Vorstandsmitglied der „Jungen Alternative Ostbayern“ im Zwielicht

Warum wurde der stellvertretende Vorsitzende der „Jungen Alternative Ostbayern“ 2017 aus der Bundeswehr entlassen? Recherchen der Welt am Sonntag zufolge gab es schwerwiegende Verdachtsmomente gegen den Burschenschafter, der der extrem rechten Identitären Bewegung zumindest nahe steht. Christoph Maier stockt kurz. „Ich kenn diese Person nicht. Muss ich hier so sagen wie es ist“, meint der AfD-Politiker dann. Außerdem passe das gar nicht zum Thema, es gehe um Opfer, nicht um Täter. „Und damit ist die Sache erledigt.“ Anlass der Erwiderung Maiers am vergangenen Mittwoch im Bayerischen Landtag war eine Intervention des Passauer Abgeordneten Toni Schuberl (Grüne), der mit Blick auf Aktivisten der „Jungen Alternative“, die Maier zuvor in seinem Redebeitrag erwähnt hat, einen Fall anspricht, der bereits seit einer guten Woche durch die Medien geistert. Ein Offiziersanwärter wurde laut einer Recherche der Welt am Sonntag im Mai 2017 wegen Rechtsextremismus aus der Bundeswehr geworfen. Die Sicherheitsbehörden hätten demnach vermutet, dass er „womöglich etwas Größeres plante“, dass er „verbotenerweise schwere Waffen gehortet“ habe und dass man befürchtete, er könne einen Angriff beim Besuch von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei der Truppe bei Schloss Nymphenburg am 24. Juni 2017 verüben – also vor knapp zwei Jahren.
Kurz nach dem Rauswurf habe die Staatsanwaltschaft München I ein Verfahren wegen des „Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz“ gegen den jungen Mann eingeleitet. Seine Wohnung sei durchsucht worden. Ergebnislos. Das Verfahren wurde eingestellt. Der Betroffene schien mit der Durchsuchung gerechnet zu haben, so die Welt am Sonntag unter Berufung auf ihr vorliegende Akten. Die Recherche hat ein breites Medienecho ausgelöst. Unter anderem der österreichische Standard und die Süddeutsche Zeitung zogen in ihrer Berichterstattung nach. Die SPD im Bayerischen Landtag hat von der Staatsregierung in einem Antrag Aufklärung über die mögliche Anschlagsplanung verlangt. Während in den bisherigen Medienberichten der Name des Betroffenen aber immer abgekürzt wurde, nennt Schuberl in seinem Debattenbeitrag im Landtag Ross und Reiter: den vollen Namen von Tobias L. Der Student wurde erst kürzlich erneut in den Vorstand der „Jungen Alternative Ostbayern“ gewählt, ist Mitglied der Burschenschaft „Markomannia Wien zu Deggendorf“ und hat zumindest enge Kontakten zur „Identitären Bewegung“, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. Mittlerweile studiert er in Passau. regensburg-digital hatte bereits Anfang Mai im Rahmen einer Recherche zur „Jungen Alternative Ostbayern“ auch über L. berichtet. Das damalige Fazit: „Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass mit Tobias L. ein extrem rechter, der neofaschistischen Identitären Bewegung nahestehender und bestens an der Waffe ausgebildeter Burschenschafter in den Vorstand der Jungen Alternative Ostbayern gewählt wurde.“

via regensburg digital: Vorstandsmitglied der „Jungen Alternative Ostbayern“ im Zwielicht

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