-Plattformen werden von Videos geflutet, in denen Frauen von Männern mit Smart-Glasses bedrängt werden. Die Unternehmen sehen sich nicht in der Pflicht. Ungewollt gefilmt zu werden, ist für viele Menschen ein Albtraum. Trotzdem arbeitet ein großer Teil im Silicon Valley gerade an der Idee einer smarten Brille, die neben einer Sprachsteuerung als Hauptfeature eben auch eine Kamera verbaut haben soll. Mit dieser, so die Idee, kann man jederzeit filmen oder Fotos machen. Praktisch, um etwa den eigenen Fahrrad- oder Wanderausflug zu dokumentieren, aber natürlich auch eine Möglichkeit Menschen zu fotografieren, die das gar nicht wollen. Die NGO HateAid hat deshalb vor wenigen Tagen bereits eine Strafanzeige gegen Meta erstattet, da der Konzern von Mark Zuckerberg gerade jenes Unternehmen darstellt, das mit diesem Konzept derzeit für den meisten Wirbel sorgt. “Man muss jederzeit damit rechnen, gefilmt und anschließend im Internet bloßgestellt zu werden”, erklärt die HateAid-Geschäftsführerin Josephine Ballon. Das müsse man verhindern. Dass es sich hier nicht um leere Anschuldigungen handelt, beweist eine aktuelle Studie der University of Sydney. Diese zeigt auf, wie vor allem Frauen von männlichen Trägern der “smarten Brillen” gezielt belästigt werden, um diese Inhalte dann ins Netz zu stellen. Auch welche Nachwirkungen dieser Trend hat, wird in der Studie beschrieben. Inszeniert Es hat sich zu einem unschönen Trend entwickelt. Videos, in denen Männer Frauen auf der Straße ansprechen und sehr offensiv zu flirten beginnen. Meist reagieren die Frauen angewidert oder eingeschüchtert und genau das bringt offenbar Klicks und Verweilzeit. Anders ist es nicht zu erklären, dass vor allem die Meta-Plattformen mittlerweile von solchen Videos überschwemmt werden. Aufgenommen werden die Videos mit einer der mittlerweile vielzähligen Meta-Brillen, die den Upload auf Instagram oder Facebook hürdenlos anbieten. (…) Auffallend für die Studie war, dass je heimlicher die Aufnahmen zu sein schienen, desto schwerwiegender fiel die Belästigung aus. “Die Daten zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen der ‘Heimlichkeit’ der Aufnahmetechnik und dem Ausmaß der Belästigung”, wird erklärt. Man sei sich sicher, dass die meisten Aufnahmen für die betroffene Person im Verborgenen stattfand, also sie sich selten bis nie darüber bewusst war, gefilmt zu werden. Vor allem deshalb, weil viele Besitzer solcher Brillen diese modifizieren, um die Aufzeichnungsanzeige, ein kleines Licht am Brillenrand, zu deaktivieren. Bei Meta ist man sich der Problematik mittlerweile auch bewusst. Instagram-Chef Adam Mosseri erklärte vor wenigen Wochen, dass die Plattform damit beginnen werde, belästigende Inhalte zu entfernen. “Wir wollen nicht, dass Menschen heimlich Videos von anderen aufnehmen, diese belästigen und die Aufnahmen dann auf unserer Plattform veröffentlichen”, erklärte er in einer Stellungnahme. Man werde alle Mittel einsetzen, um gegen diesen Trend vorzugehen. Wie 404 Media berichtet, fanden sich allerdings auch mehrere Wochen nach den Aussagen von Mosseri weiterhin zahlreiche Reels auf Instagram, in denen genau solche Inhalte zu sehen waren. Auch Videos, in denen Frauen ganz klar sagen, dass sie nicht gefilmt werden wollen. Grenzwertig In der Welt der “Pickup-Artists”, so nenne sich die Hersteller und Verbreiter solcher Videos, seien diese Inhalte sowohl unterhaltsam als auch lehrreich, schrieben die Forscher. Die Content Creator würden gegenseitig voneinander lernen und sich zusätzlich anstacheln. Beunruhigend sei zudem, dass es die Brillen tatsächlich in den Mainstream geschafft haben. Das würde auch erklären, wie so viele solcher Inhalte in so kurzer Zeit veröffentlicht werden können.

