»Swoboda«: Offener Brief zu Gysi-Rede

Oleg Pankewitsch, seines Zeichens Vizechef der »Swoboda«-Partei, wandte sich am Donnerstag in einem offenen Brief an die Abgeordneten des Bundestages. Darin monierte er, einige Äußerungen von Linksfraktionschef Gregor Gysi vorige Woche über die rechte Faschistentruppe seien »nicht objektiv«. Der Brief sagt einiges über die Denkweise eines prominenten Swoboda-Mannes aus. Schon die Bezeichnung als »faschistisch« sei reine »Propaganda von Kreml-Ideologen«, die Partei sei nur »nationalistisch«, so Pankewitsch. Gysi habe zudem ein Zitat von Parteichef Tjagnibok »verzerrt«. Tjagnibok wurde von Gysi mit dem Satz zitiert: »Schnappt euch die Gewehre, bekämpft die Russensäue, die Deutschen, die Judenschweine und andere Unarten.« Pankewitsch bestreitet die Äußerung keineswegs, er verteidigt sie, weil Tjagnibok damals, 2004, am Grab von »Kämpfern für die Unabhängigkeit der Ukraine« gesprochen habe. Gemeint sind Angehörige der »Ukrainischen Aufständischen Armee« (UPA), die ab 1941 Kommunisten, Russen, Polen und Juden jagte. Tjagnibok habe an jene Leute erinnert, »die Teil der Besatzungsarmee oder der Geheimdienste« gewesen seien und Schuld am Tod von Ukrainern trügen. Da ist, in Pankewitschs Augen, Mordhetze gegen Juden natürlich ein patriotischer Akt. (…) Was der Mann unter »Freiheitskämpfern« versteht, zeigt am besten ein Video aus dem Sommer 2013: Da tauchte er als Redner bei einer grotesken Wiederbestattung der Gebeine von 16 früheren Söldnern der Waffen-SS-Division »Galizien« auf. Die wird von Swoboda genauso sehr geschätzt wie die UPA, ungeachtet ihres Eids auf Hitler. Stilgerecht wurde die Zeremonie durch Laiendarsteller in echten SS-Uniformen vorgeführt.

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siehe auch: Abgeordneter von ukrainischer Regierungspartei ehrt Waffen-SS. Ein Parlamentsabgeordneter der ukrainischen Regierungspartei Swoboda hat offenbar im Sommer 2013 an einer Zeremonie anlässlich des 70. Jahrestages der Gründung der ukranischen Division der Waffen-SS teilgenommen. In der Zeremonie ehren Ukrainer in SS-Uniform Gefallene der galizischen Division der Waffen-SS. Dies beklagte der Jüdische Weltkongress bereits im letzten Herbst: Auch Aufnahmen des russischen Fernsehsenders Rossija 1 wirken authentisch. In dem Video ist der Swoboda-Abgeordnete Oleh Pankewitsch zu sehen, wie er eine Rede am Grab der Gefallenen hält. Er sitzt für die rechtsextreme Swoboda-Partei im ukrainischen Parlament. Die Swoboda ist an der neuen Regierung beteiligt, stellt drei Minister und den stellvertretenden Ministerpräsidenten.

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