“Ibiza-Gate”: Haselsteiner prüft alle Auftragsvergaben

Ex-Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner wird alle Verfahren überprüfen, in denen der Konzern staatliche Aufträge nicht bekam. Hauptaugenmerk wird aber die Westbahn sein. Hans Peter Haselsteiner, Strabag-Eigentümer und Exchef des Baukonzerns, spielt in Heinz-Christian Straches Ausführungen im Ibiza-Video eine der Hauptrollen. Das erste, was er tun werde, wenn die FPÖ in die Regierung kommt, wäre es, dafür zu sorgen, dass Haselsteiners Strabag keine staatlichen Aufträge mehr bekomme, sagte er. Die vermeintliche “Oligarchen-Nichte” solle dann selbst eine Strabag gründen, um Aufträge zu bekommen, riet er sinngemäß. (…) Das Auftragsvolumen der Strabag in Österreich ist mit drei Milliarden Euro beträchtlich, es gehe um Hunderte Aufträge, sagt Haselsteiner. Die großen kommen von der staatlichen Autobahngesellschaft Asfinag, von Genossenschaften (Wohnbau) und staatlicher ÖBB. Haselsteiner kündigt im Gespräch mit dem STANDARD an, “alle Aufträge des vergangenen Jahres, die wir verloren haben” genau zu analysieren. Er gehe davon aus, dass die Strabag die Zielscheibe war, aber die Pfeile nicht wirksam gewesen seien. “Vielleicht stellt sich heraus, dass gar nichts zu finden ist. Aber ich muss ausschließen können, dass es zu Eingriffen gekommen ist.” Allerdings wird Haselsteiner, 75, die Bücher nicht nur bezüglich Verfahren durchforsten, in denen die Strabag im Rennen um staatliche Aufträge unterlegen ist. Besonders genau werde er prüfen, was bei der Westbahn geschehen ist, der privaten Konkurrentin der staatlichen ÖBB. An der Westbahn-Muttergesellschaft Rail Holding AG ist Haselsteiner mit rund 49 Prozent über die Haselsteiner Familien-Privatstiftung beteiligt, gemeinsam mit dem Unternehmer Erhard Grossnig (dessen Augusta Holding hält 32,7 Prozent) hat er die Mehrheit und die Fäden in der Hand. “Bei der Westbahn ist die Möglichkeit der Einflussnahme durch den Verkehrsminister, der auch Eigentümervertreter der ÖBB ist, viel größer als bei der Strabag”, analysiert er. Verkehrsminister ist derzeit bekanntlich Norbert Hofer von der FPÖ, die auch sonst federführend in den ÖBB-Gremien vertreten ist. Die Frage wird zum Beispiel sein, ob die private Konkurrenz Westbahn vom Ministerium benachteiligt wurde – Selbiges ist ja zum Beispiel auch für die rechtlichen Rahmenbedingungen der Bahnunternehmen zuständig.

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