loading…

fight hate

No human race is superior; no religious faith is inferior. All collective judgments are wrong. Only racists make them
get informed

Wie radikale Burschenschaften zur Kaderschmiede der AfD werden

Die AfD wirbt auffallend viele Mitarbeiter aus Burschenschaften an. Die Burschen sind meist stramm rechts und deutschnational. Sie könnten zu einem weiteren, gefährlichen Rechtsruck in der AfD führen. Sein rundliches Gesicht ist blutüberströmt. Stolz posiert Marcel Grauf für die Kamera. Er trägt ein schwarz-weiß-rotes Band, das an die Fahne des Deutschen Reiches erinnert: Das Erkennungszeichen der Burschenschaft Germania in Marburg. Grauf hat gerade leicht verletzt eine Mensur überstanden, einen Fechtkampf, wie er in sogenannten „schlagenden Studentenverbindungen“ ausgetragen wird. Bei der Mensur geht es um Tradition, darum, sich als Mann zu beweisen. Respektiert wird, wer Narben trägt. Die Burschenschaften sind eine verschwiegene Gemeinschaft – die mehr denn je in der Kritik stehen. Burschenschaften propagieren ein menschenverachtendes Weltbild Denn viele dieser altmodischen Männerbünde gelten als rechtsradikal, als Brutstätte von Rassismus und Nationalismus. In vielen Burschenschaften des ultrarechten Dachverbandes Deutsche Burschenschaft (DB) wird ein menschenverachtendes Weltbild propagiert. Lange hat die Öffentlichkeit von dem dunklen Treiben kaum etwas mitbekommen – politischen Einfluss hatten die Burschen kaum. Doch das ändert sich jetzt. Denn die Gemeinschaften gewinnen derzeit gefährlich an Einfluss – vor allem durch fragwürdige Verbindungen in die AfD. AfD rekrutiert Fraktionsmitarbeiter in den Burschenschaften Burschenschaftler Grauf ist dafür nur ein Beispiel von vielen: Er ist Mitglied der Marburger Burschenschaft Germania und soll in der Vergangenheit in der rechtsradikalen NPD aktiv gewesen sein. Nachweislich schrieb Graf für die rechtsradikale Zeitschrift “Neue Ordnung” geschrieben haben. Heute ist er Mitarbeiter des AfD-Abgeordneten Heiner Merz im Stuttgarter Landtag. Im Rahmen einer aufwendigen Recherche hat die HuffPost 35 Burschenschaften untersucht, die Mitglied im DB sind. Fazit: In 30 Fällen ließen sich direkte Verbindungen zur AfD nachweisen. Das bedeutet: In vielen der untersuchten DB-Burschenschaften haben AfD-Politiker in den vergangenen Jahren Vorträge gehalten oder sich gar als Verbindungs-Mitglieder zu erkennen gegeben.
Fast wirkt es so, als ob die Partei gezielt Mitarbeiter aus den Studentenverbindungen rekrutiert – und so einen Schulterschluss mit der neuen rechten Elite des Landes forciert. Burschen-Hauptstadt Marburg ► Besonders deutlich wird das in Marburg. In der eigentlich linken Studentenstadt sorgte die Burschenschaft Rheinfranken jüngst für Aufregung, als linke Aktivisten interne Dokumente der Verbindung veröffentlichten. Darunter die “Fuxenkladde” der Rheinfranken, eine Art Anleitung “zur Erziehung der jungen Bundesbrüder”. Sie gibt einen guten Einblick in das Weltbild der rechten Burschen. Neben Benimmregeln vermittelt die “Fuxenkladde” den Jungburschenschaftlern auch das perfide Weltbild der Verbindung. Bei den Rheinfranken gehört dazu etwa die Behauptung, dass die Juden selbst für den Holocaust verantwortlich gewesen seien. Sie hätten “Judenfeindschaft und Abwehrmaßnahmen der nichtjüdischen Völker geradezu herausgefordert” heißt es da etwa. Oder: “Man könnte also die Auffassung vertreten, daß nicht die Bösartigkeit der Nichtjuden Grund für blutige Konflikte wurde, sondern das Bekenntnis des Juden zu einer solchen Religion.”

