Rassistische Memes und Schießtrainings im Umfeld von Uniter am Bodensee

FPÖ, Ritterkreuzträger der Wehrmacht, Prepper, Waffen, Hitler und Odalrunen. Das gefällt neuen Mitgliedern des österreichischen Uniter-Netzwerks, das sich am Wochenende in Bregenz traf. Aus Deutschland indes wehrt sich Uniter gegen Berichterstattung. »Hannibals Schattenarmee«: Seit die taz Ende vergangenen Jahres unter diesem Titel erstmals ihre umfangreiche Recherche zu einem rechten Untergrundnetzwerk innerhalb von Bundeswehr, Polizei, Sicherheitsbehörden- und Unternehmen veröffentlichte, geriet auch das Uniter Network unter Druck. Seither ist Uniter e.V. bemüht, sich in der Öffentlichkeit harmlos darzustellen: »Unterstützung der Mitglieder in Fragen der beruflichen Bildung, Fortbildung und Kontaktvermittlung«, heißt es etwa auf der Homepage des Vereins. Offiziell will das Netzwerk weder eine Schattenarmee aufbauen, noch rechtsradikal sein. Von beidem distanziert sich Uniter vehement. (…) Die von Mario P. administrierte Facebook-Gruppe des österreichischen Uniter-Netzwerkes wurde erst Ende Juni 2019 gegründet und zählt bereits jetzt 40 Mitglieder, ständig kommen neue hinzu. Sie rekrutieren sich aus Sanitätern, Angehörigen von Armeen, der Polizei und des Sicherheitsgewerbes. Wer sich durch die Onlineauftritte der Anhänger klickt, findet auch hier immer wieder Auffälligkeiten.
»Ehre und Stolz« Anhänger von Uniter Österreich postet ein Bild mit einer Glock 17 am Schießstand. In den Arm des Schützen mit den englischen Worten für »Ehre und Stolz« ein bei Neonazis beliebtes Motiv eintätowiert.
Anhänger von Uniter Österreich postet ein Bild mit einer Glock 17 am Schießstand. In den Arm des Schützen mit den englischen Worten für »Ehre und Stolz« ein bei Neonazis beliebtes Motiv eintätowiert. Etwa eine hohe Affinität zu Waffen. Hier wird eine Grundschulung an der Waffe »für komplette Neulinge oder Schützen mit überhaupt keiner Erfahrung« angeboten. Dort posiert ein Schütze mit einer in den Arm eintätowierten Aufschrift »Honor and Pride« und einer Glock 17 an einem Schießstand. Der Spruch »Ehre und Stolz« ist bekannt als beliebtes Motiv der Neonaziszene und diente hier als Name für eine Organisation, die im Verdacht stand, das verbotene Blood&Honour-Netzwerk weiterzuführen. Die Glock 17 ist nicht nur die Dienstwaffe der österreichischen Bundespolizei und Justizwache. Sowohl Anders Breivik als auch David Sonboly nutzten für die Durchführung ihrer rassistisch motivierten Attentate eine Glock 17. Auch rechte und rassistische Memes teilen die Mitglieder des österreichischen Uniter-Ablegers immer wieder. Teilweise werden die bei rechten beliebten Sprüche wiedergegeben und mit Gewaltphantasien verbunden. Auch Kampfsport ist ein Thema.

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