NS-Verbrechen – Überlebende erinnern an Todesmarsch vom Belower Wald – #remember

In der Gedenkstätte Belower Wald haben Überlebende und Angehörige an die Todesmärsche erinnert: Die SS hatte vor 72 Jahren versucht, die Verbrechen unter anderem im KZ Sachsenhausen zu vertuschen – und Zehntausende auf die tödlichen Märsche geschickt. Mehr als 200 Menschen haben am Freitag im Belower Wald an der Grenze Brandenburgs zu Mecklenburg bei Wittstock/Dosse (Ostprignitz-Ruppin) an das Schicksal Tausender KZ-Häftlinge erinnert. Anlass waren die Todesmärsche vor 72 Jahren. Beim Heranrücken der Roten Armee hatte die SS am 21. April 1945 mehr als 30.000 KZ-Häftlinge aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen in Oranienburg (Oberhavel) auf Märsche in Richtung Nordwesten getrieben. Der Belower Wald war ein Knotenpunkt dieser Märsche. Im Beisein von Überlebenden aus Frankreich und der Ukraine wurden mehrere Kränze und Blumengebinde niedergelegt, Schüler sprachen mit Zeitzeugen. “Im Belower Wald lagerten kurz vor Kriegsende auf einem Todesmarsch Tausende KZ-Häftlinge unter unwürdigsten Bedingungen, viele von ihnen starben. Hier wird besonders augenscheinlich, von welchem unbarmherzigen, menschenverachtenden System Deutschland 1945 befreit wurde”, sagte Brandenburgs Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil (parteilos) in einem Grußwort. Im Belower Wald waren während der Todesmärsche bis zu 16.000 Häftlinge. Sie mussten sich von Pflanzen und Rinde ernähren. Mehr als 1000 starben unterwegs aus Hunger, aufgrund der unmenschlichen Strapazen oder wurden von SS-Mitgliedern erschossen. Die Überlebenden wurden Anfang Mai 1945 befreit. An diesem Sonntag wird in Sachsenhausen der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Rote Armee gedacht.

via rbb: NS-Verbrechen – Überlebende erinnern an Todesmarsch vom Belower Wald

siehe auch: Ravensbrück – Überlebende erzählen. Am 23. April 1945 wurde das KZ Ravensbrück befreit. Von 1939 bis 1945 waren dort über 140.000 Frauen, Kinder und Männer inhaftiert. Zum Lager gehörte ein Frauen-KZ, eines der größten des NS-Regimes, ein abgetrenntes, kleineres Männerlager sowie in unmittelbarer Nähe das Jugend-KZ Uckermark. In das Frauen-KZ wurden Frauen aus über 20 Nationen deportiert und klassifiziert: “Politische”, Jüdinnen, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, vermeintlich “Asoziale”. Sie wurden ihrer gesellschaftlichen Position beraubt und gedemütigt, sie wurden geschlagen, gefoltert und ermordet. Zehntausende der Häftlinge – Frauen, Jugendliche, Kinder und Männer – haben die Befreiung des KZ im April 1945 nicht mehr erlebt. Sie starben in Ravensbrück. 16 Überlebende erzählen von ihrer Inhaftierung in Ravensbrück und Uckermark. Ihre Berichte sind Basis dieses audio-visuellen Projekts in Form eines Flash-Films: Eine “visuelle Interpretation” der Erinnerungen – ohne dokumentarischen Charakter, sondern eine Verdichtung des Erzählten. In Ergänzung finden Sie Essays, die den historischen Kontext bilden.

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