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Anti-Corona-Proteste auch in Bremen: Wer protestiert da eigentlich?

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Tausende haben in Deutschland gegen die Corona-Maßnahmen protestiert, auch in Bremen. Aber wer protestiert da? Politik-Wissenschaftler Andreas Klee anaylsiert die Lage. Wer protestiert da eigentlich? Es ist tatsächlich eine Gemengelage aus verschiedenen Richtungen. Es ist von der besorgten Bürgerin bis hin zu Verschwörungstheoretikern, die sich solch eine Situation zunutze machen, um eigentlich ganz andere Interessen zu vertreten.

via butenundbinnen: Anti-Corona-Proteste auch in Bremen: Wer protestiert da eigentlich?

siehe auch: GEFÄHRLICH UNTERSCHÄTZT. Auf den ersten Blick eine harmlose Botschaft auf dem Bremer Marktplatz. Doch das antisemitische Narrativ auf dem diese Parole basiert, führt in rechte Kreise, die eine Radikalisierung der Gesellschaft verfolgen. Schlagzeilen machen aktuell sogenannte “Hygiene-Demos“. Eine Ansammlung verschiedenster Strömungen, von denen zunehmend weite Teile eine Agenda etablieren, die sich aus Verschwörungsmythen, Narrativen der extremen Rechten, antisemitischen Zirkeln, Reichsbürgern und neonazistischer Szene bildet. Auch In Bremen entwickelt sich gegenwärtig eine Ansammlung solcher Strömungen auf der Straße, die durch ihr Radikalisierungpotential eine ernst zunehmende Gefahr darstellen. Wir haben in den letzten Wochen einige der regionalen AkteurInnen und Strömungen beobachtet. “Widerstand Bremen 2020”
Der Bremer Ableger eines bundesweiten Netzwerks, ist angelehnt an dem augenscheinlichen Vorhaben eine “Partei”zu gründen. Anfänglich fanden sich neben politisch rechts stehenden AkteurInnen, auch liberale Mitglieder in die offenen Gruppen-Chats auf Telegram ein. Schon nach wenigen Tagen wurden Personen, die rechte und antisemitische Positionen kritisch sahen oder eine andere Auffassung als die AdministratorInnen hatten, aus dem Chat geworfen. Unter den Postings wurde beispielsweise die Fotografie eines gelben Davidsterns verlinkt, wie ihn JüdInnen im NS-Regime zu tragen hatten. Diese Fotografie wurde um den Text “Nicht geimpft” ergänzt. Eine antisemitische Verharmlosung der Shoa, die in der Telegram-Gruppe von “Widerstand Bremen 2020” von Anfang an normalisiert war. Besonders “ImpfgegnerInnen” setzten sich bundesweit immer wieder mit verfolgten JüdInnen und Opfern des Holocaust gleich. Neben diesen unzulässigen Analogien, vergleiche sich die AkteurInnen an anderer Stelle mit den Verfolgten und Opfern des DDR-Regimes. Besonders aggressiv agiert Mario W., der sich im Chat “Mario Bruno” nennt. Neben Beleidigungen gegen opponierende Mitglieder, werden von ihm diverse Feindbilder aufgebaut. Dazu gehören im Besonderen jene, die “Widerstand 2020” kritisch sehen oder auch dagegen demonstrieren. Mario W. bezeichnet diese regelmäßig als “Ratten”. Als sich zunächst illegale Versammlungen von Mitgliedern in den Chats ankündigten, die bewusst die Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie missachten wollten, wurden von Mario W. und weiteren Bedenken laut “Unterwanderer” könnten ihnen auflauern. Das Treffen wurde daraufhin intern abgesagt. Mario W. täuschte mit weiteren AdministratorInnen im Chat vor, das Treffen würde dennoch stattfinden, in der Hoffnung die vermeintlichen “Unterwanderer” getäuscht zu haben. Tatsächlich fuhr Mario W, mit dem Rad in den Stadtteil Findorff zum “Treffpunkt, um ihnen aufzulauern und Fotos von ihnen zu machen. Im Chat behauptete dieser im Nachgang, die “Ratten” fotografiert zu haben, die er im späteren Verlauf “der Antifa” zuordnet. Dieses Ereignis demonstriert u.a. den politischen Charakter dieser Chatgruppe. – Neben diesen Aktivitäten, nahm Mario W. Kontakt zum AfD Abgeordneten und Bremer AfD-Vorstandsvorsitzenden Peter Beck auf. In einem Dialog fragte Mario W. nach Unterstützung. Beck wiederum sicherte zu, sich für die Anliegen der Gruppe in der Bürgerschaft einsetzen zu wollen und ob ihm nicht ein Verwandter von Mario persönlich bekannt sei.