via huff: Wie radikale Burschenschaften zur Kaderschmiede der AfD werden

Ex-NPD-Politiker wegen Wahlfälschung verurteilt

Urteil gegen Ex-NPD-Politiker – Ein Jahr Haft auf Bewährung. Wahlfälschung, Wählertäuschung und Abgabe von Betäubungsmitteln.  Das Krefelder Landgericht sprach den Mann am Donnerstag (27.07.2017) nicht nur wegen Wahlfälschung, sondern auch wegen versuchter Wählertäuschung und Abgabe von Betäubungsmitteln schuldig. Die Haftstrafe von einem Jahr wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Mann war der NPD zufolge 2012 in den nordrhein-westfälischen Landesvorstand der rechtsextremen Partei gewählt worden. 2014 war er als Bürgermeisterkandidat für die NPD in Kempen angetreten, hatte die Partei nach deren Angaben aber noch im gleichen Jahr wieder verlassen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, zur Kommunalwahl 2014 in Kempen (Kreis Viersen) Scheinkandidaten aufgestellt und Unterschriften gefälscht zu haben. Ein weiterer Angeklagter wurde zu 1.200 Euro Geldstrafe wegen Urkundenfälschung verurteilt. Ein Dritter wurde freigesprochen. Das Verfahren gegen eine mitangeklagte Frau war zuvor bereits eingestellt worden.

via wdr: Ex-NPD-Politiker wegen Wahlfälschung verurteilt

Flüchtlinge im Mittelmeer Schiff der “Identitären” fährt wieder

Das von den Behörden in Nordzypern festgesetzte Schiff der Aktion “Defend Europe” ist offenbar wieder in See gestochen. Zuvor war die Crew des von der “Identitären Bewegung” gecharterten Schiffs in Polizeigewahrsam. Die Fahrt der “C Star” geht offenbar weiter. Das bestätigte Rasih Resat, Chefredakteur der nordzypriotischen Zeitung “Kibris Postasi”, dem ARD-faktenfinder. Auch andere lokale Medien berichten über die Freilassung der zwischenzeitlich festgesetzten Crew. Auf Online-Tools wie “Marine Traffic”, mit deren Hilfe man aktuelle Schiffspositionen bestimmen kann, ist zu sehen, dass das Schiff den Hafen von Famagusta verlassen hat. Die neonationalistische “Identitäre Bewegung” hat das Schiff im Rahmen ihrer Aktion “Defend Europe” gechartert. Am Dienstag war es im Hafen von Famagusta gelandet. Dort hatte die Polizei gestern neun Besatzungsmitglieder sowie den Besitzer des Schiffes in Gewahrsam genommen. Hintergrund war der Verdacht, dass sich an Bord befindliche Männer mit falschen Papieren als Seeleute ausgaben. Mit der “C Star” wollen Aktivisten der “Identitären Bewegung” aus mehreren Ländern im Rahmen der von ihnen ausgerufenen Aktion “Defend Europe” verhindern, dass weiterhin Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa kommen. Dazu wollen sie Schiffe von anderen Nichtregierungsorganisationen beobachten, die Flüchtlinge aus Seenot retten. Zu den Initiatoren gehört Martin Sellner, Co-Leiter der “Identitären Bewegung” in Österreich. (…) Per Twitter zeigte sich “Defend Europe” optimistisch, dass die Vorwürfe fallengelassen würden und das Schiff seine Fahrt nach Sizilien fortsetzen könne, wo derzeit laut Fiß 10-15 Mitglieder der “Identitären Bewegung” aus verschiedenen europäischen Ländern warten, um an Bord gehen zu können. Darunter sind auch drei Deutsche.

via faktenfinder tagesschau: Flüchtlinge im Mittelmeer Schiff der “Identitären” fährt wieder

