#Rassismus bei der #Polizei – Ein strukturelles Problem – #schauhin

Sozialwissenschaftler Daniel Loick über Alltagsrassismus bei Beamten und die Vorfälle in Frankfurt am Main. In dem Hollywood-Film »Three Billboards Outside Ebbing, Missouri« sagt Polizeichef Willoughby: »Wenn man alle rassistischen Polizisten feuern würde, hätte man noch drei übrig. Und die wären wahrscheinlich Schwulenhasser.« Der SPD-Bundestagsabgeordnete Burkhard Lischka meinte kürzlich mit Blick auf das mutmaßliche rechtsradikale Netzwerk in der Frankfurter Polizei: »Radikale haben in der Polizei nichts zu suchen.« Wer ist hier realistischer? Das kommt darauf an. Polizeipraktiken im Allgemeinen und auch der Rassismus bei der Polizei sind in hohem Maße lokal spezifisch. Der Polizeichef aus dem Film spricht über die Polizei in Missouri, das heißt in den amerikanischen Südstaaten, bei der man eine historische Kontinuitätslinie bis zur Sklaverei ziehen kann – die Polizei ist dort traditionell eine Institution zur Aufrechterhaltung weißer Dominanz. In Deutschland gibt es traditionell auch polizeilichen Rassismus, aber erstens mit anderen historischen Kontinuitäten, anderen Feindbildern und anderen Funktionsweisen, und zweitens gab es in Deutschland auch zumindest Ansätze von Reformmaßnahmen und Sensibilisierungsversuchen, die in manchen Bundesländern die Situation auch real verbessert haben – wenn auch, wie der Fall in Hessen zeigt, nicht überall. Interessant ist an dem Zitat von Herrn Lischka allerdings noch etwas anderes: Er spricht von »Radikalen« in der Polizei. Die Polizei hat aber kein Problem mit »Radikalen«, sondern mit Nazis – die Strukturen der Polizei befördern gerade nicht etwa Linksradikalismus und auch nicht unbedingt andere Formen »radikaler« Weltsichten, sondern spezifisch rechte und rassistische Einstellungen und Denkweisen.

via nd: Rassismus bei der Polizei – Ein strukturelles Problem

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