TLZ: Hohn und Feindseligkeit

Rechtsextreme Aktivitäten der beiden Weimarer Kameradschaften und ihres Umfeldes haben im Jahr 2004 sprunghaft zugenommen: Zu diesem Schluss kommt eine Dokumentation zur Entwicklung des Rechtsextremismus in Weimar und im Weimarer Land, die von der Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus vorgelegt wurde.
Aus dieser Dokumentation geht hervor, dass rechtsextreme Aktivitäten im negativen Sinne an politischer Qualität gewonnen haben: gut organisierte Flugblattaktionen, eine starke Präsenz im öffentlichen Raum, nationale Stadtrundgänge, Versuche an gesellschaftlichen Ereignissen (z.B. Fußballturnieren) teilzunehmen und so weiter kennzeichneten das Bild. Die Versuche der Szene, sich im Sog der Wahlerfolge rechtsextremer Parteien und gestärkt vom Schulterschluss so genannter freier Kameradschaften mit der NPD als seriöser Partner anzubieten, hätten vor allem bei jungen Menschen, aber auch bei von sozialen Umbrüchen Verunsicherten und Betroffenen, “besorgniserregende Erfolge” gezeitigt. Begleitet werde diese Betriebsamkeit von einer neonazistischen Internetpräsenz, “welche vor Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffen auf Persönlichkeiten des Weimarer Stadtlebens nur so überquillt”.
T-Shirt-Slogans, Website-Links, auch die Flugblätter und die im Rahmen einer Razzia zutage geförderten Fotografien jedoch ließen keinen Zweifel daran, dass die Weimarer Szene der militanten Neonazi-Szene Deutschlands zuzuordnen sei. “Hohn, Hass und Feindseligkeit” gegen Spätausiedler, Ausländer und Juden sowie gegen das “BRD-System und seine “Systemknechte” (Polizei) würden die Äußerungen dieses auf 25 Personen zu schätzenden Kerns der Weimarer Gruppierungen bestimmen.

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