Studie: Parteien, die rechtsextreme Positionen übernehmen, stärken rechtsextreme Parteien

Es gibt jetzt eine Studie, die das bestätigt, was wir schon immer Gefühlt haben: Wenn etablierte Parteien rechtsextremen Parteien hinterherlaufen, gewinnen am Ende nur die rechtsextremen Parteien. Werner Krause, vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Denis Cohen, von der Universität Mannheim und Tarik Abou-Chadi, Universität Zürich, haben eine sehr interessante Studie veröffentlicht, die für alle zur Pflichtlektüre werden sollte, die sich aus welchen Gründen auch immer mit Politik beschäftigen. Die Studie „Does Accommodation Work? Mainstream Party Strategies and the Success of Radical Right Parties“ beschäftigt sich ganz vereinfacht gesprochen mit der Frage, ob es etablierten Parteien nützt, wenn sie rechtsextremen Parteien inhaltlich entgegen kommen. Das Ergebnis ihrer Studie hat in meinen Augen weitreichende Folgen für Parteien, aber auch Politik-Berichterstattung. So oder so bietet die Studie Anlass für Parteien und Medien, ihr eigenes Verhalten in den letzten Jahren kritisch zu hinterfragen. Bereits im Abstract (S.1) werden die Autoren ziemlich deutlich: „We do not find any evidence that accommodative strategies reduce radical right vote shares. If anything, when mainstream parties shift toward more anti-immigrant positions, more voters defect to the radical right.“ Übersetzung (durch mich): „Wir finden keine Belege dafür, dass Strategien des Entgegenkommens den Stimmenanteil für Rechtsextreme verringern. Wenn überhaupt, laufen mehr Wählerïnnen zu Rechtsextremen über, wenn etablierte Parteien ihre Positionen mehr in Richtung Anti-Einwanderung ausrichten.“

via lauer und wehner: Studie: Parteien, die rechtsextreme Positionen übernehmen, stärken rechtsextreme Parteien

studei: Does Accommodation Work? Mainstream Party Strategies and the Success of Radical Right Parties

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