GewaltRechtsextremismus

Online-Gedenken an 1997 von Neonazi getöteten Frank Böttcher – #keinVergessen

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Mit einer Videobotschaft hat das Bündnis gegen Rechts Magdeburg des vor 24 Jahren von Neonazis getöteten Frank Böttcher gedacht. Ein 17 Jahre alter Neonazi hatte den gleichalten Punk Böttcher am 8. Februar 1997 in Magdeburg mit Tritten gegen den Kopf und Messerstichen in den Rücken getötet. In dem Video erinnerten die Vereine an die heute sogenannten “Baseballschlägerjahre”, einer Reihe von Gewalttaten Rechtsextremer in den Neuen Bundesländern der 1990er-Jahre. Diese Gefahr bestehe noch heute, warnen die Vereine. “Nach wie vor gibt es gewalttätige Neonazis, die ihre politischen und weltanschaulichen Gegner mit Gewalt überziehen”, heißt es in dem Video.

via rtl: Online-Gedenken an 1997 von Neonazi getöteten Frank Böttcher

siehe auch: Frank Böttcher. Schüler, Magdeburg. Februar 1997 — 17 Jahre. Frank Böttcher (17) wird im Februar 1997 von einem gleichaltrigen Naziskin in Magdeburg-Olvenstedt erstochen. Der 17-jährige Punk Frank Böttcher wird am 8. Februar 1997 in Magdeburg-Olvenstedt von einem gleichaltrigen Naziskinhead erstochen. „Ein ruhiger Mensch“ Frank Böttcher war erst ein Jahr vor seinem Tod zu seinem Bruder in eine betreute Wohngemeinschaft in Magdeburg-Stadtfeld gezogen und hatte dort ein berufsvorbereitendes Jahr begonnen. Zuvor hatte er in mehreren Kinderheimen gelebt. Sein Bruder Peter Böttcher und seine Freunde beschreiben ihn als einen schmächtigen Jugendlichen mit einer von familiärer Gewalt geprägten Kindheit und als einen „ruhigen Mensch, der keiner Fliege etwas zu Leide tun konnte.“ Am Vortag wird Frank Böttcher von seiner weißen Hausratte „Speedy“ gebissen und entschließt sich nach Mitternacht, mit der Straßenbahn ins Krankenhaus nach Neu-Olvenstedt zu fahren, um den Biss dort behandeln zu lassen. Schon auf dem Weg zum Krankenhaus wird Frank Böttcher von drei Naziskinheads in der Straßenbahn angepöbelt und als „Zecke“ beschimpft. Ein Zeuge beobachtet, wie sich die Naziskins und Frank Böttcher noch beim Aussteigen streiten. Frank Böttcher berichtet den Krankenschwestern, die seine Wunde versorgen, drei junge Männer in Naziskinhead-Outfit hätten ihn angepöbelt. Nach der Behandlung verlässt Frank Böttcher das Krankenhaus und geht zur circa einhundert Meter entfernten Straßenbahnhaltestelle zurück. Dort findet ein Jugendlicher ihn gegen 4 Uhr morgens auf dem Bürgersteig: blutüberströmt, mit sieben Stichverletzungen und einem Schädel-Basisbruch. Frank Böttcher stirbt gegen 5:30 Uhr morgens am 8. Februar 1997 in der Intensivstation des Krankenhauses Neu-Olvenstedt.