vessel: 12

Identitären-Schiff: Kapitän arbeitete für FPÖ

Das Boot der Rechtsextremen liegt weiterhin im Hafen der nordzypriotischen Stadt Famagusta. Einer der Festgenommen sei Alexander Schleyer, der bis März parlamentarischer Mitarbeiter eines FPÖ-Nationalratsabgeordneten war. Unter den Besatzungsmitgliedern des von der rechten „Identitären Bewegung“ gecharterten Schiffes, das im nordzypriotischen Hafen Famagusta festsitzt, befindet sich Medienberichten zufolge ein ehemaliger Mitarbeiter des FPÖ-Abgeordneten und geschäftsführenden NÖ-Parteiobmanns Christian Höbart. Es handelt sich den Angaben zufolge um den ehemaligen deutschen Marinesoldaten Alexander Schleyer. Laut Medienberichten sind Schleyer und neun Besatzungsmitglieder inzwischen festgenommen und ein Haftbefehl für einen Tag angeordnet worden, wie die nordzyprische Zeitung Kibris gazetesi am Donnerstag berichtete. Zu den Hintergründen der Festnahme liegen verschiedene Berichte vor. Die nordzyprische Zeitung Yeni Düzen meldete unter anderem, die Besatzung würde der Dokumentenfälschung beschuldigt. Die tageszeitung (taz) berichtete dagegen unter Berufung auf eine Nichtregierungsorganisation, dem Kapitän werde Schlepperei vorgeworfen. (…) Nach Meinung der Rechtsextremisten sind die Asylanträge auf eine Intrige von Nichtregierungsorganisationen (NGO) zurückzuführen. „Fünfzehn Mitglieder der Trainingscrew lehnten dieses Bestechungsangebot ab“, heißt es. Die „Identitären“ geben an, es laufe eine Untersuchung gegen den Kapitän und die Crew, die nach ihrer Ansicht auf „urplötzliche Anschuldigen“ der fünf Asylsuchenden zurückgehe. (…) Höbart bestätigte am Donnerstag gegenüber der APA auf Anfrage, dass Schleyer für ihn als parlamentarischer Mitarbeiter tätig gewesen sei, zwischen April 2016 und März 2017. Seit er seinen Dienstvertrag mit Schleyer gelöst hatte, habe er keine Kenntnis von dessen jetzigen Tätigkeiten und er wolle die Angelegenheit auch nicht weiter kommentieren. „Die Sache ist für mich gegessen, ich will sie nicht wieder aufwärmen“, so der FPÖ-Abgeordnete. Höbart hatte im März Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung die Auflösung des Dienstverhältnisses mit Schleyer mitgeteilt. Dieser soll auf Facebook einen Holocaustleugner gelobt und etwa von „Eselsfickerkulturen“ geschrieben haben. Er verurteile derartige Hasspostings aus tiefster Überzeugung, hatte Höbart damals betont. Schleyer, Autor für das neurechte Magazin Blaue Narzisse, hatte zuletzt auf Instagram Bilder von der Brücke eines Schiffes gepostet. Das Schiff namens „C-Star“ versteht sich als Antwort der rechtsextremen „Identitären“ auf die zivilgesellschaftlichen Seenotretter im Mittelmeer, um die „Invasion der Illegalen“ zu stoppen. An Bord waren „Identitäre“ aus Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien zum Start ihres „Defend Europe“ -Projekts im sizilianischen Catania gegangen.
Wie Kibrıs Postasi schrieb, war die „C-Star“ mit einer Crew von 20 Tamilen – entweder aus Indien oder aus Sri Lanka – in Famagusta eingelaufen. Die Crew habe das Schiff im Hafen verlassen, und fünf der Mitglieder haben daraufhin Asyl beantragt. Bei ihrem Verhör gaben die Tamilen an, sie hätten dem Kapitän Geld bezahlt, damit er sie nach Italien bringe.

via tt: Identitären-Schiff: Kapitän arbeitete für FPÖ

Rechtes Bekleidungsgeschäft in Dortmund?

Am 22. Juli eröffnete in der Kaiserstraße 5a der ‚Streetwear‘-Laden SportlichElegant. Nach eigener Auskunft bietet der Bekleidungsladen „Stylische Klamotten für den Alltag, das Training oder auch für`s Stadion“ (sic!) an ein interessiertes Publikum an. Daneben wird auch unterschiedliches Kampfsportzubehör verkauft. Das Geschäft richtet sich damit vorrangig an Personen aus der Kampfsport- und Hooliganszene. Doch einige Hinweise lassen die Vermutung zu, dass hier vor allem eine rechte Kundschaft angesprochen werden soll. Betrieben wird der Laden von dem Duisburger Daniel Heinze, der ursprünglich aus Cottbus stammt. Dass er ausgerechnet ein Geschäft dieser Art eröffnet hat, ist kein Zufall: Heinze war selber in Hooligankreisen des MSV Duisburg aktiv und kann dem Umfeld der mitterweile aufgelösten Hooliganvereinigung Division Duisburg zugerechnet werden. Diesen Schluss lassen Bilder zu, auf denen er mit Mitgliedern und Neonazis der Duisburger Hooligangruppe zu sehen ist. Die Division Duisburg war eng mit den Strukturen des Nationalen Widerstands Duisburg verbunden und fiel immer wieder durch rechte und gewalttätige Äktionen inner- und außerhalb des Stadions auf.1 Neben einer regelmäßigen Teilnahme an den Duisburger Pegida-Aufmärschen und an den Ausschreitungen der HoGeSa-Demo 2015, kann der Divison zuletzt ein Überfall auf eine Party der Ultragruppe Kohorte”im Januar 2015 zugerechnet werden.2 Nach diesen Ereignissen löste sich die Division – mutmaßlich aus Sorge vor Repressionen – auf.3

via antifa union: Rechtes Bekleidungsgeschäft in Dortmund?

