junge welt vom 24.02.2005 – Kaderschmiede für sächsische NPD

Zusammenarbeit hessischer Burschenschaften mit Dresdner Landtagsfraktion der neofaschistischen Partei ist lange bekannt. Nun beschäftigt die Kooperation auch den Verfassungsschutz
Die sächsische NPD macht offenbar gemeinsame Sache mit Burschenschaften in Hessen. Wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit der neonazistischen Partei stehen Zeitungsberichten zufolge mindestens drei studentische Verbindungen unter Beobachtung des hessischen Verfassungsschutzes. Dessen Direktor, Lutz Irrgang, sprach am Freitag vergangener Woche von einer »neuen Qualität« der Kooperation. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Gießener Dresdensia-Rugia, die als Kaderschmiede der sächsischen NPD dienen soll.
Nach Presserecherchen arbeiten in der sächsischen NPD-Fraktion gleich drei Parteifunktionäre, die aus der Dresdensia-Rugia hervorgegangen sind. Darunter findet sich als »prominentester« Kopf der NPD-Abgeordnete, Jürgen W. Gansel, der kürzlich mit seiner Rede im sächsischen Landtag über den »Bomben-Holocaust von Dresden« bundesweit für Empörung gesorgt hatte. Gansel, der in Marburg und Gießen Geschichte studierte, war bis 2000 Mitglied der Dresdensia-Rugia, die in Gießen den Ruf als rechteste der örtlichen Burschenschaften hat. An Gansels Seite fungieren als Fraktionsassistent Stefan Rochow, Bundesvorsitzender der Jungen Nationaldemokraten (JN), sowie Arne Schimmer als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Die drei Zugereisten waren während ihrer Gießener Zeit im NPD-Kreisverband Lahn-Dill aktiv.

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