AfD Regensburg: 100 Prozent für „Bananen-Nolte“

Mit 100 Prozent der Stimmen hat die AfD Regensburg den extrem rechten Benjamin Nolte zum Kandidaten für die Landtagswahl nominiert. Der Jubel kennt keine Grenzen. „Glückwunsch, Benjamin.“ „Regensburg ist eine tolle Stadt.“ „Rock das Haus und zerleg die Antifa!“ So feiern AfD-Mitglieder in einer internen Chat-Gruppe die Nominierung von Benjamin Nolte zum Stimmkreiskandidaten für die AfD in Regensburg. 100 Prozent der Mitglieder haben sich nach Informationen unserer Redaktion für den 36jährigen ausgesprochen, der vor einigen Jahren als „Bananen-Nolte“ zu einiger Berühmtheit gelangt war und kurzzeitig selbst der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ zu weit rechts stand. Rassistischer Auftritt beim Burschentag Seinen Spitznamen erhielt Nolte anlässlich eines Vorfalls beim Burschentag in Eisenach im September 2009. Damals, so schilderten es Teilnehmer der Wochenzeitung „Die Zeit“, streckte Nolte den Mitgliedern der eher liberal ausgerichteten Burschenschaft Alemania Köln eine Banane entgegen – ein Anspielung darauf, dass dort auch dunkelhäutige Aktivitas akzeptiert sind. Urwaldlaute und „Neger“-Gesänge sollen flankierend den Raum erfüllt haben. Noch bevor seine Burschenschaft Nolte rauswerfen konnte, erklärte dieser damals seinen Austritt und wechselte zur Münchner Burschenschaft Danubia, wo er mittlerweile zu den alten Herren zählt. Seit Jahren wird die Danubia vom Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet. Die Aktivitas werden als rechtsextremistisch eingestuft.
Als entsprechende Vorwürfe gegen Nolte 2014 öffentlich wurden, trat er nach anfänglichem Zögern als stellvertretender Bundesvorsitzender der „Jungen Alternative“ (JA) zurück. Vorstandskollegen, die ihn anfänglich noch verteidigt hatten, distanzierten sich. „Grundsätzlich ist eine Mitgliedschaft in einer Organisation im rechtsextremistischen Umfeld nicht mit der Mitgliedschaft in unserem Vorstand vereinbar“, so der JA-Bundesvorsitzende Philipp Ritz damals zur taz. Nolte im Aufwind Doch diese Zeiten sind in der AfD mittlerweile schon länger vorbei. Der 2014 noch zur AfD gehörende, gemäßigte Flügel um Bernd Lucke und Olaf Henkel hat sich schon lange von der Partei abgespalten. Rechtsaußen wie Benjamin Nolte befinden sich im Aufwind. Bereits bei der Bundestagswahl stand er auf dem nicht so schlechten Platz 19. Erst im Januar 2018 wurde Nolte in den Vorstand der AfD Oberbayern und den bayerischen Landesvorstand gewählt. Er gilt als ein Bindeglied zur rechtsextremen „Identitären Bewegung“, wo er in der Vergangenheit schon als Redner bei einer Demonstration in Freilassing auftrat. Zudem ist Nolte Mitglied in der völkisch-nationalistischen „Patriotischen Plattform“ der AfD, deren bayerischen Ableger er 2014 mitbegründete. Immer wieder bekundet er öffentlich seine Solidarität mit Björn Höcke, dem bekanntesten Rechtsextremisten innerhalb der AfD, gegen den nach wie vor ein Parteiausschlussverfahren läuft.

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