Widerstandsgruppe “Rote Kapelle” – Weg mit Hitler – das war ihr Programm

Der Widerstand der “Roten Kapelle” gegen die Nazis wurde lange unterschätzt – auch von Stalin. Ein unglaublicher Fehler der Sowjets ließ die Gruppe auffliegen. Die alte Dame sitzt in ihrem Wohnzimmer in München-Schwabing und serviert Kaffee, durch die offene Balkontür scheint die Sonne. Die Bücher in der Schrankwand sind sauber geordnet, auf Augenhöhe stehen gerahmte Fotos. Darunter das Schwarz-Weiß-Bild eines verliebten Paares: Harro Schulze-Boysen und Libertas Haas-Heye. “Sie waren unsere Nachbarn”, sagt Gerda May, “der elegante Offizier und seine bildschöne Frau.” Dann holt die ehemalige Lehrerin einen Aktenordner aus dem Schrank. Der Zweite Weltkrieg war fast vorbei, die Rote Armee stand vor Berlin – da ermordeten die Nazis noch jene, die aktiv Widerstand geleistet hatten. Eine Auswahl der NS-Gegner, die Hitler mitunter auf direkten Befehl töten ließ.  94 Jahre ist sie alt, aber Namen, Daten, Adressen, alles ist präsent. “So etwas vergisst man nicht”, sagt sie und legt Briefe des “Schu-Boys” auf den Tisch. Sie wohnten damals im selben Haus: Altenburger Allee 19, Berlin-Charlottenburg. Bis zu jenem 31. August 1942, an dem Harro Schulze-Boysen, Oberleutnant der Luftwaffe, von der Gestapo verhaftet wurde. “Noch am selben Abend kam Libertas ganz aufgelöst zu uns”, erzählt May. Die Geschichte der Roten Kapelle ist weit weniger bekannt als die des 20. Juli oder der Weißen Rose. Vor allem Künstler und Intellektuelle gehörten dazu, aber auch Beamte und Militärs, Studenten, Ärzte, Arbeiter. Etwa 40 Prozent von ihnen waren Frauen. Es gab keine politischen Leitlinien – weg mit Hitler lautete das Programm. Den Namen Rote Kapelle gaben ihnen die Nazis, als sie 1941 einen Funkspruch aus Moskau auffingen – Funker hießen im Jargon auch “Pianisten”, mehrere ergaben also eine Kapelle. Zwei Männer standen im Zentrum. Harro Schulze-Boysen, Großneffe des Flottenadmirals Alfred von Tirpitz, machte früh Bekanntschaft mit den Nazis. Die SA stürmte 1933 die Redaktion seiner linksliberalen Zeitschrift Der Gegner, misshandelte den Jurastudenten und ermordete vor seinen Augen einen jüdischen Freund. Für Schulze-Boysen ist dies der Beginn seines Doppellebens: Er macht eine Fliegerausbildung und arbeitet von 1934 an in der Nachrichtenabteilung des Reichsluftfahrtministeriums – und formiert eine Widerstandsgruppe. (…) Die jungen Leute lachen, als gäbe es kein Morgen – wohl wissend, dass ihnen die Todesstrafe droht. Denn da haben sie ihre Aktivitäten längst ausgedehnt. Sie verfassen Flugblätter, helfen Juden und geflohenen Häftlingen, sammeln Informationen und nehmen Kontakt zu ausländischen Geheimdiensten auf. (…) Nach dem Krieg hatten Weisenborn, Grimme und andere versucht, Manfred Roeder, den Richter, der die Todesurteile fällte, vor Gericht zu bringen. Vergeblich. In der Propagandaschlacht des Kalten Krieges gelang es Roeder sogar, inzwischen CDU-Gemeinderat in Hessen, die Rote Kapelle öffentlich als “moralisch entartete”, kommunistische Verschwörung zu diffamieren. Einer Haltung, der die Nachkriegsöffentlichkeit bis hin zu Spiegel und Stern gerne folgte.

via sz: Widerstandsgruppe “Rote Kapelle” – Weg mit Hitler – das war ihr Programm

Rechtsrock-Konzerte in #Thüringen – Die rechtsradikalen Strippenzieher von #Themar