via standard: Kultur der Belästigung: Studie zeigt, wie Meta-Brillen gegen Frauen eingesetzt werden

siehe auch: Researchers Show How Meta’s ‘Pervert Glasses’ Are Used to Harass Women. A new study shows how pickup artist influencers use smart glasses to create content, and the connection between covert recording and harm. Instagram is full of first-person videos of men harassing women in public. They follow a similar script: A man walks up to a woman or group of women in a store, sitting outside a cafe, or walking home from a bar, and delivers a pickup line. The women almost always nervously laugh, react with barely-veiled disgust, or say “fuck off” while he stalks her or refuses to walk away. The men recording these videos capture them with Meta’s smart glasses, which are designed to discreetly capture interactions like these and upload the videos to Meta’s platforms where the women in the videos are turned into content for “pickup artist” accounts.   New research reveals this ecosystem works, and how pickup artists (PUA) influencers are using Meta’s products, including its smart glasses and social media platforms, to perpetuate a culture of harassment against women.   University of Sydney researchers Joanne Gray, Milica Stilinovic, Marcus Carter, and Ben Egliston watched hundreds of these videos to learn how pickup artist content creators use smart glasses, and what specific forms of gendered harms these recordings cause. They published their research paper, “Harm Through the ‘#RizzCam’: Smart Glasses, Ambient Capture and Invisible Harassment,” online this week as a preprint article.

Studie: Harm Through the “#RizzCam”: Smart Glasses, Ambient Capture and Invisible Harassment

siehe dazu auch: NGO HateAid erstattet Strafanzeige gegen Meta wegen Smart-Brillen Auch gegen verschiedene Optikerketten geht die Organisation rechtlich vor. Deutsche Verbraucherschützer haben nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen die Facebook-Mutter Meta erstattet. Die KI-Brille “Ray-Ban Meta Wayfarer” verstoße gegen Datenschutzgesetze, teilte die Organisation HateAid am Mittwoch mit. “Vor Smart-Brillen gibt es kein Entkommen”, sagte HateAid-Geschäftsführerin Josephine Ballon. “Man muss jederzeit damit rechnen, gefilmt und anschließend im Internet bloßgestellt zu werden.” Weitere Anzeigen Neben Meta habe ihre Organisation auch gegen den Brillen-Hersteller EssilorLuxottica, die Optikerketten Fielmann, Apollo und Mister Spex sowie den Elektronik-Einzelhändler MediaMarkt Anzeige erstattet. HateAid stütze sich dabei auf ein Gesetz, das den Verkauf von Kommunikationsgeräten verbietet, die dazu bestimmt sind, Personen unbemerkt zu filmen.

Ray-Ban Meta Gen 1 smart glasses with charging case.jpg
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“Letzte Verteidigungswelle” Verurteilte Rechtsextreme wollen Urteil prüfen lassen – #terror

Der Bundesgerichtshof wird sich mit dem Urteil gegen Mitglieder und Unterstützer der Gruppierung “Letzte Verteidigungswelle” beschäftigen. Mehrere Verurteilte haben Revision gegen die Entscheidung des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg eingelegt. Das teilte das Gericht dem rbb aus Anfrage mit. Demnach haben bislang mindestens drei Angeklagte Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. (…) Mit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs, ob eine Revision des Urteils zugelassen wird, ist erst in einigen Monaten zu rechnen. Vor knapp einer Woche hatte das Hanseatische Oberlandesgericht alle acht Angeklagten wegen Mitgliedschaft beziehungsweise Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zu Jugendstrafen zwischen anderthalb und fünf Jahren verurteilt. Außerdem wegen versuchten Mordes, Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung. In dem Prozess wurde die “Letzte Verteidigungswelle” zum ersten Mal von einem deutschen Gericht als terroristische Vereinigung eingestuft.

via rbb: “Letzte Verteidigungswelle” Verurteilte Rechtsextreme wollen Urteil prüfen lassen

