Bleiburg: “Ein faschistischer Aufmarsch hat in einer Demokratie nichts zu suchen”

Zum 74. Mal fand das kroatische Gedenken auf dem Loibacher Feld bei Bleiburg statt. Beobachtet wurden ein Hitlergruß und gedrückte Stimmung. Die feierlich-ausgelassene Stimmung, wie man sie am Loibacher Feld in den vergangene Jahren beobachten konnte, wollte sich am Samstag nicht einstellen. Während die bunt gemischte Prozession vom Friedhof in Loibach zum Veranstaltungsgelände zog, hörte man mehrmals polizeiliche Durchsagen in kroatischer Sprache über den geänderten Charakter der Manifestation, die anders als bisher keine kirchliche Veranstaltung mehr ist sondern unter das Versammlungsgesetz fällt. Die Teilnehmer wurden auch mehrmals über Lautsprecher über das geänderten Abzeichengesetz aufgeklärt. Demütigend sei das, hörte man einige Teilnehmer der Kundgebung raunen. Im Vorfeld der umstrittenen Gedenkveranstaltung berichteten die kroatischen Medien über das Verbot der Ustascha-Abzeichen und über die Strafen von 4000 Euro im Falle eines Verstoßes. In der Vergangenheit wurde in Bleiburg offen die Symbole faschistischen Ustascha und des NDH-Staates getragen. Heuer war das große U mit einem Kreuz in der Mitte oder der Ustascha-Gruß “Za dom spremni” nur vereinzelt zu sehen, meistens gut getarnt. (…) Auf die Frage einer kroatischen Journalisten, ob er wisse, dass die Ustascha-Soldaten, denen er hier gedenke, Konzentrationslager betrieben haben, erwiderte Maravić: “Ach was, das waren Arbeitslager, das haben die Leute sogar ein Handwerk erlernt. Und wenn sie gestorben sind, dann an Diphterie, es war eben Krieg. Im Krieg herrschen andere Regeln”. Wisse denn Maravić wieviele Tausend Serben und Juden im kroatischen Konzentrationslager Jasenovac umgebracht wurden, fragte die Journalistin nach. “Malo”, also “wenige”, erwiderte Maravić knapp und zog mit seinem Trupp weiter. (…) Eine weitere Gruppe von Gegendemonstranten ist aus Wien angereist. Unter ihnen auch der ehemalige Grünen-Abgeordnete Karl Öllinger. Er demonstriere hier auch gegen jene, die glauben “das System das Nationalsozialismus oder des kroatischen Faschismus habe auch sein Gutes gehabt”, sagte Öllinger. Er fordert, dass das Treffen am Loibacher Feld verboten wird, “ein faschistischer Aufmarsch hat in einem demokratischen Staat nichts zu suchen”, so Öllinger.

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