Straßenschlachten, Tote, Verletzte: Neuer Gewaltausbruch droht Ukraine zu zerreißen

Die Polizei schießt in die Menge auf dem Maidan, die Demonstranten greifen mit Brandsätzen an. Der ukrainische Präsident Janukowitsch und seine Gegner lassen die Gewalt sprechen. Ein Zerfall des Landes ist jetzt nicht mehr ausgeschlossen. Seit Ende November schon stehen sie sich unversöhnlich in Kiew gegenüber, die Gegner des ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch und das Regierungslager mit seinen “Berkut”-Polizeieinheiten. Sie haben verhandelt, über Wochen, über die Räumung besetzter Gebäude, über die Freilassung von inhaftierten Demonstranten, aber die Zeit für Gespräche ist vorbei: Beide Seiten lassen jetzt die Gewalt sprechen. Das Leben der anderen zählt nicht mehr viel in Kiew. Nicht für die Kommandeure der Sondereinheit “Berkut”, die nicht nur Knüppel und Tränengas einsetzte, sondern auch mit scharfer Munition in die Menge schoss. Aber auch die selbsternannte “Bürgerwehr des Maidan” schonte ihre Gegner nicht, die vermummten Kämpfer schleuderten Molotow-Cocktails in die Reihen der Polizisten. Sie hören wohl längst nicht mehr auf das Kommando der politischen Führer Arsenij Jazenjuk und Vitali Klitschko. (…) Elf Tote melden die Regierungsgegner bis zum frühen Morgen, viele davon sollen mit scharfer Munition erschossen worden sein. Das Innenministerium wiederum zählt allein sieben tote Polizisten. Das Gesundheitsministerium gibt die Zahl der Toten mit 25 an. Über das Internet verbreiteten Regierungsgegner Aufnahmen, die Leichen an den Barrikaden zeigten. Auf sozialen Netzwerken wie Twitter machten aber auch Aufnahmen die Runde, die schwer verletzte Polizisten zeigten.

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Live-Stream Maydan: http://www.ustream.tv/channel/17031376

