Nicht freigegeben: Hasskommentare zum Todesfall in Köthen

Trauer, Hass, Unverständnis – der Tod des 22-Jährigen in Köthen hat viele Sachsen-Anhalter stark beschäftigt. Das zeigen die vielen Kommentare, die auf der Homepage des MDR SACHSEN-ANHALT zu den Artikeln geschrieben wurden. Allerdings konnten nicht alle Kommentare freigegeben werden. Ein redaktioneller Einblick. Welche Kommentare wurden nicht freigegeben? Wie werden Hasskommentare juristisch eingeordnet? Welche Folgen können Hasskommentare für die Verfasser haben? “Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten”, heißt es zu Beginn des fünften Artikels des Grundgesetzes. Das Grundgesetz steht in seiner Bedeutung als höchste Rechtsnorm über allen anderen Gesetzen und ist damit für die Demokratie und eine mündige Gesellschaft von oberster Bedeutung. Allerdings hat die freie Meinungsäußerung auch ihre Grenzen – und zwar, wenn beispielsweise andere Menschen beleidigt werden und somit ihre Ehre verletzt wird. Denn das widerspricht dem ersten Artikel des Grundgesetzes: “Die Würde des Menschen ist unantastbar.” Deshalb dürfen erst einmal alle Nutzer die Online-Artikel des MDR SACHSEN-ANHALT kommentieren. Redakteure lesen diese Beiträge und geben sie frei. Dieses Freischalten erfolgt nur, wenn sie den Regeln, also der Netiquette, entsprechen und beispielsweise keine Beleidigung enthalten. Der Todesfall des 22-Jährigen in Köthen hat viele Sachsen-Anhalter emotional sehr stark bewegt, weshalb auch eine hohe Anzahl an Hasskommentaren verfasst wurde. Diese konnten nicht freigegeben werden. Oberstaatsanwalt Horst Nopens und Rechtsmediziner Rüdiger Lessig vom Universitätsklinikum Halle.
Welche Kommentare wurden nicht freigegeben? Von den über 1500 Kommentaren zu Artikeln mit Bezug zum Todesfall in Köthen wurden 43,61 Prozent abgelehnt. Das bedeutet, dass nur etwa die Hälfte der Kommentare freigeschaltet werden konnte. Diese Werte sind sehr hoch, denn durchschnittlich wurden bisher – bezogen auf alle Online-Artikel des MDR SACHSEN-ANHALT – knapp 17 Prozent aller Kommentare nicht veröffentlicht.

via mdr: Nicht freigegeben: Hasskommentare zum Todesfall in Köthen

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