Partei-Prüfer unter Anklage

Eine Anklage gegen den Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt Werner Linn hat die Staatsanwaltschaft Frankenthal (Rheinland-Pfalz) erhoben. Linn hatte zwei Rechenschaftsberichte der NPD als korrekt bestätigt, die vom früheren NPD-Schatzmeister Erwin Kemna erstellt worden waren. In den betreffenden Zeiträumen soll die NPD aufgrund falscher Angaben unberechtigt Staatsgelder aus der Parteienfinanzierung in sechsstelliger Höhe bekommen haben. (…) “Anhaltspunkte für erhebliche Mängel” soll Linn in den beiden von ihm geprüften Rechenschaftsberichten gehabt haben, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig der Regionalzeitung Rheinpfalz. Pflichtgemäß hätte er deshalb “eine vertiefte Prüfung durchführen müssen”. An die dafür geltenden Standards habe sich Linn jedoch nicht gehalten. Statt dessen bescheinigte er den beiden nach Überzeugung der Ermittler fehlerhaft abgefassten Berichten mit seinem Wirtschaftsprüfer-Siegel, dass sie “den Vorschriften des Parteiengesetzes” entsprechen. Linn war bereits vor Jahren sowohl als Strafverteidiger des NPD-Funktionärs Peter Marx wie auch später als Wirtschaftsprüfer für die sächsische NPD-Landtagsfraktion tätig gewesen, wo eben jener Peter Marx als Fraktionsgeschäftsführer diente. Damals hatte Linn dem schon überfälligen Fraktions-Rechenschaftsbericht innerhalb weniger Tage sein Prüfsiegel verliehen. Auch für die NPD-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern testierte Linn Rechenschaftsberichte – wohl nicht zufällig befindet sich dort die nächste Station seines ehemaligen Mandanten Peter Marx als Fraktionsgeschäftsführer.

via redok – Partei-Prüfer unter Anklage.

siehe auch: NPD-Finanzskandal: Anklage gegen weiteren Wirtschaftsprüfer. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat einem Bericht des Wiesbadener Kuriers zufolge Anklage gegen einen Anwalt und Wirtschaftsprüfer erhoben, der in die Finanzaffäre der NPD verwickelt sein soll. Einen entsprechenden Bericht der “Rheinpfalz” bestätigte den Angaben zufolge der Leiter der Staatsanwaltschaft, Lothar Liebig. Der Anwalt soll zwei fehlerhafte Rechenschaftsberichte der Partei nicht sorgfältig genug geprüft haben. Auf Basis dieser Berichte habe die Neonazi-Partei 122.000 Euro zuviel aus der Parteienfinanzierung bekommen, berichtet die Zeitung.