Erneut findet im thüringischen Themar ein Rechtsrock-Konzert statt. Dahinter stecken zwei lokale Neonazi-Größen: Der eine verkauft Shirts mit “HTLR”-Aufdruck, der andere baute eine rechtsextreme Website auf. Es wird ein unruhiges Wochenende für die 2913 Einwohner der thüringischen Stadt Themar – schon wieder. Bereits vor zwei Wochen reisten 6000 Neonazis in den Ort, feierten beim Festival “Rock gegen Überfremdung” mit “Sieg Heil”-Rufen und Hitlergruß. Es war europaweit eines der größten Neonazi-Konzerte der vergangenen Jahre. 1000 Polizisten mussten die Veranstaltungen sichern. 46 Strafanzeigen nahmen die Beamten auf – wegen Bedrohung, Körperverletzung und Waffengesetz-Verstößen. Am Samstag soll das rechte Spektakel fortgesetzt werden. “Rock für Identität” – so nennen die Veranstalter die rechte Zusammenkunft, bei dem Bands wie “Sturmgewehr” und “Frontalkraft” spielen sollen. Zwischen 500 und 1000 Neonazis werden erwartet. Deutlich weniger als zuvor. Aber dennoch: Der Ort fühlt sich allein gelassen, die Landesregierung präsentiert sich machtlos. (…) Und so geraten Stadt und Region bundesweit wegen ihrer Neonazi-Szene weiter in den Fokus. Das liegt insbesondere daran, dass nur wenige Kilometer entfernt von Themar ein rechtes Netzwerk seinen Hauptsitz hat. Zwei Personen ziehen bei den Konzerten die Fäden: Tommy Frenck und Patrick Schröder. Wer sind die beiden? Am 20. April, dem Geburtstag von Adolf Hitler, gibt es im Gasthaus von Tommy Frenck schon mal ein Schnitzel für 8,88 Euro. Ein Zahlencode: Die 88 steht in rechtsextremen Kreisen als Abkürzung für HH – “Heil Hitler”. Der 30-jährige Frenck ist gelernter Koch und in der Region aufgewachsen. Vor drei Jahren hat er das Restaurant “Goldener Löwe” in Kloster Veßra für 80.000 Euro gekauft – Versuche der Gemeinde, den Kauf zu verhindern, scheiterten. Das Dorfgasthaus liegt keine drei Kilometer von Themar entfernt. Das Restaurant hat Frenck, der für die NPD im Kreistag sitzt, seitdem zum Treffpunkt der rechten Szene aufgebaut. Wöchentlich veranstaltet er dort Konzerte oder andere Veranstaltungen. Frenck meldete auch das Konzert vor zwei Wochen in Themar an. Die Wege sind kurz, die Kontakte einfach: Der Veranstaltungsort, eine Wiese, gehört einem früheren AfD-Politiker. (…) Neben Frenck gibt es noch einen weiteren Organisator, er hat auch die Veranstaltung am Samstag angemeldet: Patrick Schröder, NPD-Mann aus der Oberpfalz. Die beiden kennen sich, haben schon häufiger Veranstaltungen wie diese geplant. Doch nicht nur das verbindet sie. Der 1983 geborene Schröder verdient sein Geld ebenfalls mit einem Versandhandel für Nazi-Nippes, betreibt das Kleidungslabel “Ansgar Aryan”. Szene-Beobachtern gilt Schröder mehr als der Denker, Frenck als Macher. Schröder wurde vor Jahren vor allem wegen seines rechtsextremen Medienportals “FSN” bekannt, auf dem er Audio- und Videoinhalte verbreitete. In den Sendungen traten auch Ex-NPD-Bundeschef Udo Pastörs und der heutige NPD-Vorsitzende Frank Franz auf. Dabei versuchte er, durch eine lockerere Sprache den Nachwuchs an die NPD heranzuführen – garniert mit harten Worten. Er “weiß sehr genau, wo die Grenzen hin zur Volksverhetzung sind”, sagte einst der Sprecher des Bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz. In der NPD-Hierarchie schaffe es Schröder weiter als Frenck, war zwischenzeitlich im Landesvorstand der bayerischen NPD. Doch er blieb bei den Rechtsextremen umstritten.”Frenck gilt auch regional in Südthüringen als einflussreiche Figur der Neonazi-Szene”, sagt Christoph Lammert, Sprecher der Mobilen Beratung “Mobit” gegen Rechtsextremismus in Thüringen. Schröder hingegen sei nicht so stark eingebunden, hatte nicht nur Freunde bei den Neonazis. Beide hätten aber durch ihren Versandhandel und Medienprojekte eine recht große Bedeutung für die bundesweite Szene, so Lammert.

