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Neuer Prozess nach Feuertod: Selbstmord sei eine „unbewiesene Grundannahme“

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Im Fall eines zunächst freigesprochenen Polizisten um den Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh soll es auf Verlangen des Bundesgerichtshofes und einer Menschenrechtsorganisation erneut zum Prozess kommen. Der zunächst als Selbstmord angesehene Tod Jallohs wäre lediglich eine „unbewiesene Grundannahme“, so der Rechtsanwalt Rolf Gossner. Dagegensprechende Indizien müssten genauer geprüft werden. Nach der Anordnung eines neuen Prozesses zum Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh im Dessauer Polizeigewahrsam fordert eine Menschenrechtsorganisation neue Ermittlungen. Der Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte, der Bremer Rechtsanwalt Rolf Gössner, sagte nach einer Vorabmeldung des „Spiegels“, er tendiere zwar nicht zu der Mordtheorie von Angehörigen und Freunden Jallohs, „aber diesem Verdacht muss stärker als bisher nachgegangen werden“. Wegen „Lücken in der Beweisführung“ hatte der Bundesgerichtshof am Donnerstag den Freispruch des Landgerichts Dessau für einen Polizeibeamten aufgehoben und den Fall an das Landgericht Magdeburg verwiesen. Gössner sagte dem Nachrichtenmagazin zufolge, die „unbewiesene Grundannahme“ einer Selbsttötung habe bislang „die Option verbaut, auch andere Ursachen für das Entstehen des Feuers zu prüfen“. So seien verschiedene Indizien nicht hinreichend gewürdigt worden, die auf ein Verschulden Dritter hindeuten könnten, etwa der Nasenbruch und die Trommelfellverletzung Jallohs.

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