Fake News im Netz – Kein Dschihad gegen Hunde

Die AfD und ihr nahestehende Medien behaupten, in Deutschland gebe es eine zunehmende Zahl von religiös-motivierten Übergriffen auf Hunde. Belege dafür existieren nicht. “Verstümmelt, verbrannt, vergewaltigt: Hunde verenden für den radikalen Islam” – das behauptete die AfD auf Facebook. Dazu veröffentlichte die Partei das Bild eines Welpen. Mehr als 5000 Nutzer teilten den Eintrag. Auch rechte Blogs griffen das Thema auf: “Zunahme von brutaler Gewalt gegen Hunde in Deutschland” – so überschreibt “Philosophia Perennis” des Publizisten David Berger einen Artikel, der ebenfalls tausendfach geteilt wurde. In dem Text heißt es, es häuften “sich immer mehr schockierende ‘Einzelfälle’.” Kein religiöses Motiv erkennbar Als Beispiel führten die AfD und Online-Seiten dann den Fall einer französischen Bulldogge an, die vor einem Jahr, im Februar 2018, in Straubing von einem Syrer aus dem dritten Stock eines Wohnhauses geworfen worden war. Bei seiner Vernehmung habe “der Merkel-Gast angegeben, ihn habe die Anwesenheit des nach islamischer Lesart unreinen Hundes ‘erzürnt'”, heißt es.
Die AfD behauptet, Hunde würden für den “radikalen Islam verenden”.
Was “Philosophia Perennis” nicht erwähnt: Der Syrer lebte in einer Wohngemeinschaft – mit dem Hund, der einem Mitbewohner gehörte. Laut Medienberichten hatte der 27-Jährige das Tier nach einem Streit mit einem Mitbewohner aus dem Fenster geworfen und wurde im August 2018 zu einer Geldstrafe verurteilt. Von einem religiösen Motiv für die Tat war dabei nicht die Rede. Auseinandersetzung am Elbufer
Als weiteres Beispiel nennen rechte Blogs ein Video aus dem Jahr 2018, in dem zu sehen sei, wie “Jugendliche, erkennbar mit ‘Migrationshintergrund’, am Dresdner Elbufer randalierten und Hunde traten”. Tatsächlich ist auf einem im Netz kursierenden Video zu sehen, wie es am Himmelfahrtstag zu Rangeleien zwischen zwei Gruppen von jungen Leuten kam, ein Beteiligter hatte zwei angeleinte Hunde dabei. Zu welcher Gruppe der Hundebesitzer gehörte, ist aus dem Video nicht eindeutig ersichtlich. Im Zuge der Auseinandersetzung zwischen den jungen Männern trat offenbar ein Mann einen der Hunde. Es ist aber nicht zu erkennen, dass es einen gezielten geschweige denn religiös-motivierten Angriff auf mehrere Hunde gegeben habe. Auch in der Polizeimeldung war von Übergriffen auf Hunde überhaupt keine Rede.

via faktenfinder tagesschau: Fake News im Netz – Kein Dschihad gegen Hunde

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