Rechtsextremismus

“Sachsen rechts unten” – Analyse: Sachsen als Sehnsuchtsort für Rechtsextremisten

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In der kostenlosen Broschüre “Sachsen rechts unten” analysiert der Verein Kulturbüro Sachsen die Nutzung von mehr als 80 Immobilien im Freistaat durch Rechtsextremisten. Demnach gebe es keinen Landkreis ohne solche Objekte. Im Fokus stehen auch sogenannte “Völkische Siedler”, um deren Zuzug aktiv im Netz geworben wird. Das Kulturbüro Sachsen hat Treffpunkte und Veranstaltungsorte von Rechtsextremisten in der Publikation “Sachsen rechts unten” unter die Lupe genommen. Der Verein beobachtet seit einigen Jahren den Trend, dass solche Objekte nicht nur genutzt, sondern auch gezielt gekauft werden. Eine langfristige Strategie also. Betrachtet werden unter anderem Immobilien der Neonazi-Partei “Der Dritte Weg”, Räumlichkeiten und Veranstaltungen neurechter Burschenschaften oder der Zuzug “prominenter” Rechtsextremisten aus Dortmund nach Chemnitz, die als Motivation eine “Offenheit für rechte Positionen in Sachsen” angegeben hätten. Diese Einschätzung veranlasst offenbar auch Vertreter anderer rechtsextremistischer Sammlungsbewegungen, in Sachsen eine neue Heimat zu suchen: “Blut und Boden”. Bei Leisnig im Landkreis Mittelsachsen hat das Kulturbüro binnen weniger Jahre mehrere Zuzüge sogenannter “Völkischer Siedler” aus dem Umfeld der verbotenen “Heimattreuen Deutschen Jugend” festgestellt. Den Anfang machte demnach der “Adoria Verlag”, der unter anderem glorifizierende Bücher über die Waffen-SS oder Wandkarten des “Großdeutschen Reichs” vertreibt.

via mdr: “Sachsen rechts unten” – Analyse: Sachsen als Sehnsuchtsort für Rechtsextremisten

siehe auch: Sachsen rechts unten 2021. Neue Publikation zu rechten Orten in Sachsen. Am Freitag, den 07. Mai 2021 veröffentlicht das Kulturbüro Sachsen e.V. seine Jahrespublikation „Sachsen rechts unten 2021“. Mit dieser Publikation werfen wir jährlich einen ausführlichen Blick auf die qualitative Verfasstheit der extrem rechten Szene im Bundesland. Diese Veröffentlichung wurde durch die Amadeu Antonio Stiftung finanziert. In der siebten Ausgabe von „Sachsen rechts unten“ liegt der Schwerpunkt auf Immobilien und Orten, die von extrem rechten Strukturen genutzt und vereinnahmt werden. Wir beschreiben exemplarisch, wie die derzeitigen Zugangsmöglichkeiten zu Immobilien durch die extreme Rechte zu bewerten sind, welche Wirkmächtigkeit diese rechten Orte entfalten können und welche Gefahren daraus resultieren. „Mit einer Gesamtzahl von mindestens 81 konkreten Orten verfügen die extrem rechten Bewegungen und ihre Szenen in Sachsen über eine ausgesprochen hohe Anzahl von Räumen. Es existiert in Sachsen kein Landkreis ohne solche Objekte. Es ist daher von einem flächendeckenden Problem zu sprechen“, sagt Grit Hanneforth, Geschäftsführerin des Kulturbüro Sachsen e.V. Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung sagt: „Der Zugang zu Immobilien ist die infrastrukturelle Grundlage dafür, dass die Organisation der politischen Arbeit und damit die Verbreitung rechter Ideologie stattfinden kann. Zudem werden durch Veranstaltungen oder Gewerbe unterschiedliche Einnahmen generiert. Im bundesweiten Vergleich ist Sachsen auch bei der Frage von rechtsextremer Immobiliennutzung Spitzenreiter.“