Insider berichten – #FPÖ -Eklat um #Küssel -Freund: Spur ganz nach oben

Der Vorschlag der FPÖ zur Bestellung von Hubert Keyl sorgt, wie berichtet, für heftige Kritik. Was nun aus Insiderkreisen durchsickerte, dürfte ebenfalls Wellen schlagen: Denn die Idee könnte offenbar aus dem Büro von keinem Geringerem als FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky gekommen sein. Eine zentrale Rolle dürfte – wie schon bei der Prügelaffäre in einem Wiener Nachtlokal – Keyls Ehefrau spielen. Keyl soll im Jahr 2010 mit seiner Frau im Rahmen einer Burschenschafter-Party in Streit geraten und daraufhin von einem weiteren Teilnehmer des Festes niedergeschlagen und erheblich verletzt worden sein. Keyls Frau, langjährige ehemalige Mitarbeiterin des FPÖ-Parlamentsklubs, soll wenig später mit Gottfried Küssel als Unterstützer an ihrer Seite in das Nachtlokal zurückgekehrt sein. Die angeblich andauernde Verbindung zu Küssel (der Mann wurde 2013 wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verurteilt und ist in Haft) war es auch, die die Kritiker gegen die Bestellung Keyls auf die Barrikaden steigen ließ. Selig gesprochenen Widerstandskämpfer als Verräter bezeichnet Als der österreichische Widerstandskämpfer und Wehrdienstverweigerer Franz Jägerstätter im Jahr 2007 von der katholischen Kirche selig gesprochen wurde, hatte Keyl außerdem einen Brief in der rechtsradiaklen Zeitschrift „Zur Zeit“ veröffentlicht, in dem er Jägerstätter als „Verräter“ bezeichnete, der „seine Kameraden im Stich gelassen hat“. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes veröffentlichte das Schreiben am Freitag auf Twitter.  (…) Keyls Ehefrau ist nach wie vor im Generalsekretariat der FPÖ tätig – als Verantwortliche für Parteifinanzen und persönliche Referentin von Harald Vilimsky.

via krone: Insider berichten – FPÖ-Eklat um Küssel-Freund: Spur ganz nach oben

siehe auch: Rechter Rechtssprecher. Die rechtsextreme Burschenschaft „Silesia“ hielt im Bordell „Pour Platin“ am Wiener Gürtel eine Party ab. Elisabeth Keyl, damalige Chefsekretärin von Heinz-Christian Strache, wurde aus Sicht ihres Ehemanns Hubert etwas zu stark umschwärmt. Es kam zu einer Schlägerei, er wurde von der Security zusammengeschlagen, mehrere Gesichtsknochen brachen. Ein von der Gattin zu Hilfe Gerufener kam zu spät: Gottfried Küssel, Holocaust-Leugner und mehrfach verurteilte Schlüsselfigur der österreichischen und deutschen Neonaziszene. Keyl musste für zwei Wochen ins Krankenhaus. Seine Burschenschaft verurteilte ihn zur Höchststrafe: „dimissio cum infama“ also „Entlassung auf Lebenszeit und in Schande“. Schon aus der Burschenschaft Albia war er zuvor ausgeschlossen worden, wegen anderer Vorkommnisse. Das ist acht Jahre her. Warum die Geschichte jetzt aufgewärmt wird? Hubert Keyl soll Richter werden am  Bundesverwaltungsgericht, das unter anderem in zweiter Instanz über Asylbescheide entscheidet. Derzeit werden dort – nicht zur Freude der FPÖ – mehr als 40 Prozent der Bescheide aufgehoben. Nominiert wurde Keyl von Sebastian Kurz und Heinz Christian Strache. Ist er als Höchstrichter geeignet? Keyl agitierte gegen die Seligsprechung des von den Nazis ermordeten Franz Jägerstätter, der den Dienst in der Wehrmacht verweigert hatte. Dieser sei „ein Verräter, und Verräter soll man verurteilen und nicht seligsprechen“. Der Jurist scheint vergessen zu haben, dass Jägerstätter im Sinne der „Moskauer Deklaration“ handelte, die Österreich einen Beitrag zu seiner Befreiung abforderte. Zudem hat sich Österreich im Artikel 9 des Staatsvertrags dazu verpflichtet, „alle nazistische … Tätigkeit und Propaganda in Österreich zu verhindern“. Wird Keyl aktiv verhindern? „Profil“ veröffentlichte ein Foto von ihm, auf dem er drei Finger spreizt. Rechtsextreme nennen es den „Kühnengruß“, eine nicht strafbare Abwandlung des Hitlergrußes. So ein Foto gab es auch von Strache, der damals behauptete, er habe nur drei Bier bestellt. Gestern ließ Keyl ebenfalls dementieren, das sei der Kühnengruß gewesen. Verwaltungsrichter fürchten bei einer Ernennung Keyls verständlicherweise einen Schaden für den Ruf des Gerichts. Wer für eine rechtsextreme deutschnationale Burschenschaft untragbar ist, soll für eine der höchsten Richterstellen der Republik tragbar sein?

Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *