Waldorfschule lehnt Kind eines AfD-Politikers ab

Weil sie “Konfliktpotenzial” sieht, nimmt eine Berliner Schule ein Kind nicht auf. Eine Folge des Online-Beschwerdeportals der Berliner AfD-Fraktion?  Obwohl ein Kind bereits eine Waldorf-Kita in Berlin besucht, wird es nicht in die entsprechende Schule aufgenommen. Der Grund: Sein Vater ist AfD-Abgeordneter. Das berichtet die „Berliner Zeitung“ anonymisiert, um den Schüler zu schützen. Die Zeitung zitiert den Geschäftsführer des Trägervereins der Waldorfschule mit den Worten, man habe um eine „einvernehmliche Lösung des Konflikts gerungen“, sie aber nicht erreicht. Daher sehe die Schule „keine Möglichkeit, das Kind mit der nötigen Unvoreingenommenheit und Unbefangenheit aufzunehmen – beides sind Grundvoraussetzungen, um die Entwicklung des Kindes angemessen zu fördern“. Der Streit zieht sich bereits seit Monaten hin: Schon im Oktober wurde der Fall bei einer Schulversammlung mit Eltern und Pädagogen besprochen. Als Begründung für die Ablehnung heißt es nun, „dass der Fall auch künftig Konfliktpotenzial birgt“. Damit bezieht sich die Schule offenbar auf das „Online-Beschwerdeportal“ der Berliner AfD-Fraktion. Dort sollen Schüler Lehrer melden, die gegen die AfD „agitieren“.

via tagesspiegel: Waldorfschule lehnt Kind eines AfD-Politikers a

siehe auch: Schulleitung beschließt Kind von Berliner AfD-Politiker darf nicht auf Waldorfschule Eine Waldorfschule hat sich nun definitiv entschieden, das Kind eines Berliner AfD-Abgeordneten nicht aufzunehmen. Dabei hat das Kind bereits die dortige Waldorf-Kita besucht. Vorausgegangen war eine Elternversammlung, bei der über die Aufnahme des Kindes kontrovers diskutiert wurde. Zudem mussten sich der AfD-Abgeordnete und seine Ehefrau Ende November bei einem Treffen mit etwa 20 Lehrern befragen lassen, auch zu politischen Ansichten. „Um eine einvernehmliche Lösung des Konfliktes wurde gerungen – sie konnte aber nicht erreicht werden“, teilte der Geschäftsführer des Trägervereins am Freitag mit. (…) „Eine Schule ist wie das Brennglas der Gesellschaft“, sagte der Mann. Weil der Fall auch künftig Konfliktpotenzial in sich berge, habe man die Entscheidung getroffen. Er erinnerte daran, dass Eltern an Waldorfschulen besonders aktiv seien, Kinder auch auf Fahrten begleiten. Ein fünfköpfiges Aufnahmegremium entscheidet über die Platzvergabe. Pluspunkte gibt es für Geschwisterkinder oder wenn das Kind bereits die Waldorf-Kita besucht hat, wie es im konkreten Fall war. (…)
Kritiker werfen dem Begründer der Waldorfpädagogik, Rudolf Steiner (1861-1925) vor, selbst einige völkisch-rassistische Äußerungen getätigt zu haben. Die deutschen Waldorfschulen haben sich bereits vor Jahren in einer Stuttgarter Erklärung ganz offiziell gegen jede Form von Diskriminierung, Rassismus und Nationalismus ausgesprochen.



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