Die Ibiza-Affäre: “Ich habe mehrere tausend Euro gespendet” – #strachevideo #ibizagate

Exklusiv. In Heinz Christian Straches Umfeld besteht nicht nur ein mysteriöser Verein, sondern mindestens zwei. “Wirtschaft für Österreich” hat 2017 nach Aussage eines Wiener Managers Geld erhalten – auf Vermittlung von Johann Gudenus. Schon die Betreffzeile des Briefes lässt keinen Zweifel an den Absichten des Verfassers: “Anschreiben: Ersuchen um Spende für den gemeinnützigen Verein ,Wirtschaft für Österreich‘.” Im Frühsommer 2017, kurz bevor Heinz Christian Strache und Johann Gudenus in Ibiza in die Falle tappten, ereilte einen Wiener Geschäftsmann ein einseitiges Schreiben, das in dieser Form allem Anschein nach nicht zum ersten Mal verschickt worden war. “Sehr geehrte Damen und Herren! Der gemeinnützige Verein ,Wirtschaft für Österreich‘ schützt die Interessen der österreichischen Industrie und Wirtschaft. Zur Durchführung von Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Förderung des Wirtschaftsstandortes Wien und Österreich ersucht der Verein ,Wirtschaft für Österreich‘ um eine Spende auf folgendes Vereinskonto IBAN AT 33 12000 … Mit dem besten Dank im Vorhinein für Ihr Entgegenkommen verbleibe ich Hochachtungsvoll, Wirtschaft für Österreich, Dr. Markus Tschank.”
Gab oder gibt es in Heinz Christian Straches Umfeld einen “Verein”, über welchen verdeckte Parteispenden flossen? Der spätere Vizekanzler selbst war es, der das 2017 in Ibiza vor versteckter Kamera ausgeplaudert hatte – nur um es nach der Veröffentlichung des Videomaterials durch “Süddeutsche Zeitung” und “Spiegel” Freitag vergangener Woche zu einer haltlosen, weil besoffenen Geschichte umzudeuten. Bereits am Sonntag war profil auf einen ersten Verein gestoßen, der zu Straches Beschreibung passen könnte: “Austria in Motion – Verein zur Reform der politischen Kultur in Österreich”. Nach außen hin wird dieser Verein derzeit vom FPÖ-nahen Investmentberater und ORF-Stiftungsrat Markus Braun (Obmann) und dem früheren Vorsitzenden der FPÖ-Vorfeldorganisation Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) in Niederösterreich, Alexander Landbauer (Kassier) vertreten. Landbauer ist der Bruder des geschäftsführenden FPÖ-NÖ-Landesparteiobmanns Udo Landbauer. Bis August 2017 war Rechtsanwalt Markus Tschank als Kassier bei “Austria in Motion” tätig gewesen, ehe er nach den Wahlen 2017 für die FPÖ in den Nationalrat einzog. Tschank und Braun haben in ersten Reaktionen ausgeschlossen, dass der Verein “Austria in Motion” je Parteispenden erhalten und weitergeleitet hat.

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