Von Kiews Straßen ins diskrete Wien

In der #Ukraine lassen sie #Demonstranten verprügeln, in Österreich liegt ihr Vermögen: Hier findet die #Machtelite ein verschwiegenes Umfeld, um den Reichtum zu vermehren. Die Anspannung steht Martin Halama ins Gesicht geschrieben. Zwar sind es nur zwanzig in Österreich lebende Ukrainer, die sich am vergangenen Freitag vor der Zentrale der UniCredit Bank Austria am Wiener Schottentor versammelt haben, doch ihre Vorwürfe sind harsch: “Blutige ukrainische Oligarchen in Österreich. Sanktionen!!!” steht auf einem Plakat. Halama, der Pressesprecher der Bank, beobachtet zunächst das Treiben, das mit dem Absingen der ukrainischen Hymne begann. Protestiert wird gegen den prominentesten ukrainischen Kunden der Bank: den einflussreichen Regierungspolitiker Andrej Kljujew, den die Demonstranten das “Monster von der ukrainischen Regierung” nennen. Ihm wird vorgeworfen, für die gewalttätigen Polizeieinsätze in Kiew verantwortlich zu sein. Und ausgerechnet dieser Mann besitzt bei der UniCredit ein Wertpapierdepot mit der Nummer 52446 829 901. Immer wieder wird er von der Opposition beschuldigt, Geld im Ausland waschen zu lassen, vor allem in Österreich. (…) Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen aber Andrej Kljujew und sein Bruder Sergej – die beiden besitzen in Wien zumindest zwei Firmen. Sergej Kljujew, der laut Firmenbuch einen Wohnsitz im niederösterreichischen Tulbingerkogel hat, ist Fraktionsvize der Regierungspartei im ukrainischen Parlament. Sein älterer Bruder Andrej fungierte zuletzt als Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrates. Vergangene Woche wurde er zum Chef der ukrainischen Präsidentschaftskanzlei ernannt und damit zu einer der mächtigsten Personen im Land. Er gilt auch als wichtigster Scharfmacher gegen die Oppositionsbewegung: In Vernehmungsprotokollen beschuldigte ihn der kürzlich abgesetzte Kiewer Bürgermeister Alexander Popow, hinter dem gewaltsamen Polizeieinsatz in der Nacht zum 30. November 2013 zu stehen, bei dem friedliche Studenten am Kiewer Maidan verprügelt wurden. Josef Sisels, der Vorsitzende der Assoziation jüdischer Gemeinden der Ukraine, vermutet in Andrej Kljujew jenen Propagandisten, der Sonderpolizisten einzubläuen versuche, hinter den aktuellen Protesten stünden “die Juden”. Kljujew lässt über seinen Sprecher ausrichten, alle Vorwürfe seien falsch und Teil einer Kampagne gegen seine Person.

via zeit: Von Kiews Straßen ins diskrete Wien

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