„Oi for Saxony“: Konspiratives Rechtsrock-Konzert

Unter dem Titel „Oi for Saxony“ fand am Samstag ein Konzert in Neukirchen im Landkreis Leipzig statt. Die Bands, die dort vor Skinhead-Publikum spielten, geben sich zwar unpolitisch, nicht wenige von ihnen pflegen jedoch enge Verbindungen in die Rechtsrock-Szene. Zu der konspirativen Veranstaltung reisten knapp 100 Teilnehmer aus dem Umland sowie aus einigen weiteren Bundesländern an. (…) Mit der „Zeche II“ wurde dann schließlich ein Veranstaltungsort in der sächsischen Provinz ausgewählt, in dem sonst Partys stattfinden und der für Hochzeiten und ähnliches gebucht werden kann. Doch auch für das Rechtsrock-Konzert bot sich das abgeschiedene und kaum einsehbare Areal am Rande des Ortes an, da es die nötige Privatsphäre bot. Gerade Sachsen stellt eine Hochburg für rechtsextreme Musikveranstaltungen dar. Die Anzahl solcher Veranstaltungen steigt, auch wenn nur wenige Konzerte Ausmaße wie das Rechtsrock-Festival in Ostritz annehmen. Die meisten einschlägigen Konzerte finden im kleinen Rahmen statt, konspirativ organisiert, oftmals im Schutz von Szeneimmobilien. Durchschnittlich 150 Teilnehmer zählen derartige Musikveranstaltungen laut dem aktuellen sächsischen Verfassungsschutzbericht. (…) Fraglich ist allerdings, inwiefern das „Oi for Saxony“ in der Statistik des Innenministeriums auftauchen wird, schließlich treten die Bands nicht offen rechtsextrem auf, sondern geben sich lieber ein unpolitisches Oi-Image. Dabei bewegen sich einige der Gruppen klar im Umfeld der Rechtsrockszene. Dies zeigt sich beispielsweise bei den vom Verfassungsschutz beobachteten „Prolligans“ aus dem Allgäu. Der Headliner des Abends steht bei Subcultural Records unter Vertrag. Das Label gehört dem Neonazi Benjamin Einsiedler, der wiederum der Skinhead-Kameradschaft „Voice of Anger“ angehört. So überrascht es nicht, dass die „Prolligans“ im vergangenen Jahr auch bei einer Veranstaltung namens „Oi im Gau“ auftreten wollten. Einsiedler betreibt außerdem ein zweites Label namens Oldschool Records, dass auf der eigenen Website unter anderem den Vertrieb von CDs der Genres „Rock against Communism“ und „National Socialist Black Metal“ anpreist. Beim gleichen Label sind auch die „Angry Bootboys“ unter Vertrag, deren Auftritt beim „Oi for Saxony“ kurzfristig abgesagt wurde. Außerdem traten die Bands „Kotten“ und „Skinfront“ auf.

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