via spon: Rechtsrock-Konzerte in Thüringen Die rechtsradikalen Strippenzieher von Themar

siehe auch: Neonazi-Konzert mit 6.000 Besuchern am 15. Juli in Themar, Auswertung: Gelder, Strukturen und der Umgang der Behörden. Am 15. Juli 2017 fand im Süden Thüringens mit rund 6.000 Teilnehmern eines der europaweit größten Neonazi-Konzerte seit langem statt. Nach dem Erfolg mobilisieren Neonazis für den 29. Juli 2017 unter dem Motto „Sturm auf Themar 2.0″ ein weiteres Mal in die Region. In diesem Hintergrundtext gibt es einen Überblick über den Ablauf einer solchen Konzertorganisation, über die Finanzierung und Gewinne, über einen Teil der beteiligten Strukturen und Unterstützer. Im Fokus stehen auch der Polizeieinsatz, die Versammlungsbehörde und die Gerichtsurteile zum Konzert in Themar. Kurz: Das Landratsamt hätte das Neonazi-Konzert verhindern können, in dem es den Versammlungscharakter abspricht und es zur Kommerzveranstaltung deklariert, es war jedoch nicht gut vorbereitet und hatte seine Darstellungen vor Gericht nicht ausreichend begründet. In der Neonazi-Szene wird gestritten, den Organisatoren aus Themar wird Geldgier vorgeworfen, eine regionaler Thüringer Stützpunkt einer Neonazi-Partei bezeichnet diese sogar als „braun lackierte Kapitalisten“. Für Skepsis sorgen Kontakte von Tommy Frenck zu Mitarbeitern im Landratsamt, hier wurden entsprechende Emails zu gespielt. Für die Versammlungsbehörde gibt es noch ein paar Handlungsempfehlungen, was sie besser machen könnte, um vor Gericht das nächste mal zu bestehen. (…) Die Konzerte dienen dem Austausch und der Vernetzung sowie dem Transport von Ideologie, inzwischen aber vor allem um die größtmögliche Gewinnerzielung. Konzerte, die in der Erlebnisscheune in Kirchheim („Erfuter Kreuz“) ausgerichtet werden, erzielen im Schnitt rund 5.000 € Umsatz für 200 Personen über Eintrittsgelder, die alibimäßig als Spenden deklariert werden. Hinzu kommen weitere Gelder, die durch den Verkauf von T-Shirts, CDs, Essen, Getränken verkauft werden, wobei zumindest in Kirchheim der Betreiber selbst eine Zeit lang Gelder aus der Versorgung für sich abzweigte. Durch die Größe des Objektes und behördliche Auflagen dürfen maximal 200 Teilnehmer bzw. 50 Helfer („Funktionspersonal“) in das Haus, was die Gewinnerzielung einschränkt. Konzerte die als „politische Kundgebung“ in Thüringen angemeldet werden und als „Open Air“ stattfinden, haben dieses Limit nicht. Bei dem als Versammlung angemeldeten „Rock für Identität I“ in Hildburghausen wurden 2016 rund 85.000 € über Eintrittskarten generiert, beim „Rocktoberfest“, das von den ‑„Turonen“ im Herbst 2016 unter Legende in einer Schweizer Halle organisiert wurde, kamen bereits rund 150.000 € alleine über die Eintrittskarten zusammen.

