Großbritannien vor der Europawahl Rechtspopulisten überholen Etablierte

“Verrückte und klammheimliche Rassisten” – so nannte der britische Premier Cameron die Europa-Gegner der Ukip-Partei einst. Jetzt führen sie die Umfragen zur Europawahl an. Noch nie ist eine Europawahl in Großbritannien mit so viel Spannung erwartet worden wie in diesem Jahr. Das ist einer Partei zu verdanken, die nichts lieber sähe, als dass die Briten an keiner weiteren Europawahl teilnehmen. Die rechtspopulistische UK Independence Party, die einen EU-Ausstieg der Briten fordert, liegt laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov zur Wahl am 22. Mai mit 31 Prozent vorne. Die Umfrage im Auftrag der Times ergab, dass Labour, im britischen Unterhaus derzeit Opposition, mit 28 Prozent folgt. Die Torys, Seniorpartner der konservativ-liberalen Regierung unter Premier David Cameron, liegen bei 19 Prozent der Stimmen. Prognosen des Instituts haben sich in der Vergangenheit meist als zuverlässig erwiesen. Der einstige Thatcher-Vertraute Norman Tebbit, der dem rechten Flügel der Konservativen angehört, konstatiert daher, seine Partei werde jetzt den Preis für Camerons lange gepflegte Verachtung für Ukip und deren Wähler zahlen. 2006 hatte der damalige Oppositionsführer Cameron gesagt, Ukip rekrutiere sich vornehmlich aus “fruitcakes and closet racists” – Verrückten und klammheimlichen Rassisten. Seine plötzliche Besinnung auf Patriotismus und christliche Werte, mit der Premier Cameron seit Neuestem die zur rechten Konkurrenz abgewanderten Wähler zurückzugewinnen versucht, scheint wirkungslos zu bleiben.

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