Flüchtlinge auf dem Mittelmeer : Korsika stellt Macron bloß

Das Rettungsschiff „Aquarius“ am 1. Juni vor dem Hafen der italienischen Stadt Pozzallo. Die Regionalregierung von Korsika hat nach der italienischen Weigerung angeboten, die seit dem Wochenende auf einem Schiff im Mittelmeer ausharrenden 629 Flüchtlingen aufzunehmen. Für die Regierung in Paris kommt das einem Offenbarungseid gleich. Korsika prescht in der Flüchtlingsfrage voran und stellt damit bewusst die französische Regierung in Paris bloß. Der Vorsitzende der korsischen Regionalregierung, Gilles Simeoni, hat aufgrund der Notlage angeboten, das Flüchtlingsschiff „Aquarius“ mit 629 Menschen an Bord in einem korsischen Hafen anlanden zu lassen. Die Witterungsbedingungen für die weite Fahrt in den spanischen Hafen Valencia seien zu schlecht, außerdem gingen an Bord die Nahrungsmittelreserven zu Ende. Korsika sei deshalb zur Aufnahme der Flüchtlinge bereit. Kurz zuvor hatte die Seenotrettungsleitstelle in Rom nach Angaben der Hilfsorganisation SOS Méditerranèe entschieden, die Flüchtlinge auf italienischen Schiffen in den Hafen von Valencia zu bringen. Vor dem Umsteigen sollten sie noch mit Vorräten versorgt werden. Auch der Präsident des korsischen Regionalparlaments, Jean-Guy Talamoni, sprach sich dafür aus, dass „Europa sich solidarisch dieser humanitären Herausforderung annimmt“. Die „Aquarius“ liege ganz in der Nähe Korsikas, deshalb „bin ich der Meinung, dass es selbstverständlich ist, einen korsischen Hafen zu öffnen, um diese in Not geratenen Menschen zu retten“.  Für die Regierung in Paris kommt das Hilfsangebot aus Ajaccio einem Offenbarungseid gleich. Denn bislang haben Premierminister Edouard Philippe und Präsident Emmanuel Macron sich nicht geäußert.

via faz: Flüchtlinge auf dem Mittelmeer : Korsika stellt Macron bloß

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