Schiff der “Identitären” auf Zypern festgehalten – #ibster #sellner

In Nordzypern haben die Behörden ein Schiff der Aktion “Defend Europe” festgehalten und Besatzungsmitglieder festgenommen. Während Gegner der umstrittenen Aktion jubeln, spricht “Defend Europe” von einer Intrige. Im türkisch besetzten Teil Zyperns haben die Behörden ein von der Aktion “Defend Europe” gechartertes Schiff aufgehalten. Die Polizei bestätigte dem ARD-Studio Istanbul, dass gestern neun Besatzungsmitglieder des Schiffes “C Star” im Hafen von Famagusta festgenommen wurden. Außerdem befinde sich der Besitzer des Schiffes im Gewahrsam, sagte Rasih Resat, Chefredakteur der örtlichen Zeitung “Kibris Postasi” dem ARD-faktenfinder. Nach einem Termin beim Haftrichter würden die Männer zunächst bis morgen festgehalten. Die Behörden prüfen laut Resat, ob sich an Bord befindliche Männer mit falschen Papieren als Seeleute ausgegeben haben. (…) An Bord der “C Star” befanden sich zusätzlich zur übrigen Besatzung 20 Männer aus Sri Lanka. Das sagte Ülkü Tasseven gegenüber dem ARD-faktenfinder. Tasseven ist Koordinatorin eines Projekts von SOS Kinderdörfer und UN-Flüchtlingshilfswerk in Nordzypern. Laut Tasseven gingen die Männer in Famagusta von Bord, 15 von ihnen reisten vom Flughafen Ercan zurück in ihre Heimat. Fünf baten ihr zufolge um Asyl. Sie sollen angegeben haben, dass sie in Dschibuti aufs Schiff gelangten und ihnen gegen Geld versprochen wurde, nach Italien gebracht zu werden. Tasseven zufolge wird der Schiffscrew nun vorgeworfen, dass die srilankischen Männer gefälschte Seemannspapiere gehabt hätten. (…) “Defend Europe” stellt es in einer auf Twitter veröffentlichten Erklärung dagegen so dar: Die 20 angehenden Seeleute absolvierten an Bord des gecharterten Schiffens einen “kostenpflichtigen Trainingseinsatz”. Sie seien dann auf Zypern von einer Nichtregierungsorganisation, deren Namen “Defend Europe” nicht nennt, bestochen worden, Asylanträge zu stellen und hätten dann “urplötzlich Vorwürfe gegen den Kapitän und die restlichen Mannschaft der ‘C-Star” erhoben.

via tagesschau: Schiff der “Identitären” auf Zypern festgehalten

siehe auch: So versuchen sich die Identitären ihr Fiasko schönzureden. Der Kapitän des Schiffes wurde offenbar festgenommen – jetzt schlagen die Rechten zurück. Die groß angepriesene Aktion „Defend Europe“ wurde für die Identitären zum absoluten Fiasko. Der Kapitän eines von der rechten “Identitären Bewegung” gecharterten Schiffes und neun Besatzungsmitglieder sind nach Medienberichten in Nordzypern festgenommen worden. Ein Gericht in der Hafenstadt Famagusta habe gegen die zehn Verdächtigen einen eintägigen Gefängnisaufenthalt angeordnet, berichtete die Zeitung “Kibris gazetesi” am Donnerstag. Die Zeitung “Yeni Düzen” berichtete, ihnen werde unter anderem Dokumentenfälschung vorgeworfen. Die Nationalität der Besatzungsmitglieder war zunächst unklar. Die “Identitäre Bewegung” will Migranten vor der Küste Libyens abfangen und zurück nach Afrika bringen. Zu diesem Zweck haben die “Identitären”, die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet werden, das Schiff “C-Star” gechartert. Die “C-Star” liegt laut der Website MarineTraffic seit Mittwoch im Hafen von Famagusta. Jetzt versuchen sich die Rechten das Fiasko schönzureden, indem sie den Schwarzen Peter den NGOs zuschieben. Besonders angriffslustig zeigt sich indes Identitäten-Chef Martin Sellner. Dieser veröffentlichte gleich mehrere Tweets, in denen er die NGOs für das Fiasko verantwortlich macht. Darunter: “Unfassbar wie weit diese NGOs gehen :D” – die Tweets löschte Sellner mittlerweile wieder, sind im Google-Cache jedoch noch auffindbar. Ins selbe Horn bläst auch „Defend Europe“. Über ihren Twitter-Account veröffentlichten die Initiatoren ein Statement, in dem sie den NGOs „Intrigen“ und „Sabotage“ vorwerfen. Außerdem bestätigen sie, dass die Aktion noch lange nicht vorbei sei.