GROSSEINSATZ IN NRW – Waldbrand nur noch 10 Meter von Ort entfernt – 1800 Menschen evakuiert, Bundeswehr-Panzer rücken an – #klima

Ein Großbrand im Hürtgenwald in der Eifel hält die Feuerwehr im Dauereinsatz und hat eine ganze Gemeinde in Alarmzustand versetzt. 1800 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Die Flammen rücken immer näher. Ein großer Waldbrand bedroht die Gemeinde Hürtgenwald im nordrhein-westfälischen Kreis Düren. Gut 1800 Menschen mussten deshalb ihre Häuser im Ortsteil Gey verlassen. Die Gemeinde spricht von einer „Großschadenslage“. In der Nacht war das Feuer nach Angaben einer Polizeisprecherin zunächst noch etwa 500 Meter von der Ortschaft entfernt. Nachdem sich der Wind gedreht hatte, fraß es sich immer näher an die Siedlung heran und machte die Evakuierung unausweichlich. Die Ursache des Waldbrands ist noch nicht bekannt. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung betrug der Abstand zwischen den verlassenen Häusern in Gey und den Flammen am späten Vormittag nur noch zehn Meter. (…) Rund 200 Einsatzkräfte kämpfen gegen den Waldbrand. Fünf Hubschrauber aus mehreren Bundesländern sind im Einsatz. Zudem werden zwei Löschhubschrauber eingesetzt. Dazu seien zunächst zwei Maschinen vom Typ NH-90 von Faßberg in Niedersachsen gestartet, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Berlin. Ein Polizeihubschrauber unterstützt die Löscharbeiten Quelle: Federico Gambarini/dpa Die Transporthubschrauber sind mit einem sogenannten Bambi Bucket bestückt, einem faltbaren Löschwasser-Außenlastbehälter für Hubschrauber. Mit jedem einzelnen Flug können damit 2000 Liter Löschwasser abgelassen werden. Feuerwehrleute versuchen zu verhindern, dass die Flammen den Ort erreichen. Ein Pressesprecher der Polizei bestätigt dem WDR, dass ein Panzer der Bundeswehr die Wege für Einsatzkräfte im Wald freiräumt. Zudem seien vier NRW-Wasserwerfer mit je zehntausend Litern Fassungsvermögen auf dem Weg zum Einsatzort, teilte das Polizeipräsidium Köln am Vormittag mit. Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze und hat knapp 9.000 Einwohner. Weltkriegsmunition macht den Einsatz hochgefährlich Die Löscharbeiten werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. „Das Gelände ist doch sehr schwierig und durch die hohe Munitionsbelastung können wir auch keine einzelnen Feuerwehrleute mit Löschrucksäcken reinschicken“, sagte Landrat Nolten. Im Laufe der Nacht sei auf dem Brandgelände bereits Munition hochgegangen. Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen. Bis heute werden in der Region Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

via welt: GROSSEINSATZ IN NRW Waldbrand nur noch 10 Meter von Ort entfernt – 1800 Menschen evakuiert, Bundeswehr-Panzer rücken an

siehe auch: Rund 1800 Menschen betroffen Waldbrand in der Eifel – Ortsteil evakuiert Die Feuerwehr kämpft gegen einen Waldbrand im nordrhein-westfälischen Kreis Düren. Weil die Flammen einem Teil der Gemeinde Hürtgenwald gefährlich nahe kommen, mussten sich Hunderte Menschen in Sicherheit bringen. Nur wenige Hundert Meter von Wohnhäusern entfernt wütet in der Eifel bei Hürtgenwald ein Waldbrand. Wegen des Feuers ist ein Ortsteil der Gemeinde in Nordrhein-Westfalen evakuiert worden. Der Ortsteil Gey, in dem gut 1800 Menschen leben, ist »sofort zu evakuieren«, teilte die Gemeinde in der Eifel am frühen Morgen mit.

