#Reichsbürger sollen andere Reichsbürger um 124.000 Euro erleichtert haben – #geschäftsmodell

Offenbar nutzten sie ein veraltetes Alliertengesetz, um ihre Opfer abzuzocken. Wenn ich einfach so tue, als ob es eine Regel nicht gibt, kann sie mich auch nicht treffen: Diese Denkweise haben die meisten von uns spätestens mit der Einschulung abgelegt. Drei Männer aus dem Landkreis bayrischen Dillingen, die sich mit der “Reichsbürger”-Bewegung identifizieren sollen, haben da offenbar Nachholbedarf – und stehen deshalb am Freitag vor dem Augsburger Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, zehn Gleichgesinnte abgezockt zu haben, indem sie absurde Gebühren von Hausbesitzern erhoben und Ausweise für andere “Selbstverwalter” bastelten. Und da Reichsbürger offenbar an alles glauben, außer an die Souveränität der Bundesrepublik Deutschland, fielen sie auf die Masche rein. Die Betrüger sollen behauptet haben, Deutsche dürften gar keine Wohnungen oder Häuser besitzen. Das begründeten sie laut Süddeutscher Zeitung mit einem ihrer Meinung nach immer noch gültigen Alliiertengesetz. Die Immobilien ihrer Opfer wären deshalb verloren, sollte die aus ihrer Sicht unrechtmäßige BRD irgendwann untergehen. Nur wenn sie eine 8.000-Euro-Gebühr zahlen, könne dieses Fiasko umgangen werden. Angeblich machten die Betrüger so innerhalb von vier Jahren 123.650 Euro. Wie ein Sprecher der Augsburger Staatsanwaltschaft gegenüber VICE bestätigte, handelte es sich bei den Geschädigten aber nicht um demente Senioren, sondern um Immobilienbesitzer mittleren Alters. Sowohl Opfer als auch Täter haben laut Sprecher im weitesten Sinne etwas mit der Reichsbürger-Szene zu tun, jedoch sei es schwierig, dazu eine eindeutige Aussage zu treffen.

via vice: Reichsbürger sollen andere Reichsbürger um 124.000 Euro erleichtert haben

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