Nach Fall #Hübner- Hilfe von #FPÖ – Website für ultrarechte #Identitäre

Den Urlaub des FPÖ- Chefs auf Ibiza nutzen offenbar einige Fraktionsmitglieder zu einer für die Partei nicht ungefährlichen Richtungsänderung: Nach dem Antisemitismus- Fall des Nationalratsabgeordneten Johannes Hübner tritt nun eine FPÖ- Website als Sprachrohr der rechtsextremen Identitären auf – auf diesem Onlineportal wird versucht, das aktuelle Fiasko der Schiffsaktion dieser Gruppe mit der Veröffentlichung rechter Propaganda zu beschönigen. (…) Ein vom Ex- Nationalratspräsidenten Martin Graf gegründetes Online- Medium drängt immer wieder mit ungustiösen Meldungen die Parteilinie Richtung Rechtsaußen, also weit weg von den größten bürgerlichen Wählergruppen. So wurde die kritische Berichterstattung aller österreichischen Tageszeitungen und vieler TV- Sender über die antisemitischen Aussagen des FPÖ- Nationalratsabgeordneten Johannes Hübner als “bestellte Medien- Hysterie” und als “Dirty Campaigning” bezeichnet. Das Wort Antisemitismus stand stets nur unter Anführungszeichen Und jetzt haben die News über ein ziemliches Fiasko der “Defend Europe” genannten Schifferl- Aktion einiger rechtsextremer Identitärer diese Propaganda- Onlineredaktion heftig verärgert: Dem Beispiel des doch recht verhaltensoriginellen US- Präsidenten folgend sei alles “Fake News”, was über die sehr kuriose Entwicklung an Bord des von Identitären kommandierten Kutters “C- Star” berichtet wird – immerhin sollen ausgerechnet von der Mannschaft, die irgendwie gegen die mutmaßliche Schlepperhilfe der NGO- Schiffe vor Libyen vorgehen will, mehrere Personen auf Zypern um Asyl angesucht haben. Und es könnte dem Kommandanten der “C- Star” sogar eine Anzeige wegen Schlepperei drohen. Darüber berichteten die “Frankfurter Allgemeine Zeitung”, die “Deutsche Welle”, “Die Zeit”, “Die Süddeutsche”, “Der Spiegel”, der “Kurier”, die “OÖ Nachrichten” etc. etc. – und natürlich auch topaktuell krone.at . Aber das blaue, von einigen engen Mitstreitern Heinz- Christian Straches gegründete Web- Magazin hält den Identitären selbst in deren bittersten Zeiten die Treue, bezeichnet diese Nachrichten aus Zypern beharrlich als “Fake News” und veröffentlicht dazu sogar ein Propaganda- Schreiben der Rechtsextremen.

via krone.at: Nach Fall Hübner – Hilfe von FPÖ- Website für ultrarechte Identitäre

Abduction, torture and intimidation: Azerbaijan’s endless crackdown on independent journalism

Media outlets in Azerbaijan routinely deal with torture, assault, raids, imprisonment and endless intimidation, as verified reports submitted to Index on Censorship’s Mapping Media Freedom project show. “The years-long crackdown on the independent press by the regime of Ilham Aliyev has accelerated in recent months. This is clearly one of the world’s worst environments for press freedom and, consequently, for the public’s right to information,” Hannah Machlin, project manager for Mapping Media Freedom, said. International media freedom rankings confirm the country’s stagnating record where autocratic repression is consistent, if not the functioning political system itself. Although authorities continue to claim that the majority of the country’s 147 political prisoners are criminals, religious radicals and tax evaders, the international community of rights watchdogs view it differently. A new wave of attacks against media freedom advocates, journalists and activists within the past two months alone illustrate a place where the primacy of Ilham Aliyev, Azerbaijan’s president, and his word overrides the primacy of the words of others, particularly his critics. One such critic, Afgan Mukhtarli, an investigative journalist, disappeared on 29 May while on his way to his home in Tbilisi. Mukhtarli reappeared the next day across the border in Azerbaijan and was accused of illegal border crossing, smuggling (police allegedly found €12,000 on him) and resisting police. He was immediately sentenced to three months in pre-trial detention. Speaking to Mapping Media Freedom, Mukhtarli’s wife Leyla Mustafayeva said she was relieved when she heard news of his arrest because after reporting her husband missing the day before, she had assumed he was dead. However, that is the only relief Mustafayeva has had since her husband’s kidnapping: “I have no hope for the investigations. They have been stalled. They don’t want to investigate. Police allegedly cannot find any footage. The only video that was made available to our lawyer was shown two weeks after Mukhtarli’s disappearance and it’s just of my husband getting on the bus that usually takes him home.” Mukhtarli’s case is unique in that his is the first cross-border operation alleged to be carried out in tandem with the Georgian government. While this has yet to be confirmed by officials in Georgia, Azerbaijani lawmaker and a member of the Parliament Human Rights Committee Elman Nasirov claimed Mukhtarli’s kidnapping was “the most successful operation carried out in recent years.” Nasirov also accused Mukhtarli of being a member of a far larger anti-Azerbaijan network.

via indexoncensorship: Abduction, torture and intimidation: Azerbaijan’s endless crackdown on independent journalism