Violent #far-right organization drives agenda on streets of #Kiev

To #Ukraine ’s embattled authorities they are terrorists and fanatics. To opposition leaders striving to keep President Viktor #Yanukovich and his government under pressure by peaceful means they are a useful weapon but a dangerous liability. Whether either side likes it or not, it is the violent tactics of a determined, far-right group called “Right Sector” that is setting the agenda on the streets of Kiev. Insiders say the group has its origins among nationalist-minded football fans – the word “sector” in Russian denotes the spectator terraces of a stadium – and includes individuals from far-right organizations from across the country. They attack the police, sometimes in pairs, usually wearing masks or helmets and armed with sticks, iron bars and “trophy” shields seized from riot police. They have no allegiance to any established political party and operate under no banner, flag or standard, not even that of recognized nationalist groups. Their numbers are unknown – though some say they have 300 people on the streets of Kiev – and they draw support from across Ukraine, with more than 100,000 supporters on Russian-language social network Vkontakte. In its mission statement on Vkontakte, Right Sector says it aims not only to force Yanukovich to sign the European Union free-trade agreement he walked away from in November, setting off the protests, but by “revolutionary” means to get rid of his “regime of occupation.” Its members, nearly all male, though a few women have been seen among them, have turned their backs on the peaceful protest advocated by the mainstream opposition and have kept riot police on the back foot with a hail of Molotov cocktails and cobblestones for the past week. By their violent tactics, they have hijacked the protest movement, known as Euromaidan – literally Eurosquare – and added a combustible element that both the authorities and the opposition are struggling to contend with. Opposition leaders disown the violence, recognizing that it gives the authorities the perfect excuse for a crackdown that might snuff out the protest movement. But Right Sector has also re-energized the movement and raised the heat on Yanukovich, serving a warning of what lies ahead if the president won’t compromise.

via dailystar: Violent far-right organization drives agenda on streets of Kiev

siehe auch: “Ukraine über Alles!”. Ein kurzer Blick auf die Kräfte hinter der aktuellen Eskalation in der Ukraine. Alles oder nichts – in dieser Eskalationsdynamik scheint die ukrainische Opposition gefangen. Unter dem “Jubel der Demonstranten” haben am vergangenen Samstag die Oppositionsführer Vitali Klitschko und Arsenij Jazenjuk das jüngste weitgehende Zugeständnis von Präsident Janukowitsch als “vergiftet” abgelehnt. Der verstärkt unter Druck geratende Staatschef hatte den beiden Oppositionellen den Posten des Premiers (Jazenjuk) und seines Stellvertreters (Klitschko) angeboten. (…) Wie sehr die gemäßigten Kräfte innerhalb der Opposition zu Getriebenen einer von Extremisten angeheizten Dynamik wurden, kann sehr gut am Beispiel des deutschen Politexports Wladimir Klitschko begutachtet werden (Ost oder West?). Seine Versuche, die von den Rechtsextremen forcierte Eskalation der Gewalt am 19. Januar zu verhindern, brachten dem Boxweltmeister eine von Buhrufen begleitete Attacke mit einem Feuerlöscher ein (Schlittert die Ukraine ins Chaos?). Ausgepfiffen wurde Klitschko auch nach seinem ersten Gespräch mit Janukwoitsch am vergangenen Donnerstag, nachdem er mühsam “rechte Schlägertrupps an den Barrikaden in der Gruschewski-Straße zu einer kurzen Waffenruhe” überreden konnte, wie es inzwischen selbst Spiegel-Online auffällt. Inzwischen sind es gerade diese rechtsextremen “Scharfmacher” (Hass auf Moskauer, Juden und “andere Unreine”), die auf der Straße das Heft des Handelns in der Hand halten. Vermittels ihrer militanten und gut vernetzten Anhängerschaft können sie jederzeit Konfrontationen mit den Polizeikräften initiieren, um so alle Bemühungen zu einer Entspannung der Lage zu torpedieren. Klitschko und auch Jazenjuk hatten am Samstag somit eigentlich gar keine anderen Optionen, als das Angebot Janukowitschs abzulehnen, wollten sie nicht innerhalb der Opposition umgehend marginalisiert werden. Beide Politiker sind längst zu Getriebenen geworden, die dem Gang der Eskalation folgen müssen. Klitschko erklärte zudem, es gebe keine Extremisten auf dem Maidan. “Ukraine über Alles!” Dominant sind nun dezidiert faschistische und offen antisemitische Kräfte wie die Partei Swoboda (Freiheit) des Scharfmachers Oleg Tjagnibok, der seine hauptsächlich aus der Westukraine stammende Anhängerschaft zu immer neuen Angriffen aufwiegelt. Rund 12 Prozent konnten diese um einen Imagewechsel bemühten Neonazis bei den vergangenen Wahlen erringen. Daneben spielen bei den Auseinandersetzungen auf der Straße sich neu formierende, militant-neofaschistische Netzwerke eine herausragende Rolle. Neonazis insbesondere aus der Hooligan- und Fußballszene sammeln sich etwa in dem militanten Nazinetzwerk “Rechter Sektor” (Prawyj Sektor), dessen straff organisierte Einheiten bei den Straßenkämpfen in erster Reihe agieren (Brennende Polizisten und tote Demonstranten in Kiew). Auch an der entscheidenden Eskalation der Gewalt am 19. Januar, als Demonstranten abermals Parlaments- und Regierungsgebäude zur stürmen versuchten, waren Neonazis federführend beteiligt. Laut BBC haben eben die Aktivisten des Nazinetzwerks Prawyj Sektor die “Speerspitze” der militanten Angriffe gegen Polizeieinheiten gebildet. In sozialen Netzwerken riefen Aktivisten des Prawyj Sektor sogar offen zu Spenden von “Zwillen, Baseballschlägern, Stahlkugeln, Laserpointern, Benzinflaschen, Ketten und Pyrotechnika auf”, berichtete der US-Sender Radio Free Europe (RFE/RL). Am 22. Januar kündigte Andrei Tarasenko, der Koordinator dieses Neonazinetzwerkes, im Fall einer Räumung des Demonstrationscamps einen “Guerillakrieg” und einen “Bürgerkrieg” in der gesamten Ukraine an.

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