Gewalt in der Ukraine: Waffenruhe gebrochen – Tote bei neuen Kämpfen in Kiew

Der Waffenstillstand in der Ukraine hat nur wenige Stunden gehalten: Am Morgen gab es in Kiew neue Krawalle, Demonstranten vertrieben die Polizei vom Maidan, mehrere Menschen wurden getötet. Ein Treffen der EU-Außenminister mit Präsident Janukowitsch gestaltet sich schwierig. International war die Aussicht auf eine Waffenruhe in der Ukraine mit Erleichterung aufgenommen worden – aber auch mit Skepsis. Nun zeigt sich, dass Zweifel berechtigt sind. Trotz der vereinbarten Kampfpause kam es auch am Donnerstagmorgen in Kiew zu schweren Auseinandersetzungen. Fernsehbilder zeigten, wie die Regierungsgegner auf Gebiete vorrückten, die am Tag zuvor in der Hand der Polizei gewesen waren. Mehrere Polizisten wurden von Demonstranten gefangengenommen und weggebracht. Das ukrainische Fernsehen zeigte am Donnerstag zudem Aufnahmen zweier Leichen in der Nähe des Maidan. Die Körper waren mit Decken bedeckt. Ein Reuters-Fotograf auf dem Unabhängigkeitsplatz zählte gar zehn Tote. Nähere Details zu den Opfern sind bisher jedoch nicht bekannt. Von Hoteldächern am Rande des Maidan sollen Scharfschützen feuern. (…) Widersprüchliche Angaben gibt es darüber, wer trotz der erst am Mittwoch vereinbarten Waffenruhe die Gewalt erneut anheizte. Der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko machte die Polizei für den Bruch des vereinbarten Gewaltstopps verantwortlich. “Wir sehen die Situation außer Kontrolle”, sagte Klitschko nach einem Treffen mit den Außenministern aus Deutschland, Polen und Frankreich in Kiew. Doch bereits während der Nacht hatten Demonstranten ihrerseits Feuerwerkskörper in Richtung der Sicherheitskräfte abgeschossen. Auf dem Maidan sollen Redner die Parole ausgegeben haben, dass der Waffenstillstand aufgehoben sei. Gewaltbereite Demonstranten drangen in die Nähe des Regierungsviertels vor.

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siehe auch: Tote bei neuen Auseinandersetzungen in Kiew. Trotz des vereinbarten Gewaltverzichts kommt es zu neuen Unruhen im Stadtzentrum +++ Berichte über Schusswechsel und mehrere Tote +++ Parlament wird offenbar evakuiert +++ EU-Außenminister treffen Janukowitsch.  Schüsse auf dem Maidan: Derzeit kommt es offenbar auf dem Unabhängigkeitsplatz wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. In Live-Aufnahmen sind Schüsse zu hören, Augenzeugen berichten von Scharfschützen, die von Hausdächern gezielt Protestierende ins Visier nehmen – auch Demonstranten sollen Schüsse abgeben; Waffenstillstand in Kiew hält nur wenige Stunden. Augenzeugen berichten von 15 Toten auf dem Maidan. Nur wenige Stunden hält in Kiew der verkündete Gewaltverzicht an – dann gehen Demonstranten und Polizei wieder massiv aufeinander los. Offenbar gibt es 15 Tote. Das Parlamentsgebäude wird geräumt. Vitali Klitschko sieht die Situation “außer Kontrolle”. (…) Der frühere Parlamentspräsident Wladimir Litwin sagte der Agentur Interfax zufolge, das Parlamentsgebäude werde evakuiert. Gründe nannte der fraktionslose Abgeordnete zunächst nicht. Die ukrainische Regierung hat die Demonstranten beschuldigt, gezielt auf Sicherheitskräfte geschossen zu haben. Mindestens 23 Uniformierte seien verletzt worden, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit.”Scharfschützen” der radikalen Regierungsgegner würden im Stadtzentrum Mitglieder der Spezialeinheit Berkut sowie Truppen des Innenministeriums ins Visier nehmen. Die Opposition warf wiederum der Führung den Einsatz von Schusswaffen vor; Ukrainischer Geheimdienst beginnt „Anti-Terror-Aktion“. Nach tödlichen Straßenschlachten in Kiew hat der ukrainische Geheimdienst SBU eine „Anti-Terror-Aktion“ im ganzen Land gestartet. „Radikale und extremistische Gruppierungen stellen mit ihren Handlungen eine reale Gefahr für das Leben von Millionen Ukrainern dar“, teilte der SBU mit. Mit Waffengewalt, Brandstiftung, Entführungen und Mord versuchten sie nun, ihre Ziele durchzusetzen. „Das sind konkrete Terrorakte.“ Organisationen, die als terroristisch eingestuft werden, dürfen laut Gesetz „liquidiert“ werden. Der SBU hatte zuvor mitgeteilt, wegen versuchten Staatsstreichs gegen „einzelne Politiker“ zu ermitteln. Auch in westukrainischen Städten war es zu schweren Ausschreitungen gekommen. In Ternopol rund 360 Kilometer westlich von Kiew versuchten Hunderte Regierungsgegner am Dienstag, ein Polizeigebäude zu stürmen. Auch aus Iwano-Frankowsk und Rowno gab es Berichte über Angriffe. In Lwiw (Lemberg) hatten örtlichen Medien zufolge etwa 3000 Menschen eine Polizeikaserne blockiert. Die nationalistisch geprägte Gegend nahe der Grenze zu Polen gilt als Hochburg der radikalen Opposition.

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