Eklat bei Namensverlesung für ermordete Juden

Rosh verbietet AfD das Gedenken am Holocaust-Mahnmal. Eklat am Holocaust-Mahnmal: Der AfD-Mann Georg Pazderski will Namen ermordeter Juden zum Gedenken verlesen. Aber die Stiftung verweigert es ihm – und verweist auf die AfD-Reden vom „Denkmal der Schande“ und vom „Vogelschiss“. Eklat am Holocaust-Mahnmal: Am Rande des Gedenkens zur Pogromnacht vor 80 Jahren ist es zu einem Konflikt zwischen dem AfD-Spitzenpolitiker Georg Pazderski und Verantwortlichen der Stiftung Denkmal der ermordeten Juden gekommen. Im Anschluss an eine Gedenkstunde im Berliner Abgeordnetenhaus zogen Politiker aller Parteien in einem Schweigemarsch zum Denkmal. Dort werden zurzeit zum Gedenken die Namen der von den Deutschen ermordeten 57 000 Berliner Juden verlesen. Nach Darstellung Pazderskis lasen die Vorsitzenden aller Fraktionen im Abgeordnetenhaus jeweils Namen vor. Er sei jedoch von der Initiatorin des Mahnmals, Lea Rosh, daran gehindert worden. Sie habe gefragt, ob er von der AfD sei und dann gesagt: „Sie lesen hier nicht vor.“ Der Direktor der Stiftung, Uwe Neumärker, habe auf sein Hausrecht verwiesen. Pazderski äußerte sich empört. Man verbiete ihm als demokratisch gewähltem Abgeordneten seine Trauer über die ermordeten Juden zum Ausdruck zu bringen. Pazderski, dessen Vater polnischer Zwangsarbeiter war und in einem KZ interniert war, sagte, er sei zutiefst betroffen. Uwe Neumärker bestätigte den Vorfall und verteidigte sein Vorgehen: „Ich habe kein Problem, wenn Herr Pazderski das Denkmal und den Ort der Information besucht. Aber die Namensverlesung, das geht für mich einen Schritt zu weit“, sagte Neumärker unserer Zeitung. „Wie jeder weiß, hat die AfD eine klare Position zu diesem Denkmal bezogen. Und der Vorstand der Partei, dem Herr Pazderski angehört, hat letztlich keine ernsthaften Konsequenzen daraus gezogen, dass Björn Höcke vom ,Denkmal der Schande‘ sprach.“ Auch die Rede des Parteivorsitzenden Alexander Gauland, der das Dritte Reich als „Vogelschiss“ in der Geschichte bezeichnet hatte, spreche eine klare Sprache dazu, wie die AfD es mit der Erinnerungskultur halte.

via stuttgarter zeitung: Eklat bei Namensverlesung für ermordete Juden

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