Millionen Klicks mit Hass und Rechtsextremismus

Im Vorfeld der Europawahlen wurden über 500 Facebook-Seiten und -Gruppen gemeldet. Diese stehen im Verdacht, falsche Informationen zu verbreiten. In den sozialen Medien gibt es Dutzende Seiten und Gruppen, die Hass schüren oder falsche oder rechtsextremistische Inhalte verbreiten.
Auf Facebook wurde ein Netz von rechtsextremen und anti-EU-populistischen Seiten und Gruppen aufgedeckt. So hat Facebook Anfang Mai etwa die Website von Milo Yiannopoulos dauerhaft gesperrt. Er war bis Ende Febraur 2017 leitender Redaktor von «Breitbart News», einer rechtspopulistischen Nachrichten- und Meinungsseite aus Amerika. Ebenso hat Facebook den Account von Alexander Emerick Jones gesperrt. Bei Twitter ist das Konto des Verschwörungstheoretikers bereits seit Anfang 2019 dicht. Er gilt ebenfalls als populistisch, rechtsgerichtet oder rechtsaussen. Weiter befinden sich unter den gemeldeten Gruppen und Seiten solche, die falsche Informationen oder rechte Hetze verbreiten.
Die NGO Avaaz hat eine Spendenaktion gestartet, die den Hass im Vorfeld der Europawahl stoppen will.
Mittlerweile wurden Facebook-Konten mit insgesamt sechs Millionen Followern von der Plattform genommen. Die Europawahl 2019 findet vom 23. bis 26. Mai 2019 in den EU-Mitgliedstaaten statt. Sie ist die neunte Direktwahl zum Europäischen Parlament. Gewählt werden 751 Abgeordnete (Im Bild: Wahlplakate in Frankreich). Die Nichtregierungsorganisation (NGO) Avaaz hat ein Netz von rechtsextremen Facebook-Accounts aufgedeckt, die im Verdacht stehen, falsche Informationen und Hassreden in Europa zu verbreiten. Wie die NGO in ihrer am Mittwoch veröffentlichten Studie berichtet, seien über 500 verdächtige Gruppen und Facebook-Seiten gemeldet worden, die in Frankreich, in Deutschland, in Italien, in Grossbritannien, in Polen und in Spanien aktiv waren. In den letzten Wochen wurden bereits mehrere Hundert solcher Konten geschlossen. Anders als die offiziellen Seiten rechtsextremer und anti-EU-populistischer Gruppen seien die gemeldeten Seiten weitaus beliebter gewesen, berichtet Avaaz. Mehr als eine halbe Milliarde Mal seien deren Inhalte angesehen worden. Allein in den letzten drei Monaten konnten solche Seiten und Gruppen, die etwa den Hass auf Migranten schüren oder Brüssel in ein schlechtes Licht rücken wollen, über 533 Millionen Besucher generieren. Ausserdem hätten 77 der bereits entfernten Gruppen mehr als dreimal so viele Abonnenten (5,9 Millionen) gehabt als die sechs wichtigsten europäischen Parteien der Rechtsextremen oder Anti-EU-Parteien (Leage, AfD, VOX, Brexit Party, RN und PiS) zusammen.

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siehe auch: AfD: Fragwürdige Twitterstrategie aufgedeckt. Wahlkämpfer der AfD haben Berichten zufolge auf Twitter mit Tricks gearbeitet, um großes Interesse vorzutäuschen. Die Partei verweist auf Gegenmaßnahmen. Um auf Twitter mehr Reichweite zu erzielen, ist bei der AfD mit unsauberen Tricks gearbeitet worden. Nach Recherchen von t-online und netzpolitik.org nutzten Wahlkämpfer und Abgeordnete der AfD umbenannte Twitter-Accounts, die vorher mit anderen Namen und Themen Follower gesammelt hatten. Als Beispiel nannte t-online einen Account mit dem Namen @FDPAussteigerin, die später als @AfDOBLaudenbach Tweets und bis vor seine Sperrung als @JaZumDiesel verbreitete. Hinter dieser Strategie soll ein AfD-Mitglied aus Münster stecken. Ein Parteisprecher bestätigte am Donnerstag, der Mann sei für verschiedene AfD-Politiker tätig gewesen und habe “auf eigene Faust” Dutzende von Accounts auf Twitter angelegt.

https://avaazimages.avaaz.org/Avaaz%20Report%20Network%20Deception%2020190522.pdf
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