#Mobbing, #Gewalt, #Rassismus: Die #Polizei und das Gesetz des Schweigens – #omerta

Die Polizei hat ein Systemproblem. Falsch verstandener Korpsgeist deckt Rassismus und Gewalt, Kritik wird erstickt. Dabei steht viel auf dem Spiel. (…) Das Gesetz des Schweigens, die dienstliche Omerta – es ist eines der Hauptprobleme des deutschen Polizeisystems. Das Handelsblatt hat im Laufe der Recherche Videos gesehen, in denen Polizisten völlig grundlos auf Bürger einschlugen. Es hat aber auch mit Polizisten gesprochen, die die Härte ihres Berufs beklagen. Und es hat Beamte getroffen, die selbst drangsaliert wurden, weil sie ihren Mund aufgemacht haben.Sie alle sind Symptome desselben Problems: Sie sind Teil einer Institution, die auf Zusammenhalt basiert, die umgekehrt aber auch Fehler negiert und in der es deshalb leicht ist, kritische Geister, die ihren Job nach Recht und Gesetz ausüben, zu unterdrücken. (…) Ein Thema, das dort sicher auch zur Sprache kommt, sind rechtsradikale Tendenzen und Rassismus innerhalb der Polizei. Simon Neumeyer ist in ein Café in Düsseldorf gekommen, um darüber zu reden. Der 22-Jährige ist so, wie man sich Polizisten wünscht: smart, jung, offen. Bis 2017 war er bei der Polizei. Dann stieg er aus, weil er die Vorfälle in seiner Ausbildung in Sachsen nicht mehr ertragen konnte. Im Oktober letzten Jahres machte er Auszüge aus einem Polizeischüler-Chat öffentlich. „Wir sind aus Cottbus und nicht aus Ghana, wir hassen alle Afrikaner“, stand da zum Beispiel. Oder: „Viele Kontrollen in der Stadt wegen IS. Musste zwei Mettbrötchen essen und zwei Pils trinken, um zu beweisen, dass ich kein Moslem bin.“ Auch von Ausbildern habe es rechte Kommentare gegeben, erzählt Neumeyer. „Da fiel so ein Satz: ,Passt bitte auf, ihr müsst jetzt wieder gut schießen lernen, weil wir so viele Gäste in Deutschland haben.‘“ Neumeyer versuchte dagegenzuhalten. Die Folge war Ausgrenzung. „Ich habe mich meistens offen gegen rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen gestellt“, erzählt er. „Ich wurde deswegen aus der Gruppe ausgegrenzt, hatte zum Beispiel beim Sport dann keinen Partner mehr.“ Erst als er an die Öffentlichkeit ging, reagierte die Führung. Ein Mitschüler musste gehen, eine beteiligte Kollegin war schon vorher entlassen worden. Vorwürfe gegen Ausbilder aber, so die sächsische Polizei, hätten sich nicht bestätigt. „In der Polizei herrscht ein Verständnis und eine Haltung vor, dass man Probleme lieber nicht nach außen trägt“, sagt Kriminologe Singelnstein. „Das heißt, man versucht, das teilweise unter den Teppich zu kehren.“

via handelsblatt: Mobbing, Gewalt, Rassismus: Die Polizei und das Gesetz des Schweigens

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