#Rechtsextremer Täter in #Halle – Der virtuelle #Terrorist – #anschlag

Er hatte ein Massaker geplant, sagt der Generalbundesanwalt über den Halle-Attentäter Stephan B. Radikalisierte er sich in einer rechten Online-Szene? (…) Am Donnerstagmittag tritt nun in Karlsruhe Bundesjustizministerin Christine Lambrecht vor die Presse. Von einem „rechtsextremistischen Terroranschlag eines Einzeltäters“ spricht die SPD-Frau. Daneben steht Generalbundesanwalt Peter Frank, dessen Behörde die Ermittlungen bereits am Mittwoch an sich zog. „Was wir gestern erlebt haben, war Terror“, sagt auch er. „Stephan B. hatte sich zum Ziel gesetzt, ein Massaker anzurichten.“ Vier Kilo Sprengstoff hätten sich allein in seinem Auto befunden. B. habe sich in einer Tradition mit dem Christchurch-Attentäter Brenton Tarrant gesehen. Mit der Liveübertragung der Tat habe er eine „weltweite Wirkung erzeugen“ wollen. (…) Auch in Sicherheitskreisen wird beteuert, dass Stephan B. politisch bisher nicht auffällig gewesen und in keiner Datei gelistet worden sei. Es bleibt: ein Abiturient, abgebrochenes Chemiestudium, ein Einzelgänger. Sein Vater sagt der Bild, sein Sohn habe immer gehadert und anderen die Schuld gegeben. „Der Junge war nur online.“
Gamification of terror Aber nun, spätestens nach dem Tatvideo ist klar: Stephan B. war auch Rechtsextremist. Und er bewegte und radikalisierte sich offenbar in einer ebenso rechtsextremen Online-Community. Auf Portalen wie 4chan oder Steam werden Rechtsterroristen wie Anders Breivik oder der Christchurch-Attentäter Tarrant gefeiert und Highscores mit Todesopfern erstellt. Angestachelt wird auch zu realen Taten. Von einer „gamification of terror“ ist inzwischen die Rede. An diese Community verschickte auch Stephan B., unter dem Alias „Spilljuice“, vor der Tat einen Link zu seinem Livestream auf der Streamingplattform Twitch. Dort spricht er bewusst auf Englisch, nennt sich selbst „Anon“ – ein beliebtes rechtes Online-Pseudonym. Dann leugnet B. den Holocaust, macht den Feminismus für niedrige Geburtenraten verantwortlich, die zu Massenimmigration führten. Und nennt „den Juden“ als Grund aller Probleme. Später redet er auch von einer „Internet-SS“. Dazu kommt eine Dokumentensammlung, die Stephan B. ebenfalls vor seiner Tat ins Internet stellte und das die Sicherheitsbehörden für authentisch halten. Auch dieses ist in Englisch verfasst, mit Verweis auf 4chan und ebenfalls einer Art Hitliste – einer Auflistung, auf welche Weise B. Menschen töten wollte. (…) Der Hamburger Waffenexperte Lars Winkelsdorf erklärt, bei der Maschinenpistole, mit der B. die Frau vor der Synagoge tötete, handele es sich um ein Modell, das auf Baumarktteilen basiert und die der britische Waffennarr Philipp A. Luty aus Protest gegen die britischen Waffengesetze konstruiert hat. „Wäre er technisch etwas begabter gewesen, hätte die Waffe wohl keine Störungen gehabt.“ Immer wieder würden solche Waffen sichergestellt, die meist anstandslos funktionierten. „Die Anleitungen dazu kursieren frei im Internet.“ So gehe die selbstgebaute Schrotflinte, die B. abfeuerte, auf eine Erfindung philippinischer Guerilla-Kämpfer zurück, so Winkelsdorf. Kaum mehr als zwei Rohre seien nötig, um sie zu bauen. Gleiches gelte für die selbst hergestellte Munition: Wer weiß, wie es geht, bekomme das Material für das Schießpulver in jeder Drogerie, so Winkelsdorf.

via taz: Rechtsextremer Täter in Halle – Der virtuelle Terrorist

siehe auch: Angriff in #Halle: Mögliches “#Manifest” des Täters aufgetaucht – #terror #anschlag. Nach dem gescheiterten Anschlag auf eine Synagoge in Halle an der Saale mit zwei Toten sind viele Details noch unklar. Ob ein nach der Tat aufgetauchtes Bekennervideo sowie ein angebliches “Manifest” des Täters authentisch sind, wird derzeit geprüft. Der Zentralrat der Juden kritisiert unterdessen die Polizei. Nach der Tat in Halle an der Saale ist ein Dokument im Internet aufgetaucht, bei dem es sich nach Angaben einer Expertin um eine Erklärung des Angreifers zu handeln scheint. Das PDF-Dokument zeige Bilder von Waffen und enthalte einen Verweis auf das Live-Video, das von der Tat verbreitet worden sei, schrieb Rita Katz, Leiterin der auf die Beobachtung von Extremisten spezialisierten Site Intelligence Group, auf Twitter.

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