„Verein Deutsche Sprache“ – Rechte Sprachkritik und Gender-Paranoia: Das Gerede von der angeblichen Normalität

Der „Verein Deutsche Sprache“ verwechselt Sprachkritik mit Antifeminismus und verschärft gerade die Agitation gegen geschlechtergerechte Sprache. Beim „Verein Deutsche Sprache“ (VDS) scheinen sie richtig aus dem Häuschen zu sein. Die Gruppe, die mit „Ich spreche gerne Deutsch“ im schwarz-rot-goldenen Logo wirbt und sich ursprünglich dem Kampf gegen Anglizismen verschrieben hat, verschärft gerade ihre Agitation gegen geschlechtergerechte Sprache an allen Fronten. In einer „spektakulären Aktion“, gemeint ist übrigens das Verteilen von Flugblättern, werden Studentinnen* dazu aufgerufen, juristisch gegen „sprachpolizeiliche Genderregeln“ ihrer Universitäten vorzugehen. (…) Fürs Protokoll: Gender ist die englische, neutrale Bezeichnung für das „soziale Geschlecht“, also für die verschiedenen Geschlechterrollen innerhalb der Gesellschaft. „Gender-Unfug“ meint somit übersetzt, unterschiedliche Geschlechterrollen seien Unfug. Wie erklären wir das nur „Gender Gaga“-Autorin Birgit Kelle, die stets brav gegen eine vermeintliche Geschlechterangleichung anschreibt? Weiter klärt der Verein über den fehlenden Zusammenhang zwischen dem grammatischen und dem natürlichen Geschlecht in der Sprache auf. Der mag sprachlich fehlen. Dass „alles Weibliche sich seit 1000 Jahren von dem Wort ‚das Weib‘ ableitet“, und es angeblich keinen störe, ist hingegen patriarchales Wunschdenken. (…) Vermutlich wird hier den Verhältnissen der 50er Jahre hinterher getrauert und das Ganze in Sprachkritik verkleidet. Es klingt zu sehr nach den Antifeministinnen* der AfD oder der Roll-Back-Verfechterin Birgit Kelle, die als Gastrednerin gerne von der rechts-christlichen „Demo für alle“ gebucht wird. Kürzlich erst hatte sie auf der Buchmesse Gender zur „Ideologie“ erklärt, die das Ziel verfolge, den „neuen Menschen“ zu kreieren und die „Normalität“ zu brechen.

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