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Hüpfburg, Hass und Hitlergruß

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Fast 500 Neonazis besuchten den siebten rechtsextremen Eichsfeldtag in der Thüringer Kleinstadt Leinefelde im Kreis Eichsfeld. Dabei handelt es sich um eine von der NPD organisierte Versammlung mit Rechtsrockmusik, Kinderhüpfburg, bekannten Rednern der „nationalen Bewegung“ und zahlreichen Verkaufsständen. Allerdings erinnert jene Veranstaltung mehr an ein Festival als an eine Versammlung. Es gab einen zentralen Zugangspunkt, an dem die Teilnehmer dazu angehalten wurden, eine freiwillige Spende abzugeben. Zahlreiche Teilnehmer waren stark alkoholisiert. Die Polizei registrierte dreizehn Verstöße gegen §86a, das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, zu dem das Zeigen des Hitler-Grußes oder eine sichtbare Hakenkreuztätowierung zählt, sowie sechs Verstöße gegen das Versammlungsgesetz. Außerdem gab es drei Verstöße gegen das Waffengesetz.(…) Der Eichsfeldtag wurde vom stellvertretenden Versammlungsleiter, Matthias Fiedler (NPD Eichsfeld), eröffnet. Darauf folgte eine Rede vom Landesvorsitzenden der NPD Thüringen, Thorsten Heise, in der er sagte, dass Journalisten froh sein sollen, in „Deutschland in Frieden und Freiheit leben zu können“. Was sich die Neonazis darunter vorstellen, zeigte sich an zahlreichen Bedrohungen gegenüber Pressevertretern im weiteren Verlauf des Tages. Später zeigte Heise noch eine angebliche Vielfalt der Rechten auf, indem er diverse Kleinstprojekte und Magazine aufzählte und sich eine rechte Kulturrevolution wünschte. Der von Neonaziaufmärschen bekannte Redner Sascha Marcel Krolzig aus Nordrhein-Westfalen stellte die neue Szenezeitung „NS Heute“ vor. Auch der Europaabgeordnete der NPD, Udo Voigt hielt eine Rede. Für die Europäische Aktion (EA) in Thüringen sprach Axel Schlimper. Bei der EA handelt es sich um eine rechte Vereinigung von Holocaustleugnern, zu der auch die inhaftierte Ursela Haverbeck gehört. Schlimper behauptete, dass sich Rassismus an Naturwissenschaften orientiere und forderte „souveräne deutsche Nationalstaaten in Europa“. Nils Larisch, einst Leiter des NPD-Zentrums in der Leipziger Odermannstraße (Die Sache mit dem Ruf), warb auf der Bühne für Unterstützung für den in Österreich inhaftierten Holocaustleugner Wolfgang Fröhlich.

via zeit: Hüpfburg, Hass und Hitlergruß