Völkisches Treiben im „Nazi-Dorf“ Jamel

Die „Dorfgemeinschaft Jamel“ zelebrierte erneut ihren jährlichen Maitanz in Jamel. Mit dem traditionellen Aufstellen des Maibaums und anschließenden Volkstänzen wurde die national völkische Brauchtumsfeier gestaltet. Traditionell veranstaltete die kameradschaftsähnliche Struktur „Dorfgemeinschaft Jamel“ zur Walpurgisnacht ihren Maitanz im „Nazi-Dorf”“ Jamel. Bis zu 80 Teilnehmer/innen, und damit deutlich weniger als in den vergangenen Jahren, lockte die Brauchtumsfeier ins Dorf. Viele waren anlässlich der Feierlichkeiten in Trachten gehüllt. Zumeist reisten die Neonazis mit ihren Familien an – dementsprechend war der Anteil der anwesenden Kinder hoch. Unter den Gästen befanden sich neben den Mitgliedern lokaler, rechter Strukturen vorwiegend Gäste aus dem norddeutschen Raum. Neben NPDlern und Kameradschaftlern gesellten sich auch Mitglieder der „Hammerskins“ dazu. Mitunter war der Dachdecker und ehemalige NPD-Stadtvertreter Enriko Pflugradt unter den Anwesenden. Das Mitglied des „Kameradschaftsbunds Anklam“, eine der ältesten Kameradschaften Norddeutschlands, präsentierte sich mit KBA-Kutte und gehört zu den Stammgästen der Brauchtumsfeiern in Jamel. Der stellvertretende NPD-Landesvorsitzende und Mitglied des „Kameradschaftsbund Usedom“ Enrico Hamisch reiste mit dem Lautsprecherwagen für den NPD-Aufmarsch am darauffolgenden Tag im nahe gelegenen Wismar an und testete schon mal die Technik. Der Fokus am Nachmittag lag auf der Kinderbespaßung. Wie ihre Eltern waren auch die Kleinsten in Trachten gehüllt. Die Mädchen hatten geflochtete Zöpfe und Kleidchen an. Die Jungen trugen Lederhosen. Sven Krüger kutschierte mit einem Traktor die Kinder in einem Anhänger mit der Aufschrift „Partykolonne“ durch die umliegenden Wälder. Selbstredend durfte die Hüpfburg des Unternehmers Steffen Meinecke nicht fehlen. Meinecke tritt gemeinsam mit Sven Krüger und dem Jameler Tino Streif unter der „Wählergemeinschaft Heimat“ zu den kommenden Kommunalwahlen für die Gemeindevertretung Gägelow an. (…) Ein skurriles Bild bot sich an dem Abend in Jamel. Paarweise stellten sich die Tänzer auf und performten vor den umstehenden Zuschauern. Fröhlich klatschten und sangen sie zu den Liedern. Kurze Zeit hätte man vergessen können, dass die herausgeputzten Gäste zum Teil aus verurteilten Neonazis bestanden. So reihte sich neben Tino Streif und Alf Börm auch der ehemalige NPD-Landtagsabgeordnete und Inhaber des „Levensboom“-Versandes David Petereit bei den Volkstänzen ein. Die Zusammenhänge Petereits zum NSU sind bis heute nicht lückenlos aufgeklärt.

via bnr: Völkisches Treiben im „Nazi-Dorf“ Jamel

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