#Morde von #Halle – Die #Terror-#Influencer – und wo sie gedeihen – #schauhin

Die widerwärtigste Passage in dem an Widerwärtigkeit reichen “Manifest”, das der Mörder von Halle online hinterlassen hat, bevor er zum Töten loszog, ist die mit den “Achievements”. Achievements sind Bonusziele, die man heutzutage in vielen Videospielen erreichen kann, dafür gibt es dann virtuelle Trophäen, man kann sein Videospielerprofil damit schmücken. Schon in echten Videospielen klingen die Ziele der “Achievements” oft zynisch – “töte soundso viele Spielgegner mit einem Kopfschuss”, “töte soundso viele Gegner mit einer bestimmten Waffe”. Übertragen in den realen Mordplan eines echten Mörders, abgefasst in einem mittlerweile als charakteristisch zu erkennenden, pseudoironischen Duktus, sind sie ekelerregend, menschenverachtend, zutiefst abstoßend. Glaubt man seiner “Achievements”-Liste, hatte der Täter von Halle unter anderem vor, auch mindestens ein Kind zu töten. Hier die AfD, dort die internationalen Antiglobalisten Ebenso charakteristisch wie die Mischung aus Pseudoironie und Hass ist die Melange aus weißem Überlegenheitswahn, rechtsradikalen Verschwörungstheorien, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, verschnitten mit Videospiel-, Manga- und Kinoverweisen, die den Autor als Eingeweihten unter Eingeweihten ausweisen soll. Seht her, internationale Brüder im Geiste, das soll dieser Text – auf Englisch verfasst – sagen: Ich bin genauso abgeklärt, ironisch, kaputt und menschenverachtend wie ihr. Wir gehören zusammen. Der Mörder wollte ein Vorbild sein – oder wenigstens dazugehören. Zweifellos gibt es einen engen ideologischen Zusammenhang zwischen der AfD, deutschen Nazinetzwerken und dem, was wohl im Kopf des Mörders von Halle vor sich ging. Sein Publikum aber suchte er draußen in der weiten Welt des Internets. Er betrachtete sich als Teil einer Subkultur, “die global ist, obwohl man die Globalisten eigentlich total verabscheut”, so hat es Christian Schiffer, Videospieljournalist und Co-Autor eines Buchs über Verschwörungstheoretiker, diese Woche formuliert. Der Täter von Halle glaubte augenscheinlich an die Theorie von der jüdischen Weltverschwörung. Auf die verweisen auch Vertreter der AfD immer wieder, nur ganz verklausuliert, aber für Eingeweihte erkennbar.
Es gibt keinen simplen Kausalzusammenhang zwischen Videospielkultur und rechtsradikal motiviertem Massenmord. Aber es gibt eine Geschichte der Radikalisierung innerhalb eines kleinen Teils derer, die Videospiele als Teil ihrer eigenen Identität betrachten. Wenn man darüber mit Menschen redet, die sich selbst als Gamer identifizieren, erntet man aber bis heute oft nur wütende Abwehrreflexe. Das muss sich ändern. Die frauenfeindlichen Hetzer der sogenannten Gamergate-Bewegung sind noch da, sie halten sich bis heute für ein Bollwerk gegen “politische Korrektheit” und “Social Justice Warriors”, sie feiern Donald Trump und können jederzeit einen Online-Mob zusammentrommeln. Die meisten aus dieser Gruppe werden wohl niemals gewalttätig. Aber sie sind Teil einer internationalen Szene, aus der sich die nächsten Nachahmer der Terror-Influencer von heute rekrutieren. Vielleicht setzt beim einen oder anderen ja langsam doch ein Umdenken ein. Das Versagen der Dienste Die Tatsache, dass der Mörder von Halle seine Tat offenbar einmal mehr online an einschlägigem, wenn auch ungenanntem Ort ankündigte, ist ein Armutszeugnis für die Sicherheitsbehörden. 8chan etwa, der hässlichste und widerwärtigste Ausläufer der Chan-Kultur, die im Westen mit 4chan begann, war schon diverse Male Schauplatz solcher Ankündigungen. Auch der Täter von Halle scheint dort unterwegs gewesen zu sein. Es gibt einschlägige Messenger-Channels und andere Onlinesammelpunkte der rechtsextremen Internationalen.

via spon: Morde von Halle Die Terror-Influencer – und wo sie gedeihen

siehe auch: Aussage vor #Ermittlungsrichter – #Halle-#Attentäter wurde von Unbekanntem finanziell unterstützt – #schauhin #terror #anschlag. Vor dem Richter hat der Attentäter von Halle genauere Angaben zu seiner politischen Einstellung gemacht. Nach Informationen des SPIEGEL räumte er auch ein, von einer Person finanzielle Unterstützung erhalten zu haben. Bei seiner Haftvorführung beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat der Attentäter von Halle, Stephan B[…], die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft weitgehend eingeräumt. Das erklärte sein Verteidiger Hans-Dieter Weber im Gespräch mit dem SPIEGEL. Zum Tatablauf verwies B[…] in der Vernehmung immer wieder auf das von ihm aufgenommene Video. Darin hatte er erklärt, dass er gezielt Juden töten wolle. N

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