Rassistische Kunden? Nein, Danke!

Das Team dieses Handwerksbetriebs tritt Ausländerfeindlichkeit geschlossen entgegen. Und bekommt dafür viel Zuspruch. Der etwas andere Kundentermin: Eine Kundin verweigerte dem afrikanischen Praktikanten von Heizungs- und Sanitärtechnik Vechta den Zutritt zur Baustelle. Der deutsche Teamkollege reagierte besonnen – und zog mit seinem Schützling unverrichteter Dinge ab. Das ganze Unternehmen stellt sich hinter seine Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln – und setzt so ein Zeichen gegen Rassismus. Was dürfen die Menschen einer aufgeklärten, modernen Gesellschaft von ihrem Handwerker erwarten? Saubere Arbeit! Klar. Faire Preise! Gerne. Weiße Hautfarbe! Bitte, was?! Mit einer Kundenanforderung der besonderen Art mussten sich die Mitarbeiter der Sanitär- und Heizungstechnik Vechta GmbH auseinandersetzen. Rassismus an der Türschwelle Der Fall war zunächst Routine: Das Unternehmen sollte den Duschbereich in einem Mehrgenerationenhaus barrierefrei machen. Zwei Senioren und ihre erwachsenen Kinder teilen sich die Wohnfläche. Eine Mitarbeiterin besuchte die Kundin, besprach Details der Maßnahme. „Da wurde sie gefragt, ob wir deutsche Monteure hätten“, erzählt Personalchefin Manuela Bröring, die das Unternehmen mit ihrem Mann Thomas leitet. Der Betrieb beschäftigt – wenn auch nicht ausschließlich – deutschstämmige Mitarbeiter, also bejahte die Mitarbeiterin die Frage. „Wir hatten gemutmaßt, die Kundin fürchtete nur, sich mit dem Monteur nicht verständigen zu können.“
Als der deutsche Monteur Fredereck Warneke schließlich mit dem 19-jährigen Einstiegsqualifikanten Ibrahima Bah – geboren in Mali, Westafrika – vor der Tür stand, machte ihnen niemand auf. „Die Leute saßen in der Küche, man sah sie durchs Fenster“, berichtet Manuela Bröring. Schließlich wurde die Haustür doch kurz geöffnet. Man hätte ausdrücklich nach deutschen Monteuren gefragt und lasse definitiv keine Afrikaner ins Haus. Ibrahima Bah bot seinem Kollegen an, den Ort zu verlassen. Für Fredereck Warneke aber kam das nicht in Frage. Das Team hielt zusammen. Unverrichteter Dinge zogen die beiden ab.

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