NRW: Offenbar ein Dutzend V-Leute aufgeflogen

NRW: Offenbar ein Dutzend V-Leute aufgeflogen | tagesschau.de
Ein Skandal um einen schwerkriminellen V-Mann in Nordrhein-Westfalen bringt den Verfassungsschutz (VS) offenbar um seine Informanten. Laut einem Bericht der “Frankfurter Rundschau” sind bis zu zwölf V-Männer in der rechtsextremen Szene enttarnt worden. Nun müsse der Verfassungsschutz ohne Informanten in Ostwestfalen auskommen – und hier liegt ein Schwerpunkt der Neonazi-Szene in den alten Bundesländern. Vorausgegangen war die Enttarnung eines kriminellen Neonazis als V-Mann. Der 27-jährige Sebastian S. war in der Szene anerkannt, da er zahlreiche Konzerte organisiert hatte – unter anderem Veranstaltungen zum Gedächtnis an den Kopf der britischen Neonazi-Band “Screwdriver”, Ian Stuart, der 1993 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Bei diesen Konzerten treten vor allem Neonazi-Bands aus dem “Blood & Honour”-Umfeld auf, diese Skinhead-Organisation ist in Deutschland seit dem Jahr 2001 verboten. Auch die Mobilisierung zu diesen Veranstaltungen läuft über “Blood & Honour”, wie aus entsprechenden Internet-Seiten aus dem Neonazi-Netzwerk hervorgeht. “B&H” nicht aktiv in NRW? Auch die Band “Oidoxie” – eine Neonazi-Band aus Dortmund- steht in der rechtsextremen Szene nach der Enttarnung von S. nun unter Verdacht, mit dem Verfassungsschutz kooperiert zu haben – oder zumindest von der Verbindung gewusst zu haben. (…) Der enttarnte V-Mann war auch in zahlreiche Delikte verwickelt. So wurde er 2004 in Gütersloh wegen Handels mit Betäubungsmitteln in 178 Fällen verurteilt. Im November 2005 wurde er in Dortmund wegen Nötigung, Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz verurteilt. Ein gutes Jahr später, im Dezember 2006, wurde Sebastian S. erneut wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt. Außerdem soll er einen Komplizen zu einem Überfall angestachelt haben

siehe auch: Schwerkrimineller als V-Mann? In Düsseldorf tagt heute das parlamentarische Kontrollgremium, um den Fall von Sebastian S. zu beraten. Acht Landtagsabgeordnete fordern vom Innenministerium Auskunft über die Verbindung zwischen dem Verfassungsschutz und dem 27-Jährigen. Sebastian S. ist verurteilt wegen Nötigung, Körperverletzung, Verstößen gegen das Waffengesetz und Drogenhandel; V-Leute bei Neonazis wurden enttarnt. Offenbar durch eine Panne bei der Verständigung zwischen der Staatsanwaltschaft Bielefeld und dem nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz sind bis zu ein Dutzend Informanten aus der rechten Szene enttarnt worden. Nun sollen in Internetforen die Klarnamen der V-Leute und Aufrufe zur Vergeltung kursieren. (…) Die Neonazi-Szene um Dortmund und in Ostwestfalen-Lippe gilt als extrem gefährlich. Nach Informationen von WELT ONLINE sollen in Internetforen der Kameradschaften die Klarnamen der enttarnten Personen und Aufrufe zur Vergeltung kursieren; Offenbar ein Dutzend V-Leute in NRW aufgeflogen. Ein Skandal um einen schwerkriminellen V-Mann in Nordrhein-Westfalen bringt den Verfassungsschutz (VS) offenbar um seine Informanten. Laut einem Bericht der “Frankfurter Rundschau” sind bis zu zwölf V-Männer in der rechtsextremen Szene enttarnt worden. Nun müsse der Verfassungsschutz ohne Informanten in Ostwestfalen auskommen – und hier liegt ein Schwerpunkt der Neonazi-Szene in den alten Bundesländern.

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