#Hetzjagd vor 20 Jahren – #Guben gedenkt Neonazi-Opfer Ben Noui – #schauhin

Die Stadt Guben (Spree-Neiße) gedenkt in dieser Woche des algerischen Asylbewerbers Omar Ben Noui (bürgerlich Farid Guendoul), der vor 20 Jahren in der Neißestadt ums Leben gekommen war. Der 28-Jährige wurde in der Nacht zum 13. Februar 1999 von Neonazis in den Tod gehetzt. Mehrere Jugendliche hatten ihn durch Guben gejagt, in Todesangst war Omar Ben Noui durch die Glasscheibe einer Haustür gesprungen. Dabei verletzte er sich schwer und verblutete. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die elf Täter wurden im Jahr 2000 verurteilt, einige von ihnen wegen fahrlässiger Tötung und gefährlicher Körperverletzung. Das Strafmaß lag zwischen Verwarnungen und drei jahren Jugendstrafe. (…) In der Hugo-Jentsch-Straße 14 in Guben erinnert ein Gedenkstein an Omar Ben Noui. Er trägt die Aufschrift “Mahnung gegen Rassismus, gegen Gewalt, gegen Fremdenfeindlichkeit”. Am Samstag soll es dort ein offizielles Gedenken geben. “Wir in Guben gedenken Omar Ben Noui und damit auch all denen, die durch Hass und Gewalt zu Schaden gekommen sind”, so Mahro.

via rbb24: Hetzjagd vor 20 Jahren Guben gedenkt Neonazi-Opfer Ben Noui

siehe auch: 13.02.1999, Farid Guendoul alias Omar Ben Noui (staatlich anerkannt). In den frühen Morgenstunden des 13. Februar 1999 verblutet der 28-jährige Farid Guendoul, auch bekant als Omar Ben Noui, in Guben (Brandenburg) in einem Hausflur eines Plattenbaus. Farid Guendoul und zwei seiner Freunde wurden von einer Gruppe junger Rechtsextremisten gejagt. Die drei Asylbewerber flüchten in verschiedene Richtungen und so teilt sich auch die Gruppe von Neonazis auf. Eines der Opfer, Khaled B., wird auf einem Parkplatz niedergeschlagen, prallt mit voller Wucht gegen ein Auto und wird bewusstlos. Farid Guendoul und Issaka K. flüchten in Richtung eines Häuserblocks. In Todesangst tritt Farid Guendoul die Glastür eines Plattenbaus ein. Die Scherben reißen die rechte Knieschlagader auf. Er verblutet nach wenigen Minuten. Nach einem 17-monatigen Prozess verurteilt das Landgericht Cottbus am 13. November 2000 die elf Angeklagten zu Jugendstrafen bis zu drei Jahren. Die Angeklagten, die sich an der Hetzjagd direkt beteiligt hatten, wurden wegen fahrlässiger Tötung von Farid Guendoul und gefährlicher Körperverletzung von Khaled B. schuldig gesprochen. Drei Heranwachsende erhielten Haftstrafen von zwei Jahren, sechs wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt und zwei weitere Angeklagte lediglich verwarnt. Gegen das Urteil wurde von den Nebenklägern und einiger Angeklagten Revision eingereicht. Am 9. Oktober 2002 änderte der Bundesgerichtshof die Schuldsprüche der Hauptangeklagten auf versuchte Körperverletzung mit Todesfolge. Der Haupttäter Alexander Bode erhielt eine Jugendstrafe von zwei Jahren. Zudem stellte das Gericht klar, dass alle aktiv an der Verfolgung beteiligten Angeklagten, das gleiche Maß an Verantwortung trügen. Das Strafmaß wurde aber nicht geändert.

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