»Faustrecht« im Sicherheitsgewerbe

Langenargener Sicherheitsfirma beschäftigt Mitarbeiter aus dem Umfeld verbotener und militanter Neonazi-Gruppierungen. »Einsatzleiter« ist der ehemalige Gitarrist der Neonazi-Band Faustrecht. »Unser Unternehmen sorgt heute an vielen Orten für Sicherheit und kümmert sich für viele Menschen um deren persönlichen Schutz«, heißt es auf der Website der CMS Sicherheit und Schutz. Von der »klassischen Bewachung von Objekten, der Observation von Personen, dem Einbau von Sicherheitstechnik bis hin zum internationalen Personenschutz könne nach eigenen Angaben »so ziemlich jedes Sicherheitsbedürfnis befriedigt« werden. Dafür seien gut geschulte und zuverlässige Mitarbeiter vonnöten. Von denen man nur die Besten auswähle. Einer davon ist Rainer Butscher als »Einsatzleiter« der CMS Sicherheit. Zuvor war Rainer Butscher Gitarrist der Band Faustrecht. Das Nazi-Urgestein besang Rassenkrieg und Nationalsozialismus. Erst im vergangenen Jahr soll Faustrecht sich aufgelöst haben. Doch der gebürtige Leutkircher war lange dabei. So ist er etwa mehrfach im Booklet des bereits 2008 erschienen Albums Das Recht zu hassen zu sehen. Ebenso das Logo der rechtsradikalen Allgäuer Skinheadkameradschaft Voice of Anger.
Als Mitarbeiter steht dem ehemaligen Maler ein alter Kamerad zur Verfügung. Alexander G. arbeitet nach eigenen Aussagen seit 2017 bei CMS. Ein altes Photo zeigt den 48-Jährigen Arm in Arm mit dem Mindelheimer Faustrecht-Sänger Norbert »Nogge« Lecheler. Die Band galt in den 1990er Jahren als Hausband der Skinheads Allgäu. Das bayerische Innenministerium erließ bereits kurz nach deren Gründung ein Verbot gegen die Truppe wegen massiver gewalttätiger Aktionen und einer offenen Ausrichtung am Nationalsozialismus. Als junger Neonazi aus Wangen zählte G. zu den Mitgliedern der Skinheads Allgäu.
Alexander G. posiert auf seinem Facebook-Profil. Aus der Ostthüringer Variante der Anti-Antifa, an der auch Beate Zschäpe bereits beteiligt war, ging später der Thüringer Heimatschutz (THS) hervor. Dort waren zentrale Akteuere des NSU-Unterstützerumfelds sowie das Kerntrio selbst organisiert. Mit dem Label Anti-Antifa posiert Alexander G. auf seinem Facebook-Profil. Aus der Ostthüringer Variante der Anti-Antifa, an der auch Beate Zschäpe bereits beteiligt war, ging später der Thüringer Heimatschutz (THS) hervor. Dort waren zentrale Akteure des NSU-Unterstützerumfelds sowie das Kerntrio selbst organisiert. Sowohl G. als auch Butscher hat der Verfassungsschutz um 2003 im Umfeld der rechtsradikalen Skinhead-Szene am Bodensee im Visier, die damals die Gründung einer neuen Sektion des verbotenen Blood&Honour-Netzwerks geplant hatte. Kontakte sollen zur Dachorganisation in Großbritannien, den Hammerskins in der Schweiz und der Skinhead-Szene in Bregenz/Vorarlberg bestanden haben, die nach dem Verbot von Blood&Honour in Deutschland an dem Wiederaufbau der Strukturen als Division 28 beteiligt waren. Seit einigen Jahren ist es wieder still geworden um die Szene in Vorarlberg.

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