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Reichsbürger lehnen die Bundesrepublik ab, gründen stattdessen Pseudostaaten. Sie verbreiten oft auch religiöse Ideen weit abseits des Mainstreams. Manche gehen davon aus, ihre Reichsverfassung direkt von Gott erhalten zu haben, wähnen sich in einem apokalyptischen Endkampf. „Ich identifiziere mich mit meinem göttlichen Wesen in mir. Und deswegen, wenn ich in der Ich-Form rede, schreibe ich auch zu jedem Gericht: Ich, das göttliche Wesen.“ Dieses „göttliche Wesen“ heißt eigentlich Peter Fitzek – einer der bekanntesten Vertreter der deutschen Reichsbürgerszene. In Wittenberg hat er das „Königreich Deutschland“ ausgerufen. Das brachte ihm einen Beinamen ein: „König von Deutschland“. Aber Peter Fitzek hält sich offenbar für noch weit mehr als einen König: für einen Gesandten Gottes: (…) „Ich habe vielen Menschen schon Dinge gezeigt, die andere Menschen als Wunder empfinden würden.“ Das sagte Fitzek in einem anderen reichsbürgerlich-esoterischen Medium, bei „bewusst.tv“. In Anlehnung an eine biblische Selbstbezeichnung Jesu nennt sich Fitzek auch „Peter, Menschensohn des Horst und der Erika aus dem Hause Fitzek“. „Peter Fitzek und das Königreich Deutschland stellen keinen Einzelfall dar bezüglich einer Verbindung von Esoterik mit der Ideologie des Milieus. Ganz allgemein lässt sich feststellen, dass mit diesem Milieu der Souveränistinnen und Souveränisten, wie ich es bezeichnen würde, im Allgemeinen Esoterik schon immer verbunden gewesen ist. Also schon der Nationalsozialismus hat auch okkulte Strömungen aufgegriffen, die um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert hin aufgetreten sind. Also esoterische Komponenten waren immer auch schon mit dem Nationalsozialismus und mit dem Rechtsextremismus verbunden.“
Ein weiteres Beispiel für Esoterik in der Reichsbürgerszene war das „Fürstentum Germania“ in Brandenburg. Es bestand im Jahr 2009 allerdings nur für wenige Monate. Und 2017 ging dieser Fall durch die Medien: Sechs Männer wurden festgenommen, bei denen Ermittler Waffen, Munition und Sprengstoff fanden. Unter ihnen auch ein Reichsbürger und selbsternannter Druide. Er nennt sich „Burgos von Buchonia“ und bietet laut eigener Aussage verschiedene „keltische Rituale“ an: „Bei Burghard B., also Burgos von Buchonia, sieht man recht deutlich, wie auch jemand, der ursprünglich aus einem esoterischen Bereich gekommen ist, sich radikalisiert hat – indem man sich bewaffnet hat, indem man Vorräte angelegt hat, und nur darauf wartet, dass letztlich diese letzte Schlacht stattfindet. Also dass – säkularisiert gesprochen – der letzte Bürgerkrieg in Deutschland stattfindet, wo dann die Entscheidung anberaumt wird. Und darauf bereiten sich entsprechend Gruppen inzwischen vor.“ Und präsentieren das dann als Teil eines göttlichen Plans. Reichsbürger überhöhen das Weltgeschehen oft pseudo-religiös, so Jan Rathje, als einen dualistischen Kampf des Guten gegen das Böse, der Dunkelheit gegen das Licht. Vorbild ist die christliche Apokalypse.

via deutschlandfunk: Die Religion der ReichsbürgerGottesstaat Deutschland

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