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Kampf um den Campus – wie Rechtsextreme an der Uni Halle agitieren

Identitäre versuchen Beutel an Studierende in Halle (Saale) zu verteilen. Mitglieder der Identitären Bewegung versuchten in den vergangenen Wochen in Halle (Saale) mehrfach, neue Studierende mit ihrer Propaganda zu erreichen. Am Rande der Immatrikulationsfeier der Martin-Luther-Universität wollten sie an einem Infostand am Universitätsplatz Beutel und Flyer zu verteilen. Eine Woche später probierten sie es noch einmal direkt auf dem Fußweg vor ihrem Hausprojekt am geisteswissenschaftlichen Campus. Ihr Schulungszentrum soll sich als Vorreiter-Projekt etablieren. Deutschlands aktivste IB-Gruppe, Kontrakultur Halle, scheint nun wieder kleinere Brötchen zu backen: Statt dem Brandenburger Tor werden gerade mal fünf Meter Gehsteig in Halle markiert. Ein Tapeziertisch mit gelber Fahne, darauf das schwarze Lambda, das Logo der selbsternannten Identitären Bewegung. Ausgelegt wird völkische Propaganda. Davor steht Florian Müller mit Beuteln auf dem Arm, daneben ein anderer Aktivist in trotziger Pose. Die Szenerie wirkt nicht sonderlich einladend. Die übrigen Rechtsextremen versammeln sich hinter ihrem Infotisch neben einem Roll-Up mit der Aufschrift „Identitäre Bewegung“. Unter den anwesenden circa 25 Identitären aus der ganzen Bundesrepublik sind gerade mal zwei Frauen. Die vermeintliche Zukunft Europas und Deutschlands ist männlich und war in der Vergangenheit häufiger bei der Jugendorganisation der NPD, den Jungen Nationaldemokraten, oder bei anderen Gruppierungen des organisierten Neonazismus Mitglied.
Zögerlich versucht Müller mit seinen Beuteln im Arm auf eine junge Frau, wahrscheinlich Studentin im ersten Semester, zuzugehen und sie anzusprechen. Doch sie lässt ihn rechts liegen. Zuvor hatte er schon andere vorbeiziehen lassen und dafür Häme von gegenüber protestierenden Antifaschisten und Studierenden einstecken müssen: „Komm, du musst dich schon bewegen, um Beutel los zu werden.“ Eine Viertelstunde später werden tatsächlich die ersten beiden Beutel an zwei junge Frauen auf dem Weg zum Universitätsplatz verteilt. Doch dort warten bereits 50 Personen mit einer Gegenkundgebung, einem blauen Müllbeutel und gelben Informationsflyern des antifaschistischen Bündnis “Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage“. Die Flyer klären über die Identitäre Bewegung und deren Kaderzentrum wenige hundert Meter entfernt in der Adam-Kuckhoff-Straße 16 auf. Die Protestierenden sprechen die beiden Frauen an und informieren sie, wer ihnen da eben einen Beutel geschenkt hat. Umstandslos und unter Applaus der Protestierenden werfen sie die Werbegeschenke der Rechten in den eigens bereitgestellten Müllbeutel und nehmen stattdessen den Infoflyer mit. Diese Prozedur wiederholt sich einige Male.

via störungsmelder: Kampf um den Campus – wie Rechtsextreme an der Uni Halle agitieren

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