Vorwurf: Maja T. in Haft wegen Tragens eines Kleides von Wärtern misshandelt – #polizeigewalt

Die unter dubiosen Umständen nach Ungarn ausgelieferte und dort zu einer langen Haftstrafe verurteilte nichtbinäre Person Maja T. soll von einer Horde aggressiver Wärter misshandelt worden sein. Die nichtbinäre deutsche Person Maja T. beklagt, von Wärtern wegen ihrer Geschlechts­identität misshandelt worden zu sein. Wie die Zeitung “nd” berichtet, berichtete eine Unterstützergruppe von einem gewaltsamen Übergriff durch ausschließlich männliche Justizvollzugsbeamte in einem Männergefängnis in Budapest. Grund für den Vorfall sei gewesen, dass Maja T. ein Kleid trug. Fünf Wärter entkleideten die inhaftierte Person daraufhin gewaltsam, heißt es. Zur Begründung habe es vonseiten der ungarischen Behörden geheißen, dass “Frauenkleidung” im Männerstrafvollzug verboten sei. Nun droht Maja T. wegen des Vorfalls sogar ein Disziplinarverfahren, was zu erneuter Isolationshaft führen könnte. Menschenrechts­organisationen kritisieren derartige Maßnahmen als “Vernichtungshaft”, die nur dazu diene, den Lebenswillen einer inhaftierten Person zu brechen. Maja T. beklagte schon seit längerem, als nichtbinäre Person in ungarischer Haft diskriminiert zu werden. Rechtspolitiker*­innen mehrerer Bundestagsfraktionen haben Außenminister Johann Wadephul (CDU) erst im Juni in einem offenen Brief aufgefordert, sich für die Überstellung einzusetzen – bislang aber erfolglos (queer.de berichtete). (…) Eigentlich hätte T. gar nicht von Deutschland nach Ungarn ausgeliefert werden dürfen. Das Bundesverfassungsgericht hatte dies in einer einstweiligen Anordnung untersagt. Die deutschen Behörden wollten T. laut ihren Anhänger*innen aber schnell in einer “Nacht-und-Nebel-Aktion” loswerden, so erreichte die Anordnung aus Karlsruhe die verantwortliche Behörde 50 Minuten, nachdem T. an Ungarn übergeben worden war (queer.de berichtete). Später beurteilte das Gericht die Auslieferung als unzulässig – das Kammergericht habe weder allgemeine Mängel in ungarischen Haftanstalten näher beleuchtet noch Bedenken zu Sicherheit und Diskriminierung der nichtbinären Person (queer.de berichtete). Die Bundesregierung hat seither keine öffentlich bekannten Anstrengungen unternommen, dieses Unrecht wieder gutzumachen

via queer: Vorwurf: Maja T. in Haft wegen Tragens eines Kleides von Wärtern misshandelt

Lebensrettende Medikamente – Studie: Pubertätsblocker können Suizide bei trans Jugendlichen verhindern