siehe auch: 25 Tote bei Ausschreitungen in der Kiew. Die Zahl der Toten bei den Straßenschlachten in der Ukraine ist weiter gestiegen. Das Gesundheitsministerium spricht von 241 Verletzten, darunter 79 Polizisten. (…) Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch verteidigte die Gewalt gegen die Opposition. Die Regierungsgegner hätten Grenzen überschritten, als sie auf dem Unabhängigkeitsplatz Maidan zu den Waffen gerufen hatten, teilte Janukowitsch mit. Die Opposition versuche gewaltsam zu putschen, daher handele es sich um “Kriminelle, die vor Gericht gehören”. Er rief die Oppositionsführer dazu auf, sich von radikalen Kräften zu distanzieren; Der Maidan in Kiew brennt. Nach einem Tag und einer Nacht der Gewalt hält die Konfrontation in der ukrainischen Hauptstadt an. Die bisherige Bilanz: 25 Todesopfer. Präsident Janukowitsch gibt sich hartleibig und verteidigt sein Vorgehen. (…) Bei den schweren Straßenkämpfen in der ukrainischen Hauptstadt sind seit Dienstag mindestens 25 Menschen getötet worden. Laut Innenministerium sind darunter neun Polizisten. Ein Journalist der Tageszeitung “Westi” wurde von Maskierten erschossen. Nach unbestätigten Medienberichten liegen noch zusätzliche Leichen im Michailowski-Kloster in Kiew aufgebahrt. Mehr als 240 Menschen wurden laut offizieller Darstellung verletzt. In inoffiziellen Berichten ist von bis zu 1000 Verletzten die Rede. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, für die Eskalation der Lage veranwortlich zu sein. Nach der Zuspitzung der Lage in Kiew kam es auch im anti-russisch geprägten Westen der früheren Sowjet-Republik zu schweren Ausschreitungen; Tote bei Protesten in Kiew. Bei Zusammenstößen in Kiew sterben mindestens neun Menschen. Inzwischen haben die Demonstranten wieder das Rathaus besetzt. Es droht eine weitere Eskalation. (…) Die Protestler hatten sich bereits am frühen Morgen vor dem ukrainischen Parlament, der Werchowna Rada, versammelt. Die Kundgebung war bereits am Vorabend in den Sozialen Netzen angekündigt worden. Jedoch bereits um 10 Uhr am Dienstagmorgen schlugen die friedlichen Proteste in Gewalt um. Demonstranten zündeten Autoreifen an und warfen Pflastersteinen. Als Milizionäre mit Granaten antworteten, eskalierte die Situation vollends.
Spezialeinheiten greifen an Wer den ersten Stein warf, ist unklar. Demonstranten gaben an, dass die ersten Granaten von Sicherheitskräften der Sondereinheit „Berkut“ gezündet worden seien. Der amtierende Außenminister der Ukraine, Leonid Koschara, erklärte, dass die Gewalt nicht von den friedlichen Demonstranten, sondern von „radikalen Kräften“ ausgegangen sei. Auf vielen TV Kanälen des ukrainischen Fernsehens waren Truppen der Spezialeinheit „Berkut“ sehen, die zuerst die Demonstrierenden angriffen. Auf den Dächern in der Nähe des Parlaments sollen sich Sniper befunden haben, die das Feuer auf die Protestler eröffnet haben sollen. Das wiederum legt nahe, dass die Regierungskräfte auf einen gewaltsamen Angriff vorbereitet gewesen waren. Viele Politologen und Journalisten sind der Meinung, dass die gewaltsamen Zusammenstöße mithilfe von Provokateuren geplant gewesen sind. Der Zentralstab der radikalen Organisation „Pravyj Sektor“ (Rechter Sektor) hat Waffenbesitzer dazu aufgerufen, sich zu Gruppen zusammen zu schließen, um die Menschen zu verteidigen; Hintergrund: Die Opposition in der Ukraine ist zersplittert. Bei den monatelangen Protesten gegen die prorussische Führung in der Ukraine sind Regierungsgegner ganz unterschiedlicher Strömungen auf der Straße. Dazu kommen einfache, unzufriedene Bürger, die unorganisiert sind. Die Opposition ist gespalten. Abgesehen von dem gemeinsamen Ziel eines Machtwechsels gibt es kaum Aussicht auf ein geeintes Vorgehen und Programm in Kiew. (…) SELBSTVERTEIDIGUNGSKRÄFTE: Der paramilitärische Flügel der Regierungsgegner hat nach eigenen Angaben bis zu 12 000 Mitglieder. Das sind meist Mitglieder von Organisationen wie den Veteranen des sowjetischen Afghanistankrieges, aber auch von radikalen oder neofaschistischen Splittergruppen. Die oft vermummt und uniformiert auftretenden junge Männer sind zumeist unter 30 Jahre alt und vertreten eine antirussische und nationalistische Ideologie; Regierung – Demonstrationen: Analyse: Kiew steht unter Schock. Nach dem blutigsten Tag seiner jüngeren Geschichte steht Kiew unter Schock. Hastig hetzen die wenigen Menschen, die unbedingt auf die Straße müssen, durch die Innenstadt. Frauen und Kinder sind kaum zu sehen. Auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz, dem Maidan, stehen sich Tausende Demonstranten und Sicherheitskräfte unerbittlich gegenüber. Immer wieder gibt es blutige Zusammenstöße, lodern Feuer. (…) Noch ist völlig unklar, wer scharfe Munition einsetzt und warum. Wilde Gerüchte machen die Runde. Gibt es Scharfschützen? Emissäre womöglich aus Russland in ukrainischen Uniformen? Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld an dem Blutbad. «Es fließen Flüsse voll Blut», schildert die Zeitung «Ukraina Moloda» die beispiellosen Zusammenstöße in der Hauptstadt. Und die Zeitung «Segodnja» spricht bereits von «Krieg». Das riesige Gewerkschaftshaus direkt am Maidan ist rußgeschwärzt. In dem Gebäude mit der charakteristischen Uhr auf dem Dach sollen Stockwerke im Feuer eingebrochen sein, die Rettungskräfte müssen sich zurückziehen. Hier hatten die radikalen Demonstranten ihr Hauptquartier.

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