»Identitäre« nach Hause geschickt – #ibsterblockade

Tausende Nazigegner protestieren gegen rechtsextremem Aufmarsch. Nach nicht einmal einem Kilometer ging gar nichts mehr: Mit einer Sitzblockade stoppten rund 1400 Menschen einen Aufmarsch der rechtsextremen »Identitären Bewegung« am Samstagnachmittag in Wedding. Die Gegendemonstranten waren einem Aufruf des aus linken Gruppen, Parteien und zivilgesellschaftlichen Initiativen bestehenden »Berliner Bündnis gegen Rechts« gefolgt. Bündnissprecher Aron Bruckmiller sagte: »Das war ein toller Tag und ein Sieg für alle Antifaschisten. Berlin ist besser ohne Nazis.« Etwa 600 Anhänger der »Identitären Bewegung« hatten sich gegen 15 Uhr am Bahnhof Gesundbrunnen versammelt. Während ihrer Auftaktkundgebung schwenkten sie schwarz-gelbe Flaggen und skandierten Parolen wie »Heimat, Freiheit, Tradition« und »Grenzen dicht«. Von Gesundbrunnen sollte der Demonstrationszug unter dem Motto »Zukunft Europa – Für die Verteidigung unserer Identität, Kultur und Lebensweise« über die Brunnenstraße und Invalidenstraße bis zum Hauptbahnhof führen. Die NPD und der Berliner Ableger der Pegida-Bewegung hatten den Demonstrationsaufruf unterstützt. Pegida-Gründer Lutz Bachmann war unter den Demonstranten. Die Rechtsextremen wollten unter anderem an der Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße vorbeiziehen. Weder dort noch am Hauptbahnhof sollten sie ankommen. Schon in der Brunnenstraße stellten sich ihnen die Gegendemonstranten unter »Nazis raus«-Rufen in den Weg. Teilnehmer der Protestaktion trugen Plakate mit Aufschriften wie »Solidarität statt rechte Hetze« und »Den Identitären den Sommer verhageln«. Trotz Versuchen der Polizei, die Blockade durch das Wegtragen von Personen aufzulösen, gelang es ihnen nicht, die Straße frei zu räumen. Bei den Räumungsversuchen kam es vereinzelt zu Handgreiflichkeiten und zum Einsatz von Pfefferspray. Die Stimmung war angespannt, eine größere Eskalation blieb aber aus. Insgesamt wurden 112 Personen festgenommen, 74 Strafermittlungsverfahren eingeleitet, so die Polizei. Nach drei Stunden lösten die »Identitären« ihre Demonstration offiziell auf und traten den Rückzug in Richtung Bahnhof Gesundbrunnen an. Dass die Demonstration nicht wie geplant durchgeführt werden konnte, sei für die Rechtsextremen ein herber Rückschlag, so Bruckmiller. »Es sollte die erste große Demonstration der ›Identitären‹ in Deutschland werden. Ihr rassistisches, antifeministisches und menschenverachtendes Gedankengut hat hier keinen Platz.«

via nd: »Identitäre« nach Hause geschickt

siehe auch: „Identitäre Bewegung“ scheitert mit Aufmarsch in Berlin. Rund 800 Anhänger der „Identitären Bewegung“ (IBD) folgten dem europaweiten Aufruf zu einem Aufmarsch nach Berlin. Nach 600 Metern musste die Demonstration aufgrund einer Blockade stoppen. Schließlich lösten die „Identitären“ ihre Versammlung auf und es kam zu Angriffen auf Polizeibeamte und Journalisten. Mehr als 2000 Gegendemonstranten versperrten die geplante Route. Die Rechtsextremen trafen sich um 14 Uhr am S-Bahnhof Gesundbrunnen im Bezirk Wedding. An einer Gegendemonstration nahmen am Mittag bereits 1.000 Menschen teil und zogen unter dem Motto „Solidarität statt rechter Hetze“ durch Berlin. Später erhöhte sich die Zahl der Gegendemosntranten auf rund 2.000. Neben zahlreichen Funktionären der IB wie Martin Sellner, Daniel Fiß und anderen waren auch Lutz Bachmann und Siegfried Däbritz aus dem Pegida-Orgateam nach Berlin gekommen, unterstützten die Demonstration mit einem Lautsprecherwagen. Der öffentliche Schulterschluss, der bisher mit der AfD ausblieb, gelang somit mit der extrem rechten IBD. Und auch insgesamt war die Demonstration eine Mischung aus den Kreisen der IBD, Pegida-Klientel und klassischer Neonazi-Szene. Auch die Inszenierung glich in weiten Teilen Pegida-bekannten Abläufen: eher kurze durch Symbolbegriffe gespickte Reden, nach denen gemeinsam Parolen gerufen wurden. Die Themen sind altbekannt – angebliche Massenvergewaltigungen, Überfremdung und sogenannte Identität. Und dazu wurden natürlich zahlreiche Fahnen verteilt. Da ist sie, die einfache aber wirkungsvolle Selbstinszenierung der IB.

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