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Viele riefen „Alaaf und Heil Hitler“

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Zwei Kölner Historiker untersuchen den Karneval in der NS-Zeit. Ob Kölner Karneval, Mainzer Fastnacht oder Münchner Fasching – die Nationalsozialisten hatten überall ihre Finger drin und nutzten Sitzungssäle für antisemitische Hetze. So klangen Stimmungslieder in der Karnevalssession 1936: „Hurra, mer wäde jetzt die Jüdde los, die janze koschere Band trick nohm jelobte Land, mir laachen uns for Freud kapott, der Itzig und die Sara trecken fott!“ Es sei „zweifellos das dunkelste Kapitel in der Geschichte des deutschen Karnevals“, wie seit 1933 in Sitzungssälen und Rosenmontagszügen antisemitische Hetze betrieben wurde. „Viele Narren machten sich zu Komplizen eines menschenverachtenden Systems“, schreiben Carl Dietmar, Redakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“, und Marcus Leifeld in ihrem neuen Buch „Alaaf und Heil Hitler“. Die beiden Historiker arbeiten darin den „Karneval im Dritten Reich“ auf. Egal, ob Kölner Karneval, Mainzer Fastnacht, Münchner Fasching oder schwäbisch-alemannische Fasnet – die Nationalsozialisten hatten überall ihre Finger drin. Sie nutzten Heimatverbundenheit und kollektives Erleben der Feiernden, um daran anknüpfend ihre politischen Ziele und ihre Ideologie von einer „Volksgemeinschaft“ zu propagieren.

via Viele riefen „Alaaf und Heil Hitler“ – Kölner Stadt-Anzeiger.