Rechte in der Sackgasse

Zu den Verlagen in der Halle 4 finden Besucher nur schwer einen Weg. Sie sind tatsächlich kaum zu finden. Noch einmal um die Ecke und noch einmal. Am Ende eines einsamen Gangs in der Halle 4 des Frankfurter Messegeländes leuchtet der blaue Schriftzug der „Jungen Freiheit“ (JF). Nur ganz wenige Besucher haben den Stand entdeckt. Das Konzept der Direktion der Frankfurter Buchmesse, die Handvoll rechter Verlage in diesem Jahr komplett zu isolieren, scheint aufzugehen. JF-Pressesprecher Bastian Behrens beklagt denn auch heftig das „Buchmessen-Ghetto“ für sein Blatt. In den mehr als 25 Jahren, in denen man auf der Frankfurter Buchmesse präsent sei, „hat es das noch nie gegeben, dass wir in eine Sackgasse gesteckt wurden“. Die Wochenzeitung sieht sich zu Unrecht ins Aus verbannt. In einem Vierteljahrhundert Präsenz auf der Messe habe es nur eine Handgreiflichkeit gegeben, im vergangenen Jahr: „Und die ging nicht von uns aus.“ In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, behauptet Behrens, hätten Unbekannte den noch leeren Stand beschädigt, man habe deshalb Anzeige erstattet. Zu sehen sind allerdings keine Schäden.

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siehe auch: Götz Kubitschek auf der Messe : Keinen Bock auf Katzentisch. Götz Kubitschek ist auf der Buchmesse – allerdings nicht in der Ecke, in der in diesem Jahr die rechten Verlage ihre Stände haben. Er hat den Veranstaltern ein Schnippchen geschlagen. Eine kleine Lücke klafft neben dem Stand des Verlags Deutsche Geschichte für junge Leser. „Da wäre Antaios hingekommen, wenn er die Genehmigung für einen Stand beantragt hätte“, vermutet Bastian Behrens. Der junge Mann ist der Sprecher der Zeitung „Junge Freiheit“, die, wie ein paar andere Verlage, in einer abgelegenen Ecke von Halle 4.1 steht. Lila Teppich führt in den Gang, der als Sackgasse endet. Den Stand an sich findet Behrens gut. Aber: „Die Plazierung ist politisch motiviert“, sagt er. Offiziell waren die rechten Verlage abseits der Besucherströme plaziert worden, weil es nach den Ausschreitungen im vergangenen Jahr Sicherheitsbedenken gegeben hatte. Doch Behrens meint, die Ausschreitungen hätte es nicht am Stand der „Jungen Freiheit“ gegeben, sondern vor allem am Stand von Antaios, dem rechten Verlag von Götz Kubitschek. Doch Antaios ist nicht auf der Messe. Götz Kubitschek aber schon. Gegenüber der „taz“, mitten im Trubel von Halle 4.1, hat der Loci Verlag seinen Stand bezogen. In Weiß und Graublau wirbt er für Bücher wie „Deutscher als ich geht eigentlich nicht“ von Kemal Yilmaz und „Aufgeblättert. Zugeschlagen“, einem Buch über die Literaturvorstellungen auf Youtube von Kubitscheks Frau Ellen Kositza. Götz Kubitschek sitzt auch dort, neben seinem neuen Verleger Wolfgang Veigel, einem Zahnarzt aus Rheinau in Baden. An ihn und den Loci Verlag hat er Antaios am 9. Oktober verkauft. Er plant, auch Bücher von Antaios am Stand zu präsentieren – er gehöre jetzt ja schließlich zu Loci.

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