Pubertätsblocker sind derzeit ein großes Thema in der Diskussion um trans Menschen. Eine große neue Studie bestätigt nun: Die Medizin senkt das Risiko massiv, dass betroffene Jugendliche an Suizid denken. Trans Menschen leiden laut einer Reihe von Studien eher an mentalen Problemen und Suizid-Gedanken. Sogenannte Pubertätsblocker, die das Eintreten der Pubertät vorübergehend unterdrücken, können dieses Risiko bei jungen Menschen aber erheblich senken, wie eine neue Kohortenstudie jetzt bestätigt hat. Die im Juli im Fachjournal “JAMA Network Open” veröffentlichte Untersuchung von Dr. Clair Kronk von der angesehenen New Yorker “Icahn School of Medicine at Mount Sinai” hatte Krankenkassen-Abrechnungsdaten von mehr als 230.000 Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren analysiert. Die Teilnehmenden wurden für die Untersuchung in vier Gruppen unterteilt: Trans Kinder und Jugendliche mit sowie ohne Behandlung durch Pubertätsblocker und cisgeschlechtliche Jugendliche mit sowie ohne Behandlung – letztere erhielten die Medikamente primär aufgrund von vorzeitiger Pubertät. Die Forschenden rechneten dann Störfaktoren wie Demografie, sozioökonomischen Status, Region und lokale politische Rahmenbedingungen heraus. – Werbung – Suizidale Gedanken gehen um 80 Prozent zurück Das Ergebnis: Die Daten bestätigen, dass junge trans Menschen im Vergleich zu cisgeschlechtlichen Gleichaltrigen eine deutlich höhere Diagnoserate bei Affektstörungen, also psychischen Erkrankungen, sowie bei suizidalen Gedanken und Verhaltensweisen aufweisen. Doch bei jenen trans Jugendlichen, die Pubertätsblocker einnahmen, konnte das Risiko von Affektstörungen um fast die Hälfte und von suizidalen Gedanken um sogar 80 Prozent gesenkt werden. Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass die Gabe von Pubertätsblockern dazu beitragen kann, die bestehenden Ungleichheiten in der psychischen Gesundheit zwischen trans- und cisgeschlechtlichen Jugendlichen teilweise auszugleichen. Die Autor*innen weisen aber auch darauf hin, dass es sich bei der Studie um eine Beobachtungsstudie handelt, die zwar einen statistischen Zusammenhang zwischen der Vergabe von Pubertätsblockern und besserer psychischer Gesundheit feststellte, dies aber noch nicht zwingend beweise, dass das eine direkt die Ursache für das andere ist. Faktoren wie die Unterstützung durch die Familie, der Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung, Selbsthilfegruppen oder andere psychosoziale Einflüsse konnten nicht berücksichtigt werden, da diese aus den analysierten Krankenkassendaten nicht hervorgehen

via queer: Lebensrettende Medikamente Studie: Pubertätsblocker können Suizide bei trans Jugendlichen verhindern

Polizeigewerkschafter Ostermann klagte Böhmermann gewinnt gegen “selbst radikalisierten Michel”

Knapp anderthalb Jahre nach einer brisanten Böhmermann-Sendung über die Bundespolizei in Pakistan ist der Streit entschieden: Polizeigewerkschafter Manuel Ostermann muss Böhmermanns Attacken hinnehmen. Ein Urteil im Streit zwischen zwei Männern, die beide oft Kontroversen auslösen, steht fest: Jan Böhmermann siegt über Manuel Ostermann – der Moderator und Satiriker geht mit dem ZDF als Gewinner aus einem Prozess hervor, den der Gewerkschaftsfunktionär der Bundespolizei und Bestsellerautor angestrengt hatte. Das Landgericht München I hatte über die Sendung des “ZDF Magazin Royale” vom 28. März 2025 zu entscheiden, die politisch einige Sprengkraft hatte. Es ging um mögliche Sicherheitsprobleme bei der Aufnahme von Menschen aus Afghanistan und um die sogenannte Visa-Affäre. (…) Böhmermann wählte für Ostermann in der Sendung Bezeichnungen wie “Herrenmensch im Skoda”, “selbst radikalisierten Michel” und “dreiviertel gefüllten Boxsack mit Blitzkriegsfrisur”. Der Polizeigewerkschafter hatte sich dadurch herabgewürdigt und zu Unrecht in die Nähe des Rechtsextremismus gerückt gesehen. Mit der Rechtsanwaltskanzlei Höcker hatte er Programmbeschwerde beim ZDF-Fernsehrat eingelegt. Ralf Höcker kündigte auf X an, dem “Hetzer Böhmermann” einzuheizen. Den Antrag bei Gericht, diese Aussagen zu untersagen, zog Ostermann dann aber zurück. Der Rechtsstreit drehte sich nun um die grundsätzlichere Frage, wie die Vorgänge in Pakistan und die Rolle der Bundespolizei dabei zu bewerten sind. (…) Das Gericht gestand Ostermann zu, selbst in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht berührt zu sein: Den Zuschauern werde er als Teil der Bundespolizei präsentiert, die nach der Darstellung missbraucht werde, “um Politik zu machen”. Sein eigenes Auftreten fiel aber auch aus Sicht des Gerichts auf ihn zurück.

via t-online: Polizeigewerkschafter Ostermann klagte Böhmermann gewinnt gegen “selbst radikalisierten Michel”Polizeigewerkschafter Ostermann klagte Böhmermann gewinnt gegen “selbst radikalisierten Michel”