Brandanschlag auf Turnhalle – So überführte der Verfassungsschutz den Neonazi-Brandstifter

Zum dritten Mal ist Maik Schneider (NPD) Weihnachten im Knast. Seit dem 1. März 2016 sitzt der 31-Jährige in U-Haft, weil er im August 2015 die Sporthalle von Nauen angezündet hatte, bevor Flüchtlinge einziehen konnten. Die Ermittler kamen dem Brandstifter erst spät auf die Spur. Doch dann setzten sie alle technischen Mittel ein, um Schneider zu überführen. Der Staatsschutz hatte bei Aufklärung monatelang im Dunkeln getappt, gab der Staatsanwalt am Donnerstag im Potsdamer Landgericht zu. Kommunikation genau dokumentiert Drei Monate nach dem Anschlag beantragte dann der Verfassungsschutz Schneiders Überwachung mit geheimdienstlichen Mitteln. Am 9. Dezember stimmte die G10-Kommission im Geheimschutzraum des Potsdamer Landtags zu: Ab dem 1. Januar 2016 wurde das Telefon des Neonazis abgehört, jedes Gespräch, jede E-Mail notiert.
Laut Protokoll grüßten sich die Neonazis mit „Heil dir!“, bestellten Handzettel der rechtsextremistischen „Identitären Bewegung“, planten Gotcha-Schießen und die Gründung eines NPD-Stadtverbands. Und sie spionierten Flüchtlingsunterkünfte in der Umgebung aus. Das bewies ein GPS-Peilsender, der in Schneiders VW-Bus versteckt wurde. 500 Seiten mit Positionsdaten zeichneten die Geheimdienstler auf. Dann glichen sie Schneiders Touren mit den Standorten der Asylheime ab. Weitere Flüchtlingsunterkünfte ausgespäht Ergebnis: Der Neonazi spähte nach dem Turnhallenbrand fünf weitere Unterkünfte aus. Die Traglufthalle sei aufgestellt, meldete der Schneider Mitte Februar aus Nauens Gewerbegebiet, bald würden die „Wanderheuschrecken“ einziehen

via bz beerlin: Brandanschlag auf Turnhalle – So überführte der Verfassungsschutz den Neonazi-Brandstifter

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