Terror-Thilo und die Kälber

Sarrazin im BE Sarrazin, Cicero und Brecht im Sinn: “Cicero-Foyer-Gespräch” im Berliner Ensemble am Karnevalssonntag (das Ende ist bekannt) – ein Lehrstück. An der Veranstaltung mit Thilo S. im BE habe ich teilgenommen – um bei passender Gelegenheit meine Würdigung seines Wirkens ihm gerne persönlich mitzuteilen. Nebenbei: Ring frei für Narren am Karnevalssonntag – damit bin ich vertraut, ich stamme aus dem Rheinland. Es kam anders – weil andere Gäste (alle ganz ordentlich mit Eintrittskarte) eine zivile und legitime Protestform wählten und ihre Meinung auch lautstark äusserten. Ihnen stehen eben keine Podien und Medien bereitwillig zur Verfügung – Herrn T.S. hingegen schon, um seine im Kern herabwürdigende, diskriminiernde und mindestens tendenziell rassistische Stimmungsmache zu verbreiten. Der Protest war provokativ, jedoch stets argumentativ – und friedlich. Das war im BE gelebte Demokratie – konfrontativ, aber immer im Sinn der Sache. Freie Meinungsäusserung eben. Und dazu gehört auch ziviler Protest, liebe BE- und Cicero-Veranstalter. Damit hätten die Organisatoren klar kommen müssen. Kamen sie aber nicht. Sie wollten aus der öffentlichen eine geschlossene Veranstaltung machen. Völlig überfordert. Demokratie ist eben nicht, wenn alle einer Meinung sind und die “Mehrheit” im Saal entscheidet: “Wer will jetzt Herrn Sarrazin hören? Hände hoch bitte!”, so die BE-Direktorin, die ihre kommunikativ optimierungsfähige Performance mit einem Sopran-gestützen “Ruhe jetzt!” begann. Zu den “Handgreiflichkeiten”: Die gingen ausnahmslos und teilweise unvermittelt von älteren weissen Männern aus. Schon bemerkenswert: zu sehen, wie schnell “face to face” mit kessen “Kopftuchmädchen” ganz ohne Kopftuch und Andersdenkenden blanke Aggression und Gewalt sich äusserten. Ich frage mich, wie weit diese Herren gehen würden, wenn sie die Mittel hätten und man sie nur ließe…

via freitag: Terror-Thilo und die Kälber

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